Druck auf Infantino enorm, Fifa-Gremien könnten bald tagen

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Druck auf Infantino enorm, Fifa-Gremien könnten bald tagen

Nach dem Fiasko um den Investorendeal sind nun eine außerordentliche Ratssitzung oder ein Kongress möglich. Außerdem werden potenzielle Nachfolger gesucht

Ein Mann in Anzug und Krawatte blickt nach unten. Im Hintergrund sind unscharfe Vorhänge und ein unscharfer Bereich, der möglicherweise ein Büro zeigt. Er trägt ein Abzeichen mit den Symbolen zweier Flaggen.
Infantino sieht sich mit immer mehr Druck konfrontiert.

Zürich – Fifa-Präsident Gianni Infantino sieht sich nach seinem krachend gescheiterten Investorendeal mit scharfer Kritik aus diversen Lagern und Rücktrittsforderungen konfrontiert. Ob der Widerstand bereits eine kritische Masse erreicht hat, bleibt abzuwarten. Die britische Times berichtete am Wochenende, dass sich der umstrittene Chef des Fußball-Weltverbandes einer außerordentlichen Sitzung des Fifa-Rats stellen könnte, auf der er zum Rücktritt aufgefordert werden solle.

Als weitere Möglichkeit wurde genannt, dass mindestens 43 der 211 Fifa-Mitgliedsverbände einen außerordentlichen Kongress einberufen und dort ein Misstrauensvotum stellen. Gleichzeitig müsste aber wohl ein potenzieller Nachfolger bereitstehen. Uefa-Boss Aleksander Ceferin wäre ein logischer Herausforderer. Ambitionen auf den Fifa-Chefsessel werden dem Vorsitzenden des für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständigen Kontinentalverbands Concacaf, Victor Montagliani, nachgesagt.

Strippenzieher genießt auch noch Rückhalt

Isoliert ist Infantino trotz der immer schärferen Kritik noch nicht. Der schon zuvor mit kontroversen Ideen gescheiterte Schweizer, der sich eigentlich im März nächsten Jahres in Rabat auf dem Fifa-Kongress ein letztes Mal für vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen will, bekommt noch Zuspruch. Ägypten, Marokko, Libanon und Katar bekräftigten jüngst ihre Unterstützung.

Und man darf nicht vergessen, dass Infantino die Verbandsapparate bestens kennt. Die Organisation von Stimmen und von Rückhalt beherrscht er. Dem Guardian zufolge hat Infantino als Soforthilfemaßnahme eine Beratungsfirma engagiert, um die Beziehungen zu den Nationalverbänden zu glätten. Offiziell bestätigt ist dieser Schachzug nicht.

Uefa fordert Ablöse

Die Uefa sieht den Moment für einen Kehraus in der Fifa-Zentrale jedenfalls gekommen und legt Infantino den Abschied nahe. "Die derzeitige Fifa-Führung hat nicht nur das Vertrauen der Uefa verloren, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie", erklärte der europäische Dachverband, nachdem Infantino angesichts weltweiter Empörung und unter massivem öffentlichem Druck bei seinem heftig umstrittenen Kommerz-Projekt eine peinliche Kehrtwende vollzogen hatte.

"Der schäbige, hinter verschlossenen Türen ausgehandelte und undurchsichtige Deal, den er eingefädelt und anschließend durchzusetzen versucht hat, war das genaue Gegenteil von Transparenz", polterte die Uefa. Man werde nun mit den Mitgliedsverbänden und "in enger Zusammenarbeit" mit den anderen Konföderationen analysieren, wie es dazu kommen konnte, um eine Wiederholung auszuschließen. "Diese Überprüfung muss gründlich und umfassend sein. Keine Option darf von vornherein ausgeschlossen werden."

Die personelle Option Ceferin hat allerdings schon eine erneute Kandidatur 2027 für den Chefposten beim europäischen Dachverband ausgeschlossen. Nach einer gewissen Zeit brauche jede Organisation "frisches Blut", sagte der Uefa-Präsident. Diese Erkenntnis ist aber mittlerweile schon mehr als zwei Jahre alt. Und ob sie auch für ihn und die Fifa gilt, ist eine andere Frage. (APA, 2.8.2026)

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