Publiziert20. August 2026, 14:03
Rickenbach SO«Du solltest dich schämen»: Bauer wegen Fahrenden beschimpft
Für 10'000 Franken überlässt Max Mangold sein Feld bis Ende September einer Gruppe Fahrender. Ein anonymer Briefschreiber greift ihn dafür persönlich an und wirft ihm Geldgier vor.

Darum gehts
- Bauer Max Mangold aus Wangen bei Olten SO hat sein Feld für 10'000 Franken bis Ende September an eine Gruppe Fahrender vermietet.
- Seither hat er einen anonymen Hassbrief erhalten, in dem er als geldgierig beschimpft wird und persönlich angegriffen wird.
- Mangold weist die Vorwürfe zurück und zeigt Verständnis für die Fahrenden: «Sie brauchen ja auch einfach einen Platz zum Wohnen.»
«Lärmendes Saupack», «Mafia» und der Vorwurf, ihm seien Natur und Nachbarn «scheissegal»: Bauer Max Mangold wird in einem anonymen Brief heftig beschimpft. Der Verfasser kritisiert ihn dafür, dass er sein Feld in Wangen bei Olten SO an eine Gruppe Fahrender vermietet hat. «Ich denke, das sind Neider, weil ich für das Vermieten des Feldes Geld erhalte», sagt Mangold zu 20 Minuten.
Seit Sonntagabend stehen rund 50 Wohnwagen auf seinem Grundstück. Die Gruppe hatte Mangold gegenüber zunächst angegeben, das Feld bis Ende September für Heissluftballonfahrten nutzen zu wollen. Erst als die Wohnwagen auffuhren, wurde Max klar, dass das Gelände vorübergehend von Fahrenden benutzt wird. Vereinbart wurden 10'000 Franken für die Nutzung bis Ende September.
Drohbrief: «Du solltest dich schämen»
In dem anonymen Brief, den Max erhalten hat, heisst es: «Was hast du dir dabei gedacht, dieses lärmende Saupack mit all den Wohnmobilen, Offroadern und bellenden Hunden auf deinen stets dienenden Feldern bei dir ansiedeln zu lassen?»
Weiter unterstellt der anonyme Absender, dass Mangold nur auf das «lukrative Geschäft mit der Mafia» aus sei. Die Natur und seine Nachbarn seien ihm «scheissegal». Weiter heisst es, Mangold solle sich schämen und froh sein, dass seine Eltern dies nicht mehr miterleben müssten.

«Auf die 10'000 Franken bin ich nicht angewiesen»
Der Bauer sagt, der Brief selbst habe ihn weitgehend kaltgelassen. Dass darin jedoch seine Eltern erwähnt würden, ärgere ihn. «Das geht gar nicht.» Auch den Vorwurf, er habe die Fahrenden nur wegen des Geldes auf sein Feld gelassen, weist Mangold zurück. «Auf die 10'000 Franken bin ich nicht angewiesen.»
Bereits nach der Ankunft der Gruppe hatte er Verständnis für deren Situation gezeigt: «Sie müssen ja auch irgendwo wohnen.» Seine Eltern hätten früher ebenfalls Kontakt mit Fahrenden gehabt, so Mangold. «Das ist eigentlich immer ohne Probleme gegangen.»
Die Fahrenden bleiben bis Ende September
Seit Sonntag sei auf dem Feld nichts Aussergewöhnliches passiert. «So wie es aussieht, bleiben die Fahrenden jetzt etwa bis Ende September», so Mangold.
Die Fahrenden hätten ihn inzwischen auch gefragt, ob bei ihm Arbeiten anstünden, etwa eine Dachsanierung oder neue Fenster: «Da habe ich dankend abgelehnt.»
Aktivier jetzt den Bern-Push!
Nur mit dem Bern-Push von 20 Minuten bekommst du die aktuellsten News aus der Region Bern, Freiburg, Solothurn und Wallis blitzschnell auf dein Handy geliefert.
So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Wähle hier die gewünschten Themen aus. Voilà!
Wir sind auch auf Instagram. Folg uns für Posts, Storys und Gewinnspiele aus der Region – und schick uns deine Bilder und Inputs: 20 Minuten Region Bern.

Flurin Pestalozzi (flu) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Korrespondent in Bern.
Deine Meinung zählt
Darum wurde das Kommentarfeld deaktiviert