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Ein Dichter wird 100 Was beim Ludwig-Harig-Jahr in Sulzbach geplant ist
Sulzbach · Der in Sulzbach geborene Schriftsteller Ludwig Harig hätte 2027 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass gibt es ein großes Programm mit Lesungen, Musik und weiteren Aktionen. Worauf sich Besucher freuen dürfen.
14.10.2026 , 20:00 Uhr
Ludwig Harig bei der Arbeit an seinem Schreibtisch in Sulzbach.
Foto: fine art
Ein Schriftsteller, ein runder Geburtstag und ein ganzes Jahr voller Veranstaltungen – die Stadt Sulzbach will 2027 ihren Ehrenbürger Ludwig Harig auf besondere Weise würdigen. Der am 18. Juli 1927 in Sulzbach geborene Autor wäre im kommenden Jahr 100 Jahre alt geworden. Unter dem Motto „Die Zukunft ist Harig“ sollen sein Leben und Werk mit Lesungen, Musik, Theater, Film und ungewöhnlichen Aktionen im Stadtleben in den Mittelpunkt gerückt werden.
Programm zu Ehren Ludwig Harigs: Höhepunkt im Juli
Viele Programmpunkte stehen bereits fest. Der Stadtrat hat die Bereitstellung von 35.000 Euro im Haushalt 2027 einstimmig beschlossen. Der Höhepunkt ist für das Geburtstagswochenende im Juli vorgesehen. Am Samstag, 17. Juli, wird in der Galerie der Aula eine Buchmesse veranstaltet, die Claus Kuhn organisiert. Verlage sollen sich dort präsentieren, während im Konferenzsaal Lesungen und Gesprächsrunden stattfinden. Am Sonntag, 18. Juli, Harigs 100. Geburtstag, folgt ein Festakt in der Aula. Anschließend soll der Harig-Preis an junge und professionelle Autoren verliehen werden.
Doch das Jubiläum soll sich nicht auf die beiden Tage beschränken. Selbst der Salz- und Kräutermarkt wird literarisch: Gemüse und Pflanzen, die in Harigs Texten vorkommen, sollen dort mit passenden Textzeilen ausgestellt werden. Bei thematischen Spaziergängen mit Wolfgang Willems können sich Interessierte im Laufe des Jahres auf Harigs Spuren begeben. Auch das Harig-Forum wird in das Programm einbezogen. Dort sind die Enthüllung eines Schildes, eine Lesung und musikalische Begleitung vorgesehen. Die Volkshochschule soll sich mit Kursen und Workshops beteiligen, etwa zu Poetry-Slams und kreativem Schreiben. Eine Filmmatinee mit einem Ludwig-Harig-Film und einem kleinen Abschlusskonzert ist ebenfalls geplant. Vom 3. bis 6. September steht außerdem ein Theaterfestival im Jubiläumskalender. Das Programm verbindet damit klassische Literaturveranstaltungen mit Angeboten, bei denen Besucher selbst kreativ werden können.
Harig schrieb Romane, Gedichte und Essays
Ludwig Harig wurde 1927 als Sohn eines Malermeisters in Sulzbach geboren. Er arbeitete zunächst als Lehrer, bevor er sich ganz der Literatur zuwandte. Als Schriftsteller experimentierte er mit Sprache, schrieb Hörspiele, Gedichte, Essays und Romane. In seinen autobiografisch geprägten Büchern setzte er sich auch kritisch mit seiner Jugend im Nationalsozialismus auseinander. Zu seinen bekannten Werken gehören „Ordnung ist das ganze Leben“, „Wehe dem, der aus der Reihe tanzt“ und „Wer mit den Wölfen heult, wird Wolf“. Harig war seiner Heimat eng verbunden und zugleich weit über das Saarland hinaus bekannt. Er übersetzte französische Literatur, liebte Sprachspiele und Humor und erhielt zahlreiche literarische Auszeichnungen. 2018 starb er im Alter von 90 Jahren in Sulzbach.
Konzert bereits im November
Sein Werk wird heute unter anderem von der Ludwig-Harig-Gesellschaft gepflegt, die ebenfalls Veranstaltungen für das Jubiläumsjahr vorbereitet. Einen ersten Vorgeschmack gibt es bereits in wenigen Wochen: Am Freitag, 13. November, um 19 Uhr, steht in der Aula Sulzbach das Konzert „Ludwig Harig – Texte, Lieder, Geschichten“ mit Hans Bollinger, Thomas Doll und Christoph Kleuser auf dem Programm. Die Veranstaltung wird von mehreren Partnern unterstützt, darunter die Stadt Sulzbach. Karten kosten im Vorverkauf zehn Euro zuzüglich Gebühr und sind bei der Sulzbacher Schreibwaren- und Buchhandlung Reiber erhältlich.
Das große Jubiläum beginnt damit zumindest kulturell schon vor dem eigentlichen Geburtstagsjahr. 2027 soll Harig dann nicht nur bei einem Festakt in Erinnerung gerufen werden, sondern an vielen Orten und bei ganz unterschiedlichen Gelegenheiten im Leben seiner Heimatstadt präsent sein. (sm/nlk)