Palantir testet beim Einstellungsgespräch, wie Entwickler damit umgehen, dass ihre Software Menschen tötet. Wer das Unternehmen verlässt, muss schweigen.
Ein Softwareentwickler ist bei seinem Einstellungsgespräch bei Palantir gefragt worden, wie er sich fühlen würde, wenn Software, an der er "arbeitet, jemanden tötet". Das berichtet ein Entwickler im Podcast Wild Wild Web(öffnet im neuen Fenster) des Bayrischen Rundfunks mit dem Titel Inside Palantir. Der Podcast ist ab dem 31. Juli 2026 verfügbar. In dem umstrittenen Unternehmen müssen scheidende Beschäftigte unterschreiben, dass sie kein kritisches Wort über Palantir sagen werden.
Palantir-Software ist bei den größten Konflikten unserer Zeit im Einsatz: bei den Kriegen Israels im Nahen Osten, aber auch bei den Massenverhaftungen durch ICE in den USA. Auch deutsche Polizeibehörden setzen darauf.
Palantir liefert die Infrastruktur und Datenanalyse über die Plattformen AIP und Gotham, mit denen die israelischen Streitkräfte (IDF) ihre Operationen planen. Palantirs Software führt Mobilfunkdaten, Social-Media-Beiträge, Drohnen- und Satellitenbilder zusammen.
Die Israel Defense Forces (IDF) nutzen eigene, hochgradig umstrittene KI-Zielerfassungssysteme wie The Gospel (Habsora) oder Lavender für die Bombardierung von Wohnhäusern von vermeintlichen Hamas-Mitgliedern. Palantirs Software dient als unverzichtbares Daten-Mining-Werkzeug im Hintergrund.
Palantir-Chef bedauert Zerschlagung des Hitler-Faschismus und wertet Kulturen ab
In einem bizarren Beitrag auf X hat Palantir den Inhalt des Buchs The Technological Republic seines Chief Executive Officers Alex Karp zusammenfasst. Darin heißt es, dass die "Entschärfung" Hitler-Deutschlands eine "Überkorrektur" gewesen sei, "für die Europa nun einen hohen Preis zahlt".
"Bestimmte Kulturen" hätten sich als "rückschrittlich und schädlich" erwiesen, heißt es. Kritikern zufolge(öffnet im neuen Fenster) steckt dahinter das Konzept von der Überlegenheit der weißen Rasse (White Supremacy(öffnet im neuen Fenster)).
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