Eintracht Deutschland: Krösche-Plan geht immer mehr auf
Stand: 09.10.2026, 08:05 Uhr
Eintracht Frankfurt stellt immer mehr deutsche Nationalspieler. Diese Entwicklung wurde von Sportvorstand Markus Krösche bewusst eingeleitet.
Frankfurt – Eintracht Frankfurt stand während einer Länderspielpause selten so sehr im Fokus der deutschen Öffentlichkeit. Es gab viele Jahre, da stellte der Klub kaum deutsche Nationalspieler – weder im Bereich der U-21- noch der A‑Nationalmannschaft. Im Herbst 2026 hat sich die Situation anders gestaltet. Younes Ebnoutalib und Jonathan Burkardt standen am zweiten Spieltag der Nations League im Duell gegen Griechenland (0:1) gemeinsam auf dem Feld.

Torhüter Noah Atubolu wurde ebenfalls von Bundestrainer Jürgen Klopp eingeladen, wenngleich er nicht zum Einsatz kam. Und bei der U21 feierten am Dienstagabend in Bielefeld gegen Georgien (2:0) die drei Eintracht-Spieler Noel Aseko, Elias Baum und Nnamdi Collins die Qualifikation für die Europameisterschaft. Sechs Akteure bei den beiden höchsten Nationalteams des DFB? Das war ein historisches Ereignis für den Traditionsverein.
Krösche hatte seinen Plan bereits vor zwei Jahren enthüllt
Zufall ist das nicht. Sportvorstand Markus Krösche hatte im exklusiven Gespräch mit Absolut Fussball bereits im Juni 2024 erklärt: „Wir achten bei der Kaderzusammenstellung auf die richtige Balance. Deutschsprachige Spieler sind für unsere Struktur wichtig, denn sie geben vor allem jungen Spielern aus dem Ausland eine gewisse Stabilität.“ Es müsse allerdings wirtschaftlich und qualitativ passen. Bereits vor über zwei Jahren hatte Krösche somit die Richtung vorgegeben.
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Beim Duell der Eintracht gegen den SC Freiburg am vierten Spieltag standen mit Aseko, Atubolu, Baum, Burkardt, Ebnoutalib und Robin Koch sechs deutsche Profis auf dem Platz. Später wurden noch Collins, Mario Götze und Ansgar Knauff eingewechselt, Jeremiaha Maluze verpasste die Begegnung verletzungsbedingt und Jens Grahl stand nicht im Kader.
Elf deutsche Akteure stehen im Kader der Eintracht. Grahl und Maluze sind die einzigen Eintracht-Profis, die bislang weder für die U-21- noch für die A-Nationalmannschaft gespielt haben. Das ist eine bemerkenswerte Quote. Der FC Bayern München hat zehn deutsche Spieler im Kader, der VfB Stuttgart überragt mit 17 Spielern.
Der Weg ins DFB-Team ist natürlich etwas kürzer geworden. Hütter stellte fest: „Man muss mit der Zeit gehen. Vor 20 oder 30 Jahren musstest du ein Jahr gut spielen, bis du nominiert wurdest. Heute geht es stärker um das Potenzial eines Spielers.“ Lothar Matthäus hatte 41 Pflichtspiele in Bundesliga, DFB-Pokal und Uefa-Cup benötigt, bis er erstmals von Jupp Derwall nominiert und eingesetzt wurde.
Ein Profi dieser Qualität wäre heutzutage wohl deutlich schneller beim Bundestrainer auf dem Zettel. Dabei wurde Matthäus damals schon im sehr jungen Alter von 19 Jahren nominiert. Mit diesem Tempo hätte Matthäus heute wohl schon mit 16 in der Bundesliga debütiert – und wäre kurz darauf bei Klopp gelandet. Die Zeiten haben sich wohl definitiv verändert.
Deutsche Spieler erleichtern die Integration
Das alles soll die gute Arbeit der Eintracht in diesem Bereich nicht schmälern. Die Integration verläuft schneller, wenn man sich dann auch bei der Nationalmannschaft weiter kennenlernt. Der ausländische Markt wird für Krösche auch in Zukunft interessant bleiben. Doch für die Frankfurter hat es eine große Bedeutung, wenn sie eine attraktive Adresse für deutsche Spieler ist.
Wer zur Eintracht kommt, hat Jahr für Jahr die Chance, ins internationale Geschäft einzuziehen. Inzwischen besteht die Möglichkeit, dass es einen Anruf des Bundestrainers gibt. Und wer sich schneller als der Verein entwickelt, der kann für eine hohe Ablöse den Sprung zu europäischen Topmannschaften packen.
Nathaniel Brown dient dabei als Paradebeispiel. Er kam 2024 für den Sockelbetrag von drei Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg. Nach kurzen Startschwierigkeiten wurde er schnell stärker – und ist nun der teuerste Transfer, der jemals zwischen zwei Bundesligisten getätigt wurde. Der FC Bayern ließ sich Brown im Gesamtpaket 55 Millionen Euro kosten. Auch das ist ein Signal von der Eintracht an die Konkurrenz. Und eine Bestätigung für Krösche, verstärkt auf deutsche Spieler gesetzt zu haben.