Eintracht-Vorstand Hellmann verteidigt Transferstrategie
Stand: 12.07.2026, 14:21 Uhr
Eintracht Frankfurt setzt seit Jahren auf den Verkauf von Top-Talenten. Diese Strategie hat Axel Hellmann verteidigt.
Frankfurt – Randal Kolo Muani Ekitiké, Omar Marmoush, Luka Jović: Eintracht Frankfurt hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Talente gefunden und sie gewinnbringend verkauft. Es ist mittlerweile zu einem Modell der Adler geworden, die damit erfolgreich fahren und in den vergangenen Jahren so regelmäßig im europäischen Geschäft zu finden waren.

Der Kritik an diesem Modell ist Axel Hellmann nun entschieden entgegengetreten. „Das halte ich für das einzig gangbare und richtige Modell für einen Klub unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“, verteidigt der Vorstandssprecher gegenüber der FAZ die Strategie, Talente derart weiterzuentwickeln, dass sie „zu einem guten Kurs in den Markt“ kommen können.
Voller Fokus auf Talente: Hellmann verteidigt SGE-Strategie
Das jüngste Beispiel für diesen Weg ist Nathaniel Brown, der für 50 Millionen Euro zum FC Bayern gewechselt ist. „Wir haben ihm den Rahmen, die Begleitung und die Führung gegeben, zwei, drei Entwicklungssprünge in kürzester Zeit zu machen. Damit hat er sich für einen der größten Klubs der Welt empfohlen und wäre aus vielen Gründen jetzt nicht mehr zu halten gewesen“, schildert Hellmann.
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So steht die SGE deutlich besser da als noch vor zehn Jahren, als Fredi Bobic und Hellmann diese Strategie implementiert haben. Dabei macht Letzterer jedoch deutlich, dass die Rechnereien in den Medien nicht immer korrekt sind: „Verschiedene, teilweise spekulierte Transfererlöse zusammenzuzählen und die verschiedenen, teilweise spekulierten Transferaufwendungen davon abzuziehen, ist oft Stammtischrechnerei. In der Realität ist das komplexer.“
Für ihn ist vor allem eines entscheidend. „Unabhängig davon, ob wir ein Geschäftsjahr mit einem Rekordumsatz abschließen, mit einem Gewinn oder Verlust, ist es wichtig sicherzustellen, dass wir genügend Werte auf dem Platz haben, die das Volumen unserer Investitionsfinanzierung deutlich übersteigen. Da habe ich keine Sorgen“, so der 54-Jährige.
Daher setzt der Klub auch nicht nur auf einzelne Top-Talente, sondern auf mehrere Spieler. „Schauen Sie sich unseren Kader an und die Transfers, die wir machen: Da sehen Sie die ganze Bandbreite“, betont Hellmann und ergänzt, „uns ist wohl bewusst, dass der Faktor Mensch eine Rolle spielt. Elye Wahi zum Beispiel: Bei uns lief es für ihn nicht gut, in Frankreich hat er im letzten halben Jahr die Liga zusammengeschossen.“
Dabei verweist er auf die Erfolge aus der Vergangenheit. „Im Übrigen haben wir in den letzten fünf Jahren kumuliert einen Gewinn gemacht, bei gleichzeitiger viermaliger Qualifikation für europäische Wettbewerbe. Das zeigt doch, dass unser Modell wirtschaftlich und sportlich funktioniert“, bekräftigt er.
Doch abseits dieser Strategie will die Eintracht noch mehr Einnahmequellen generieren. „Das ist zum Beispiel der Betrieb des Stadions, die Eigenvermarktung aller Klubrechte und die Tochtergesellschaften mit Schwerpunkt Digitalisierung, Medienproduktion und Events“, nennt er weitere Felder, in denen die Hessen fleißig investieren. (smu)