"Wichtiger strategischer Partner"
Emirate wollen Milliarden in Deutschland investieren
Von dpa, reuters
Aktualisiert am 10.09.2026 - 20:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate ist auf Tour durch Deutschland. Der Golfstaat will massiv investieren.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland ausbauen und zusätzlich 40 Milliarden Euro investieren. Dies gaben VAE-Präsident Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan und Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag anlässlich des ersten Staatsbesuchs eines emiratischen Präsidenten in Berlin bekannt.
Der Industrieminister des Golfstaates, Sultan Ahmed al-Dschaber, hatte die Pläne angekündigt. Die Mittel sollen in die Stärkung der Energieversorgung und der Lieferketten fließen und kommen zu dem bisherigen finanziellen Engagement in Höhe von 34 Milliarden Euro hinzu. "Deutschland ist seit Jahrzehnten ein wichtiger strategischer und wirtschaftlicher Partner", sagte al-Dschaber.
VAE wollen in Rechenzentren investieren
Das neue Investitionspaket zielt einer gemeinsamen Erklärung beider Regierungen zufolge auf die digitale Infrastruktur ab. Geplant sei der Bau hochmoderner Rechenzentren mit einer Kapazität von rund einem Gigawatt, hieß es. Zudem unterzeichneten Unternehmen beider Länder 29 Absichtserklärungen und Abkommen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 9,36 Milliarden Euro.
Um die Zusammenarbeit in Bereichen wie Verteidigung, Handel, Energie und Künstlicher Intelligenz (KI) dauerhaft zu vertiefen, vereinbarten Merz und der VAE-Präsident die Aufnahme eines strategischen Dialogs. Die Kooperation bei Flüssigerdgas (LNG), erneuerbaren Energien und Wasserstoff soll ebenfalls ausgebaut werden. Deutschland gewährt den VAE zusätzliche Verkehrsrechte im Flugverkehr.
Kritik an deutscher Zusammenarbeit mit den VAE
Neben wirtschaftlichen Themen nahm die Sicherheitspolitik breiten Raum ein. Beide Seiten verurteilten iranische Angriffe auf die VAE und andere Staaten der Region sowie auf zivile Infrastruktur aufs Schärfste. Sie warfen der Islamischen Republik zudem eine faktische Schließung der Straße von Hormus vor und forderten ein Ende der Bedrohung der Handelsschifffahrt.
Auch der russische Krieg gegen die Ukraine war Thema der Gespräche. Deutschland dankte den VAE für die Vermittlung beim Gefangenenaustausch zwischen Kiew und Moskau. Seit Kriegsbeginn seien auf diesem Weg fast 8.000 Kriegsgefangene freigekommen. Für den Winter vereinbarten Berlin und Abu Dhabi gemeinsame humanitäre Hilfe für die ukrainische Bevölkerung, die sich auf dezentrale Infrastruktur und Ernährungssicherheit konzentrieren soll. Der VAE-Präsident beendet seinen Besuch am Freitag.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker kritisiert die Zusammenarbeit Deutschlands mit den Emiraten, da der Staat aus Sicht der Organisation den Völkermord und andere Verbrechen paramilitärischer Truppen im Sudan finanziell und militärisch unterstützt. Nur durch die massive Unterstützung der Emirate könne der Krieg mit größter Gewalt gegen die Zivilgesellschaft geführt werden.