„An Lächerlichkeit nicht zu überbieten“: Entscheidung um Elversberg-Trainer für Bayern-Kracher gefallen

Elversberg-Trainer bleibt trotz Protest gegen FC Bayern gesperrt

Stand: 07.09.2026, 22:15 Uhr

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Die SV Elversberg kämpfte vor dem Kracher-Duell gegen den FC Bayern um Cheftrainer Vinzent Wagner. Doch die Sperre bleibt bestehen.

München/Elversberg – Die SV Elversberg sorgt als Bundesliga-Aufsteiger weiter für mächtig Aufsehen. Nach zwei Siegen gegen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach wartet am Sonntag der FC Bayern. Der Neuling hat sich damit früh in den Vordergrund gespielt. Ausgerechnet im Duell mit dem Rekordmeister muss die SVE nun aber eine bittere Entscheidung des DFB hinnehmen.

Schiedsrichter Martin Petersen (r.) zeigte Elversberg-Trainer Vincent Wagner gegen Gladbach die Gelb-Rote Karte.

Schiedsrichter Martin Petersen (r.) zeigte Elversberg-Trainer Vincent Wagner gegen Gladbach die Gelb-Rote Karte. © picture alliance/dpa | David Inderlied

Das DFB-Sportgericht hat den Einspruch der SV Elversberg gegen die Gelb-Rote Karte für Trainer Vincent Wagner zurückgewiesen. Der 40-Jährige bleibt für eine Partie gesperrt und darf beim Heimspiel gegen den FC Bayern am Sonntag nicht auf der Bank sitzen. Elversberg hatte die Entscheidung angefochten, doch das Sportgericht sah keinen Grund, die automatische Sperre aufzuheben.

Bayern-Gegner Elversberg im Pech: Trainer Wagner bleibt gesperrt

Zur Begründung verwies das Sportgericht auf die DFB-Rechts- und Verfahrensordnung. Es gebe keine Anhaltspunkte für einen offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters. Nach Einschätzung des Gremiums bestätigten auch die Fernsehbilder die Darstellung von Martin Petersen. Der Unparteiische sah deshalb eine Tatsachenentscheidung, an die das Sportgericht grundsätzlich gebunden sei.

Wagner war beim sensationellen 4:3-Sieg der Elversberger bei Borussia Mönchengladbach am vergangenen Samstag des Feldes verwiesen worden. Nach Angaben des Schiedsrichters betrat der Coach zunächst den Rasen und sah dafür Gelb. In der Halbzeitpause ging Wagner erneut in Richtung des Unparteiischen, worauf Petersen vor dem Kabinengang die zweite Verwarnung und damit Gelb-Rot zeigte.

Der Trainer selbst hatte die Entscheidung mit Unverständnis aufgenommen. Wagner betonte, er habe weder gemeckert noch den Schiedsrichter angegriffen, und sprach von einer „Dreifachbestrafung“. Auch DFB-Schiedsrichterchef Knut Kircher bewertete die Szene kritisch. Im Nachgang habe es Möglichkeiten gegeben, die Gelb-Rote Karte zu vermeiden, sagte er im „Doppelpass“.

Unterstützung erhielt Wagner sogar vom FC Bayern. FCB-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen brachte im „Doppelpass“ eine ungewöhnliche Lösung ins Gespräch: Für das nächste Spiel könne man auf Sperren verzichten, wenn dies alle ähnlich sähen. Lothar Matthäus kritisierte die Entscheidung in seiner Sky-Kolumne ebenfalls scharf als „an Lächerlichkeit nicht zu überbieten“ und forderte mehr Fingerspitzengefühl im Umgang mit dem Elversberg-Trainer.

Ob Wagner noch eine weitere Instanz anruft, ist offen: Gegen die Entscheidung kann Elversberg binnen 24 Stunden erneut Einspruch einlegen. Zunächst aber muss das Trainerteam die Vorbereitung auf das Bayern-Spiel ohne seinen Chefcoach organisieren. Die Partie steigt am Sonntag (13. September) um 17:30 Uhr. Elversberg will den starken Start bestätigen, Bayern nach dem Remis gegen Schalke wieder in die Erfolgsspur finden. (LuHa)