Eine Woche vor Sachsen-Anhalt-Wahl: Merkel mit eindringlichem Demokratie-Appell – und Ansage zur AfD
Stand: 30.08.2026, 07:31 Uhr
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Altkanzlerin Angela Merkel schlägt eine Woche vor der Sachsen-Anhalt-Wahl Alarm: Sie ruft dazu auf, sich für die Demokratie einzusetzen.
Berlin – Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Altbundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufgerufen, für die Demokratie zu kämpfen. Bei einer Veranstaltung in Berlin sagte die CDU-Politikerin: „Ich glaube, wir müssen jetzt mal wieder, was wir viele Jahrzehnte nicht mussten, richtig für diese Demokratie kämpfen und uns einfach einsetzen und auch ein bisschen mutig sein (…) und sagen: ‚Das ist eine tolle Art zu leben.‘“ Anlass sind die starken Umfragewerte der AfD zur Sachsen-Anhalt-Wahl, bei der die Partei um die 40 Prozent liegt und auf eine Alleinregierung hofft.

Für die Demokratie kämpfen: Merkel mit Appell an die Deutschen vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Merkel betonte dabei, dass die Mehrheit der Deutschen die AfD nicht wähle. Zugleich räumte sie ein, dass die Partei längst kein ostdeutsches Phänomen mehr sei: „Sie ist ein gesamtdeutsches Phänomen geworden“, sagte sie bei den Berliner Festspielen am Samstag (29. August). Als Beleg verwies sie auf Zuwächse der AfD auch bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Mit Blick auf den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt kritisierte Merkel, die AfD habe es geschafft, „alle unsere Gespräche von morgens bis abends zu bestimmen“ – sodass man kaum noch wisse, wofür die anderen Parteien eigentlich stünden.
Mehrere Landesverbände der AfD werden von den Behörden als gesichert rechtsextrem eingestuft, darunter auch der in Sachsen-Anhalt. Gegen die Einstufung der Bundespartei als gesichert rechtsextreme Bestrebung hat die AfD geklagt. Eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren steht noch aus. Seit Wochen gibt es zudem Debatten über Inhalte und Umsetzbarkeit des AfD-Wahlprogramms für die Landtagswahl.
Umfrage zeigt: Mehrheit der Deutschen lehnen zentrale Forderungen aus AfD-Wahlprogramm ab
Trotz der von Merkel angesprochenen Zuwächse zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und n-tv, dass eine Mehrheit der Bundesbürger zentrale Forderungen aus dem AfD-Wahlprogramm ablehnt, wie der Spiegel berichtet. Besonders deutlich fiel die Ablehnung bei Aussagen zu ausländischen Fachkräften aus: Nur 17 Prozent stimmten der These zu, ausländische Ärzte seien wegen „Sprachschwierigkeiten“ und „anderer kultureller Herkunft“ oft kaum geeignet, deutsche Bürger richtig zu behandeln.
Auch schulpolitische Forderungen der AfD fanden in der Umfrage keine Mehrheit. Lediglich 24 Prozent sprachen sich dafür aus, dass Lehrkräfte bei Meinungsäußerungen von Schülern nicht mehr mit ihrer eigenen Meinung mitdiskutieren dürfen. 31 Prozent befürworteten zusätzliche Beschwerdemöglichkeiten für Eltern sowie Schülerinnen und Schüler. (Quelle: dpa/Spiegel) (sischr)