Eminem-Mitarbeiter gesteht Verkauf unveröffentlichter Songs – bis zu fünf Jahre Haft
Stand: 23.10.2026, 14:16 Uhr

Dem Angeklagten droht wegen Urheberrechtsverletzung eine jahrelange Haftstrafe und die Behörden beziffern den finanziellen Schaden auf hohe Summen.
Washington – Ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Rappers Eminem hat sich vor einem Bundesgericht der vorsätzlichen Urheberrechtsverletzung schuldig bekannt. Wie das US-Branchenblatt The Hollywood Reporter berichtete, gestand der Angeklagte Joseph Strange den illegalen Kopiervorgang und den Weiterverkauf von bisher unveröffentlichten Musikstücken des Künstlers. Dem 48-jährigen Mann droht bei der anstehenden Urteilsverkündung eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren sowie eine hohe Schadensersatzforderung der Justizbehörden.
Die Staatsanwaltschaft betonte nach der Verhandlung, dass der Angeklagte seine Vertrauensstellung im Studio missbraucht habe, um sich an dem geistigen Eigentum des Musikers zu bereichern. Die Ermittlungen der Bundesbehörde FBI zu den Hintergründen des Vorfalls dauern weiterhin an.
Jahrelange Zusammenarbeit und der Zugriff auf geschützte Festplatten
Der Beschuldigte war über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt für den Künstler tätig und richtete unter anderem die Computersysteme im Tonstudio ein. Das brasilianische Nachrichtenportal G1 berichtete, dass der Mann dadurch Zugriff auf passwortgeschützte Festplatten mit neuem Material erhielt und mindestens zehn Songs kopierte.
Die entwendeten Audiodateien wurden anschließend im Internet für etwa 50.000 Dollar (ca. 44.700 Euro) verkauft und landeten später auf öffentlichen Streaming-Plattformen. Bis Ende 2025 wurden die Titel mehr als 8 Millionen Mal abgerufen, wodurch ein geschätzter Urheberrechtsschaden von mindestens 750.000 Dollar (ca. 670.000 Euro) entstand.
Durchsuchung der Wohnräume und die Reaktionen der Verteidigung
Die Ermittlungen der Behörden begannen Anfang 2025, nachdem Studiomitarbeiter das Auftauchen der unveröffentlichten Titel im Internet bemerkten und die Bundesbehörden verständigten. Die mexikanische Tageszeitung El Universal berichtete, dass der Angeklagte zu einem Kreis von vier Mitarbeitern gehörte, die Zugang zu den entsprechenden Datenträgern im Studio hatten.
Bei einer anschließenden Durchsuchung der Wohnräume des Verdächtigen stellten die Ermittler Festplatten mit Kopien der Musikstücke sowie Liedtexte sicher. Die Verteidigung des Angeklagten erklärte nach dem Schuldbekenntnis, dass ihr Mandant tiefes Bedauern über die Auswirkungen des Verfahrens auf seine Familie empfinde. (Redaktion)