Ein Punkt fürs Gemüt

Stand: 30.08.2026, 19:34 Uhr

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Michael Eberle, VfL Wildeshausen, Fußball

Torschütze und Vorbereiter: Wildeshausens Topscorer Michael Eberle erzielte den Anschlusstreffer selbst und lieferte den Assist zum Ausgleich. © Sven Marquart

Die erste Ernte ist eingefahren: Aufsteiger VfL Wildeshausen hat sich im Auswärtsspiel beim TV Dinklage nach einem 0:2-Halbzeitrückstand noch ein 2:2 erkämpft.

Wildeshausen – Dieser Punkt dürfte Balsam auf die geschundene Fußballseele des VfL Wildeshausen sein: Nach dem katastrophalen Saisonstart mit vier Niederlagen aus den ersten vier Begegnungen holte das Landesliga-Schlusslicht trotz des 0:2-Pausenrückstandes beim TV Dinklage noch ein 2:2. Es ist der erste Zähler für den Aufsteiger.

„In unserer Verfassung ist das natürlich positiv und gut für die Moral“, freute sich Marcel Bragula über den Teilerfolg. Dennoch sah der VfL-Coach „keinen Anlass, um überschwänglich zu werden und in Euphorie zu verfallen“. Denn auch im Jahnstadion hatte seine Crew wieder eine unerklärliche Schwächephase gezeigt.

Zunächst waren die Krandel-Kicker gut gestartet. Torraumszenen hatten auf beiden Seiten Seltenheitswert. „Und nach 25 Minuten bauen wir dann wieder Stück für Stück ab“, wunderte sich Bragula. Dinklage erhöhte den Druck, während die Wildeshauser nun in den Zweikämpfen zu spät kamen und den Ball nicht mehr behaupten konnten. Entlastung gab es kaum noch.

Zudem luden sie die Gastgeber förmlich zum Toreschießen ein. Durch ein unnötiges Foul verursachte VfL-Kapitän Christoph Stolle einen Freistoß, den Rami Kanjo aus gut 25 Metern zum 1:0 verwandelte (31.). Der Schuss war weder hart noch platziert. Aber VfL-Keeper Maximilian Mucker stand völlig falsch. „Das war ein dunkler Moment von Maxi, der ansonsten wieder ein vernünftiges Spiel gemacht hat“, meinte Bragula. Beim 2:0, das Theo Heimann nach einer Maßflanke von Dirk Averdam köpfte, war Mucker dann machtlos (38.). Dafür war Christopher Kant zu weit weg vom Torschützen.

„Die zweite Halbzeit war dann eine ganze Klasse besser. Da haben wir ein völlig anderes Gesicht gezeigt“, sagte Bragula. Vor allem Luke Berger und Ole Volkmer im Zentrum steigerten sich deutlich. Sowohl Berger (Knieprobleme) als auch Volkmer (Rippenprellung) waren angeschlagen in die Partie gegangen. Zudem zündeten die beiden Wildeshauser Wechsel: Divan Oynak und Tim Weitkuhn ersetzten Stolle und Jannik Stöver. Von Oynak kam auch das Zuspiel, das Michael Eberle zum 1:2 in die Maschen drosch (50.). Eberle bereitete kurz darauf dann das 2:2 durch Berger vor (57.).

So weit, so positiv. Allerdings versäumten es die Gäste, nachzulegen. „Auch wenn Dinklage immer gefährlich geblieben ist, müssen wir das 3:2 machen und das Spiel gewinnen“, unterstrich Bragula angesichts der drei 100-prozentigen Chancen von Oynak und Max Wichmann (2). Beide zielten jeweils daneben. Torjäger Wichmann agierte auch sonst eher unglücklich. Dagegen waren neben Berger und Volkmer auch Rechtsverteidiger Jamie Leuschner sowie die Innenverteidiger Finn Cordes und Onno Bolling Aktivposten aufseiten des VfL.

Bolling trug wie Jannes Pleus in Dinklage eine Fußverletzung davon. Beide drohen für das Heimspiel gegen den SC Melle 03 (Sonntag, 6. September, 15 Uhr) auszufallen. Eberle und Kant verpassen das Duell mit dem Tabellenzehnten urlaubsbedingt. Das Wildeshauser Lazarett werden bis dahin – wenn überhaupt – nur Dominik Soremba und Theis Altscher verlassen.

Stenogramm

TV Dinklage – VfL Wildeshausen 2:2 (2:0)

TV Dinklage: Rohe - Averdam, Nuxoll, Hollmeyer (62. Pille), Große Klönne (73. Lashkevych), Heimann (55. Bein), Kohorst, Orthaus, Blömer, Dödtmann, Kanjo (73. Hinxlage)

VfL Wildeshausen: Mucker - Bolling, Cordes, J. Stöver (46. Weitkuhn), Volkmer, Kant (77. Jannes Pleus), Eberle (90.+3 B. Tonn), Stolle (46. Oynak), Leuschner, Berger, Wichmann (89. J. Wehrenberg)

Tore: 1:0 (31.) Rami Kanjo, 2:0 (38.) Theo Heimann, 2:1 (50.) Michael Eberle, 2:2 (57.) Luke Berger

Schiedsrichter: Bennet von Deetzen (FC Rastede)