Dass Marius Gersbeck am Wochenende nach dem Pokalspiel von Hertha BSC beim 1. FC Saarbrücken die Trophäe für den „Man of the Match“ in Empfang nehmen durfte, ließ sich ohne größere Verrenkungen verargumentieren. Mit zwei parierten Bällen im Elfmeterschießen hatte der Torhüter des Berliner Fußball-Zweitligisten schließlich entscheidend zum Einzug in die zweite Runde beigetragen.
Hätte man allein die 120 Minuten vor der Entscheidung vom Punkt berücksichtigt, dann wäre Gersbeck mangels Beschäftigung wohl kaum in die engere Wahl gekommen. Anders als Deyovaisio Zeefuik, Herthas Linksverteidiger, der sich zunächst mit Abdenego Nankishi und später mit Kelsey Owusu etliche intensive Duelle geliefert und auch nach vorn einiges initiiert hatte.
In Saarbrücken traf Zeefuik zwar nur die Latte. Dafür hatte er in der Woche zuvor, beim 4:1 im Ligaspiel gegen den 1. FC Heidenheim, das zwischenzeitliche 3:0 erzielt. Was für Hertha mit drei Siegen aus den ersten drei Pflichtspielen im Allgemeinen gilt, gilt auch für Zeefuik im Besonderen: Es läuft. Aber damit ist – zumindest bei dem 28 Jahre alten Holländer – jetzt erst einmal Schluss.
In den kommenden beiden Ligaspielen – in Braunschweig und gegen Magdeburg – muss Herthas Trainer Stefan Leitl auf Zeefuik verzichten, der gegen Heidenheim für eine Tätlichkeit die Rote Karte gesehen hatte. Sein Ausfall trifft die Berliner auf einer neuralgischen Position. Hinten links sind sie ohnehin nicht allzu üppig besetzt. Aber das hat sich nun geändert.
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Bundesligaspiele hat Pedersen seit 2019 für den FC Augsburg bestritten.
Seitdem Michal Karbownik Hertha im Frühjahr verlassen hat, hat ein neuer Linksverteidiger ganz oben auf der Liste möglicher Neuverpflichtungen gestanden. Jetzt, acht Tage vor dem Ende der Transferperiode am 1. September, können die Berliner tatsächlich Vollzug vermelden. Der Däne Mads Pedersen vom Bundesligisten FC Augsburg wechselt nach Berlin. Er erhält bei Hertha einen Vertrag bis zum Saisonende – mit der Option auf eine weitere Spielzeit.
Nach dreizehn Abgängen in diesem Sommer ist Pedersen der dritte Neue für Hertha BSC. „Mads wird uns mit seiner Erfahrung und Mentalität weiterhelfen“, wird Sportdirektor Benjamin Weber in einer Mitteilung des Klubs zitiert.
Mads wird uns mit seiner Erfahrung und Mentalität weiterhelfen.
Herthas Sportdirektor Benjamin Weber
Trainer Leitl erhält für die Position in der Viererkette einen Spieler, den es bisher im Kader der Berliner nicht gab: eine Fachkraft mit Erfahrung nämlich. Selbst Zeefuik ist ja kein gelernter Linksverteidiger, sondern als Rechtsfuß eigentlich auf der rechten Seite zu Hause. In der Vorbereitung war Mayson Grothe sein Vertreter, ein erst 17 Jahre alter Nachwuchsspieler, für den der Profifußball offenbar noch eine Nummer zu groß ist. In keinem der bisherigen drei Pflichtspiele stand Grothe im Kader der Profis.
Im Idealfall kann Pedersen schon am Freitag gegen Eintracht Braunschweig den gesperrten Zeefuik ersetzen. Andernfalls müsste sich Leitl mit einer provisorischen Lösung begnügen und entweder Niklas Kolbe aus der Innenverteidigung auf die Außenposition verschieben oder Marton Dardai, der in dieser Saison lediglich zu drei Kurzeinsätzen als Einwechselspieler gekommen ist, als Linksverteidiger aufbieten.
Einmal stand er im Kader der Nationalmannschaft
Pedersen, der nächste Woche seinen 30. Geburtstag feiert, passt aus mehreren Gründen ins Beuteschema der Berliner. Da sein Vertrag in Augsburg nur noch bis zum Ende dieser Saison lief, ist er für Hertha für kleines Geld zu haben gewesen. Zudem verfügt er genauso wie die bisherigen beiden Verpflichtungen – die Leihspieler Oluwaseun Adewumi und Farid Alfa-Ruprecht – über eine stattliche Geschwindigkeit. Als Top-Speed wurden bei ihm knapp 35 Stundenkilometer gemessen.
Als Linksfuß interpretiert Pedersen die Rolle anders, als Zeefuik es tut. Der frühere dänische U-21-Nationalspieler sieht seine Stärken eher in der Offensive, will daher am liebsten den Ball am Fuß haben. Was er jedoch mit Zeefuik gemein hat, ist eine gute Mentalität auf dem Platz. Damit hat es Pedersen vor etwas mehr als vier Jahren sogar einmal in den Kader der dänischen A-Nationalmannschaft geschafft. Zum Einsatz ist er allerdings nicht gekommen.
Insgesamt sieben Jahre – inklusive einer halbjährigen Leihe zum FC Zürich – hat Pedersen beim FC Augsburg unter Vertrag gestanden. 115 Bundesligaspiele hat er für den Klub in dieser Zeit bestritten. Dass es nicht deutlich mehr sind, lag auch daran, dass er immer wieder von Verletzungen ausgebremst wurde.
Seitdem Pedersen im Dezember 2024 an der Leiste operiert worden ist, fand er beim FCA kaum noch Berücksichtigung. In den vergangenen anderthalb Jahren ist er nur noch neunmal in der Bundesliga zum Einsatz gekommen. In die Startelf schaffte er es lediglich einmal, Anfang dieses Jahres beim Auswärtsspiel der Augsburger in Mönchengladbach. Nach einer Stunde wurde Mads Pedersen wieder ausgewechselt.