Einer zu giftig, andere zu harmlos: Die St. Pauli-Noten in Darmstadt

FC St. Pauli

St. Paulis Topstürmer Abdoulie Ceesay kam gegen Darmstadt nur selten in die gefährliche Zone.
Witters/JoergHalisch

Bei der Nullnummer in Darmstadt überzeugte der FC St. Pauli vor allem gegen den Ball und hatte in der Defensive seine besten Spieler. Vorne fehlte Durchschlagskraft. 

Auswärts bleiben die Kiezkicker in dieser Saison trotz Überlegenheit weiter ohne Sieg und diesmal ohne Tor, aber eben auch ohne Niederlage. Beides schlägt sich in den Noten nieder. 

Voll: Von Beginn an hellwach und bei hohen Bällen zur Stelle, aber so gut wie gar nicht geprüft. Um genau zu sein: St. Paulis Keeper wurde zu keiner richtigen Parade gezwungen, konnte sich kaum auszeichnen, was man ihm nicht vorwerfen kann. Das dritte Saisonspiel ohne Gegentor dürfte ihn freuen.  Note 3

Nemeth: Der Kapitän war oft zur Stelle, wenn es mal brannte und klärte zumeist souverän. Hatte einige ganz wichtige Aktionen. Sehr stabil.  Note 2

Eric Smith als starker Abwehrchef und Taktgeber

Smith: Vom Sky-Kommentator bei einem Versprecher als „wohl bester Aufbauspieler der Welt“ bezeichnet in der Korrektur dann „der Liga“, was der Schwede dann auch mal wieder zeigte und wie so oft auch ins Mittelfeld vorrückte. Abwehrchef und Taktgeber in einem, auch wenn die entscheidenden Aktionen fehlten.  Note 2

Ritzka: Einmal mehr ein richtig starker Auftritt des Linksfußes, der sich in den vergangenen Spielen vom zuverlässigen Backup zum Leistungsträger entwickelt hat. Klärte in höchster Not gegen den einschussbereiten Richter (35.), der ihn nach der Pause allerdings auch einmal so richtig austanzte. Es war die Ausnahme.  Note 2

Pyrka: Seine beste Aktion, war das entscheidende Stören von Smit bei der besten Darmstädter Chance in Halbzeit eins (6.). Lieferte sich ein heißes Duell der Turbos mit Ex-Kiezkicker Weißhaupt, war voll gefordert und sah nach einem Foul in Strafraumnähe schon sehr früh Gelb (7.). War auch in der Folge etwas zu giftig unterwegs. Muss cleverer sein. Wurde möglicherweise auch deshalb ausgewechselt, weil ein Platzverweis drohte.     Note 4

Pyrka und Dzwigala haben Probleme mit Turbo Weißhaupt

46.Dzwigala: Auch der Routinier hatte mit Weißhaupt einige Probleme, war nach einem taktischen Foul am Flügelflitzer auch recht früh mit Gelb belastet (65.) und hatte ein ums andere Mal Probleme, ihm zu folgen. Gewann aber auch wichtige Duelle. Note 4   

Fujita: Die Intensität in Person. Sehr griffig und enorm stark in der Behauptung und Eroberung von Bällen. Immer wieder mit gefährlichen Offensivaktionen wie seinem sehenswerten Solo, bei dem er nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. An seinem Abschluss aus der zweiten Reihe und dem letzten Pass muss er noch arbeiten.     Note 2

Rasmussen: Nach eigentlich gutem Beginn verlor der Norweger mehr und mehr die Linie, leistete sich zudem auch einige Fehlpässe im Mittelfeld, die dem Gegner gefährliche Umschaltsituationen bescherten.    Note 4,5

Rasmussen fällt ab, Klein kommt nicht richtig rein

46.Klein: Schmerzhafter Einstand mit dem krachenden Kopfball-Duell gegen Pfeiffer (48.), brauchte dann etwas, um ins Spiel zu finden. Er brachte jedoch ins Spiel, was St. Pauli nötig hatte: mehr Kopfballstärke. Im Passspiel manchmal zu ungenau. Note 4  

Oppie: Hatte defensiv gut zu tun und lieferte sich mit Ex-HSV-Profi Mikelbrencis einige heiße Zweikämpfe. Im Vorwärtsgang diesmal nicht so auffällig, aber unermüdlich.    Note 3

Metcalfe: Nach einem sehr schwungvollen Beginn tauchte der Australier aus unerklärlichen Gründen zu sehr ab. Erst in der Schlussviertelstunde ergriff er wieder mehr die Initiative, versuchte es zumeist mit Distanzschüssen. Es mangelte an Pässen, mit denen er Nebenleuten in Szene setzte, was auf seiner Position wichtig wäre. Note 4

84.Hrgota: Fügte sich besser ein als bei seinen Einwechslungen in den vergangenen beiden Spielen, aber konnte in den rund zehn Minuten nicht mehr viel bewegen. –

Stürmer Niang und Ceesay zu selten richtig gefährlich

Niang: Nach seinem schwachen Auftritt in Hannover verbessert. Sehr engagierter Auftritt, wobei er an seiner Ballverarbeitung im Strafraum arbeiten muss. Es dauerte eindeutig zu oft zu lange bis zum Abschluss, und er entschärfte dadurch selbst potenzielle Großchancen. Deshalb zu harmlos. Hatte nach der Pause keine gefährliche Szenen mehr.    Note 4

67.Hara: Machte es nicht schlecht, hätte aber mehr aus einigen Szenen machen können. –

Ceesay: Arbeitete viel außerhalb des Strafraums, wurde auch deshalb im Sechzehner kaum gefährlich und hatte keinen Abschluss. War nach einem nickligen Zweikampf mit Petretta (wie auch sein Gegenspieler) früh mit Gelb verwarnt, was zur Auswechslung beigetragen haben könnte. Vielleicht war es auch die mangelnde Torgefahr. Kein schlechtes, aber eines seiner schlechteren Saisonspiele. Note 4

46.Kaars: Bis auf seine sehenswerte Einzelleistung im gegnerischen Strafraum gegen mehrere Darmstädter gelang ihm nicht allzu viel, auch wenn es an Engagement nicht mangelte. Er wurde auch selten in Szene gesetzt. Für eine Bewerbung um mehr Spielzeit hätte es mehr sein müssen. Note 4

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