Publiziert22. August 2026, 20:06
Schluss damitDiese 6 Mythen kann eine Zahnärztin nicht mehr hören
Vor dem Besuch in der Zahnarztpraxis bereitest du dich mental schon darauf vor, wie du dich für deinen Zahnstein entschuldigst? Diese sechs Phrasen streichst du besser wieder – denn laut einer Zahnärztin sind sie Blödsinn.

Rund ums Zähneputzen halten sich jede Menge hartnäckige Mythen. Manche klingen plausibel, andere dienen vor allem als praktische Ausrede, wenn der letzte Besuch beim Zahnarzt schon lange zurückliegt. Zahnärztin Dr. Selzner räumt mit sechs Aussagen auf, die sie in der Praxis immer wieder hört – und in denen nur wenig bis gar keine Wahrheit steckt.
Was ist für dich der unangenehmste Teil beim Zahnarztbesuch?
Die Ungewissheit davor, ob alles in Ordnung ist.
Das lange Warten im Wartezimmer.
Das Geräusch des Bohrers.
Die Spritze und das Taubheitsgefühl danach.
Die Rechnung am Schluss.
Ich gehe gerne zum Zahnarzt, ich habe keine Angst.
Ich gehe so selten zum Zahnarzt, dass ich es nicht weiss.
Etwas anderes.
«Fluorid ist giftig, das benutze ich nicht.»
Fluorid polarisiert – weil der Stoff in höheren Mengen Fluorose (eine Entwicklungsstörung des Zahnschmelzes) verursachen kann, sehen ihn viele kritisch. Dabei vergessen sie laut Dr. Selzner etwas Wichtiges: «Richtig angewendet und innerhalb der Richtwerte zur täglichen Aufnahme ist Fluorid nicht giftig, sondern schützt die Zähne vor Karies.» Die Studienlage ist klar, wie die Zahnärztin erklärt. «In der falschen Menge verwendet, kann fast jede Substanz giftig sein.»
«Meine schlechten Zähne habe ich geerbt, die haben alle in meiner Familie.»
«Es gibt zwar genetische Faktoren, die die Zahn- und Mundgesundheit beeinflussen, etwa im Zusammenhang mit Parodontitis», so Dr. Selzner. «Es ist aber nicht so, dass jedes Kind, bei dem die Eltern eine Zahnerkrankung haben, automatisch schlechte Zähne bekommt.» Laut der Zahnärztin spielen noch andere Faktoren eine Rolle, etwa wie man die Zähne putzt, wie die Ernährung aussieht oder ob man regelmässig zur Zahnreinigung geht. Eine Entschuldigung für alles sind die Gene daher nicht.
Über die Expertin
«Wenn ich mit einer harten Zahnbürste putze, werden meine Zähne besonders sauber.»
«Wer mit einer harten Zahnbürste putzt, kann Putzdefekte verursachen», warnt Dr. Selzner. «Dabei kann das Zahnfleisch beschädigt werden, was dazu führen kann, dass es sich zurückzieht. Dann liegen die empfindlichen Zahnhälse frei.» Putze man dann weiter mit der harten Zahnbürste, würden sich keilförmige Defekte bilden. «Die Folgen sind eine erhöhte Empfindlichkeit und Zahnschmerzen, etwa bei kalten Getränken.» Eine weiche Zahnbürste und sanftes Putzen reinigen deine Zähne also besser.
«Milchzähne sind egal – sie fallen ja ohnehin aus.»
Bei deinen Kids mit Milchzähnen nimmst du es mit der Mundhygiene nicht so genau? Ein grosser Fehler. Dr. Selzner erklärt: «Milchzähne haben eine wichtige Funktion – sie sind Platzhalter für die folgenden Zähne.» Fallen sie vorzeitig aus, könne es deswegen zu Problemen kommen: «Die anderen Zähne können dann kippen oder anfangen zu wandern. Bricht dann der neue, bleibende Zahn durch, hat er möglicherweise nicht ausreichend Platz und man muss ihn später korrigieren.»
Dazu kommt laut Dr. Selzner die Routine. Wer schon früh ein gutes Mundhygienebewusstsein entwickle, kümmere sich wahrscheinlich auch im Erwachsenenalter gut um seine Zähne.
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«Eigentlich reicht einmal putzen am Tag aus.»
«Nur einmal am Tag die Zähne zu putzen, reicht definitiv nicht aus. Man sollte mindestens zweimal, besser noch dreimal am Tag zur Zahnbürste greifen», erklärt die Zahnärztin. «In der Plaque, die sich an der Zahnoberfläche sammelt, befinden sich Bakterien. Diese zersetzen Nahrungsbestandteile, wodurch das Risiko für Karies oder eine Zahnfleischentzündung steigt.» Entferne man die Beläge hingegen regelmässig, reduziere man das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen – einmal am Tag reicht nicht aus.
«Zahnfleischbluten hat doch jeder.»
«Zahnfleischbluten ist alles andere als normal und sollte nicht auftreten», warnt Dr. Selzner. «Bluten am Zahnfleisch ist immer ein Zeichen für eine Entzündung.» Wenn es beim Verwenden von Zahnseide zu Blutungen kommt, warnt sie deswegen: «Auf keinen Fall damit aufhören. Sonst kann man die Plaque-Beläge in den Zahnzwischenräumen schlechter entfernen und verschlimmert die Entzündung zusätzlich. Ein Teufelskreis.» Um daraus auszubrechen, rät sie, unbedingt weiterhin Zahnseide zu nutzen.
Wann warst du das letzte Mal beim Zahnarzt? Und wie regelmässig gehst du zur Kontrolle?

Malin Mueller (mmu) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten. Sie ist stellvertretende Leiterin Lifestyle und Beauty-Redaktorin. Ihr Fokus: Hautpflege, Frisuren und Trend-Checks.
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