„Eine Schande“: Mit Beleidigungen gespickte Rede löst irritiertes Schweigen aus – scharfe Kritik

„Dieses Dinner ist eine Schande“: Trumps Rede löst scharfe Kritik aus

Stand: 25.07.2026, 10:49 Uhr

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Trump nutzt das traditionelle Pressedinner für Medienschelte und Beleidigungen. Die Bemerkungen fügen sich in ein bekanntes Muster ein.

Washington, DC – Donald Trump ließ sich mal wieder nicht aufhalten. Rund eine Stunde lang redete er beim traditionellen Gala-Dinner der Hauptstadtpresse munter drauflos. Dabei spulte er sein übliches Programm ab, von scharfer Medienschelte über üble Beleidigungen bis zu schlechten Scherzen. Und nebenher kokettierte er dann auch erneut mit einer möglichen dritten Amtszeit. Das Publikum reagierte meist mit konsterniertem Schweigen.

Galadinner der US-Hauptstadtpresse

Donald Trumps mit Beleidigungen gespickte Rede beim Pressedinner löste größtenteils irritiertes Schweigen aus. © Mark Schiefelbein/AP/dpa

Trump schweifte in seiner Rede immer wieder ab. Er lobte dabei sich selbst und die Arbeit seines Kabinetts und sprang zwischen Themen hin und her. So sprach er eine geraume Weile über den von ihm geplanten Ballsaal am Weißen Haus und zeigte sich begeistert von den im Juni zu seinem 80. Geburtstag veranstalteten martialischen Käfigkämpfen. Dazwischen platzierte er, dass der Iran niemals eine Atomwaffe besitzen dürfe. 

Bei Gala-Dinner: Trump scherzt über Gesundheitsminister Kennedy

Nur an einer Stelle vermochte Trump zu glänzen. Das lag aber eher an Robert F. Kennedy Jr. Der Gesundheitsminister, der eine seltsame Vorgeschichte mit überfahrenen und toten Tieren hat („Roadkill“), bietet sich als Zielscheibe des Spotts nun mal förmlich an. Trumps Scherz, Kennedy habe persönlich die Kuh überfahren, aus der das „sehr köstliche“ Rinderfilet des Abends stamme, lag also auf der Hand. Und weiter: Man habe aber einen Vorschlag abgelehnt, zusätzlich frisches Waschbärenfleisch auf die Speisekarte zu setzen: „Da haben wir eine Grenze gezogen“, so Trump.

Doch die meisten Scherze stießen beim Publikum nur auf ein geringes Echo. Sichtbar irritiert war Trump dann, als eine bizarre Zote der etwas derberen Art sang- und klanglos verpuffte. Anschließend beschwerte sich Trump öffentlich über die „verdammt dumme Rede“, die man für ihn geschrieben habe. Danach wich er im Laufe des Abends immer wieder von seinem vorbereiteten Redemanuskript ab.

Trump stichelt gegen die Presse – Collins und Tapper im Visier

Trumps Tonfall schlug ohnehin schnell wieder um. In seinem gewohnt sarkastischen und stellenweise scharfen Ton warf er den Medien erneut vor, falsche Nachrichten zu produzieren. Zur aktuellen geopolitischen Lage behauptete der Präsident, der Iran-Krieg laufe hervorragend. Dann ermahnte er die Anwesenden im Saal: „Glauben Sie nicht den Fake News.“

Besonders scharf ging Trump die CNN-Reporterin Kaitlan Collins an, der er erneut vorwarf, zu wenig zu lächeln – eine wiederkehrende Bemerkung, die Teil eines Musters sexistischer Äußerungen gegenüber Journalistinnen ist. Auch andere bekamen ihr Fett weg: CNN-Moderator Jake Tapper wurde bei Trump zu „Fake Tapper“; und den Wall-Street-Journal-Reporter Josh Dawsey – einen der an diesem Abend ausgezeichneten Journalisten – bezeichnete er als „unhireable“ (nicht mehr einstellbar).

Trump setzt „Trump 2028“-Kappe auf und provoziert Schweigen

Und dann kam die Schlusspointe: Trump zog sich eine rote Kappe auf, auf der „Trump 2028“ stand. Dann erklärte er, ein viertes Mal bei der US-Wahl antreten zu wollen: „Ich habe dreimal gewonnen, jetzt mache ich es wieder.“ Damit spielte er auch wieder auf seine falsche Behauptung an, die US-Wahl 2020 gewonnen zu haben. Eine dritte Amtszeit ist gemäß US-Verfassung nicht möglich. Trump deutet aber öfter an, dennoch antreten zu wollen, tut seine Aussagen dann jedoch stets als Scherz ab.

Trumps Rede stieß auf viel Kritik. Jim Acosta brachte es auf den Punkt: „Dieses Dinner ist eine Schande“, schrieb der ehemalige CNN-Moderator auf der Online-Plattform X. „Trumps wirre, zusammenhanglose Rede ist voller Hass und Boshaftigkeit. Er spuckt einfach nur Gemeinheiten gegen seine üblichen Zielscheiben. Wir sollten nicht beschönigen, wie abscheulich das wirklich war.“ (Quellen: Guardian, Independent, Washington Post, X) (cs)