Stand: 24.09.2026, 18:29 Uhr
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Die Rentenlücke ist die wichtigste Zahl der eigenen Altersvorsorge. Die meisten kennen sie nicht. Dabei dauert die Berechnung zehn Minuten.
Rentenlücke. Ein Wort, das meistens vermieden wird. Was dabei meistens der Grund ist: Wer sie nicht kennt, muss sich nicht damit auseinandersetzen. Was das kostet, ist erheblich. Denn die Rentenlücke ist keine abstrakte Zahl. Sie ist die Differenz zwischen dem, was im Alter gebraucht wird, und dem, was der Staat zahlt.
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„Die Rentenlücke ist die wichtigste Zahl der eigenen Altersvorsorge“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Wer sie nicht kennt, plant ins Leere. Wer sie kennt, hat eine Grundlage.“

Was die Rentenlücke ist
Die Rentenlücke ist die monatliche Differenz zwischen der voraussichtlichen gesetzlichen Nettorente und dem Betrag, der im Alter tatsächlich gebraucht wird.
Was dabei als Faustregel gilt: Im Alter werden rund 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens benötigt, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Was dabei wegfällt: Fahrtkosten zur Arbeit, Berufskleidung, Sparbeiträge. Was hinzukommt: Gesundheitskosten, Freizeitausgaben, Reisen.
Die Berechnung in drei Schritten
Schritt 1: Die voraussichtliche Nettorente berechnen.
Was dafür gebraucht wird: die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Was dabei die relevante Zahl ist: die voraussichtliche Regelaltersrente, ausgewiesen als Bruttobetrag.
Was daraus die Nettorente macht: Bruttobetrag mal 0,82. Was dabei abgezogen wird: Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Steuern.
Beispiel: 1.600 Euro Bruttorente mal 0,82 gleich rund 1.312 Euro Nettorente.
Schritt 2: Den monatlichen Bedarf im Alter schätzen.
Was dabei die ehrliche Frage ist: Wie viel wird im Alter monatlich gebraucht, um so zu leben wie heute?
Was dabei als Ausgangspunkt gilt: 70 bis 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens. Wer heute 2.800 Euro netto verdient, plant mit rund 1.960 bis 2.240 Euro im Alter.
Schritt 3: Die Differenz berechnen.
Monatlicher Bedarf minus voraussichtliche Nettorente gleich Rentenlücke.
Beispiel: 2.000 Euro Bedarf minus 1.312 Euro Nettorente gleich 688 Euro monatliche Rentenlücke.
Was diese 688 Euro bedeuten: Sie müssen privat geschlossen werden. Jeden Monat. Für den Rest des Lebens.
Was mit der Rentenlücke getan werden kann
Was dabei die wichtigste Erkenntnis ist: Eine Rentenlücke ist kein Urteil. Sie ist eine Aufgabe. Was 688 Euro monatliche Rentenlücke über 20 Jahre Rentenbezug bedeutet: rund 165.000 Euro, die privat aufgebaut werden müssen. Was ein ETF-Sparplan dabei leisten kann: 200 Euro monatlich bei 7 Prozent Rendite über 25 Jahre ergeben rund 162.000 Euro. Was dabei fast genau die Lücke schließt: ein Sparplan, der heute eingerichtet wird.
Zehn Minuten, drei Schritte, eine Zahl. Was die Rentenlücke zeigt, ist keine Katastrophe. Es ist eine Aufgabe, die heute angegangen werden kann.