Good News
Drei gute Minuten: Weniger Waldbrände im Amazonas und geschlüpfte Schreiadler
Haben Sie genug von schlechten Nachrichten? In dieser STANDARD-Kolumne widmen wir uns allem, was gut läuft
Anna Wiesinger
Wussten Sie, dass es einen Einfluss auf das Verhalten haben kann, in welcher Reihenfolge gute und schlechte Nachrichten überbracht werden? Zu diesem Ergebnis kamen zumindest zwei Psychologieprofessorinnen der University of California im Jahr 2014. Möchte man das Gegenüber zu einer Verhaltensänderung motivieren, sollte man die negative Nachricht zuletzt übermitteln. Möchte man beim Gegenüber positive Gefühle hervorrufen, sollte man mit der negativen Nachricht starten. In unserer Good News-Kolumne haben wir noch eine dritte Möglichkeit entdeckt. Besonders gut tut es nämlich, wenn man mit guten Nachrichten startet und mit guten Nachrichten endet.
Weniger Wald im Amazonas abgebrannt
Die Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet sind 2025 auf ein historisches Tief zurückgegangen. Insgesamt brannten gut drei Millionen Hektar ab, die bisher kleinste Fläche seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1983. Das teilte das Überwachungsnetzwerk MapBiomas mit. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 war aufgrund einer beispiellosen Dürre mit knapp 16 Millionen Hektar der bisherige Höchststand abgebrannt.
Die vom damaligen Ausmaß der Brände geschockte Bevölkerung habe im Jahr darauf mitgeholfen, das Ausbreiten neuer Brände zu verhindern. Zudem wurden auch weniger Flächen abgeholzt, was in weniger Brennmaterial resultierte. Auch landesweit habe sich die Zahl der abgebrannten Flächen 2025 "außerordentlich" verringert, sagte die Koordinatorin des Berichts.
Gute Nachrichten für den Schutz des Amazonas, der im Kampf gegen den Klimawandel entscheidend ist.
Gefährdete Vogelarten erfasst
Um gefährdete Vogelarten verstärkt zu schützen, setzen die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) künftig auf akustische Erhebungsmethoden mit KI-Unterstützung. Die neue Methode soll die klassische Erfassung durch Menschen ergänzen, um auch sehr scheue und seltene Vögel ausschließlich anhand ihrer Rufe registrieren zu können.
Konkret werden für das neue Monitoring Audiorekorder im Freien installiert. Somit ist es auch in schwer zugänglichen Lebensräumen möglich, Vogelarten zu erfassen. Die KI soll anschließend helfen, die Tierlaute von anderen Waldgeräuschen zu unterscheiden.
Mithilfe dieser Methode konnten etwa im Schlosspark Eckartsau im Nationalpark Donau-Auen bereits Laute von mehr als 100 Vogelarten aufgezeichnet werden. Auch die Rufe des stark bedrohten Wachtelkönigs, auch "Wiesenknarrer", und der extrem seltenen und hierzulande vom Aussterben bedrohten Zwergohreule wurden gehört. Ein wichtiger Beitrag, um die Lebensräume von Vögeln zu erhalten und zu verbessern.
Schreiadler-Küken geschlüpft
Extrem selten und stark gefährdet ist auch der Schreiadler, der in Österreich vorrangig leider nur mehr auf dem Durchzug zu sehen ist. In Deutschland liegt der Bestand der vom Aussterben bedrohten Vögel nur mehr bei knapp 130 Brutpaaren. Umso schöner ist daher das erfolgreiche Schlüpfen von 26 Schreiadler-Küken in einer Aufzuchtstation bei Potsdam im deutschen Bundesland Brandenburg im Juni dieses Jahres.
In freier Wildbahn würden die zweitgeborenen Jungvögel nicht überleben. Denn: Wie bei vielen Greifvögeln üblich, tötet der erstgeborene Vogel den jüngeren. Für den Bestand der Tierart zählt aber jedes Küken – deswegen hilft die Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe seit mehr als 20 Jahren nach.
Um die Vögel nach einer erfolgreichen Aufzucht auch wieder auswildern zu können, setzen die Pflegerinnen und Pfleger zudem auf eine besondere Maßnahme: Sie tragen Adlermasken und Umhang. So verhindern sie, dass sich die Jungvögel an Menschen gewöhnen.
Niederlande entschuldigen sich
Bislang spielte die Geschichte der Molukker nur eine Nebenrolle bei der Aufarbeitung des niederländischen Kolonialismus. Nun hat sich Premier Rob Jetten im Namen der Regierung für den Umgang mit der Bevölkerungsgruppe in der Nachkriegszeit entschuldigt.
Die Molukker – ursprünglich von einer Inselgruppe im indonesischen Archipel – dienten den Niederlanden im 17. Jahrhundert als Soldaten. Als Indonesien 1949 unabhängig wurde, wollten auch die Molukker einen eigenen Staat. Da Indonesien ihnen aber die Rückkehr verweigerte, beschloss die niederländische Regierung, zehntausende Molukker in die Niederlande umzusiedeln. Was nur vorübergehend hätte sein sollen, wurde zu Jahrzehnten. Die meisten kehrten nie zurück. Stattdessen lebten die Molukker mit wenig Geld unter katastrophalen Bedingungen, etwa in ehemaligen Konzentrationslagern.
Es bleibt zu hoffen, dass der symbolischen Entschuldigung auch Taten folgen. Denn auch heutzutage haben die Molukker in den Niederlanden tendenziell schlechter bezahlte Jobs und niedrigere Bildungsabschlüsse. (Anna Wiesinger, 24.7.2026)
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