Die Gedenkveranstaltung für die Opfer des islamistisch motivierten Anschlags auf dem Berliner Christopher Street Day (CSD) ist von einem skandalösen Auftritt überschattet worden. Eine als Rednerin geladene Künstlerin sorgte am Sonntag am Brandenburger Tor auf der Trauerfeier mit einer Aussage für Entsetzen, die weniger der Trauer als vielmehr der Spaltung diente. Nach Recherchen dieser Redaktion handelt es sich bei der Rednerin um die Berliner Sängerin Nyya.
Die Künstlerin schilderte vor den Trauernden, wie sie nach Bekanntwerden der Tat gehofft habe, der Attentäter sei „kein Kanake“, sondern „eine christliche, weiße Person“ gewesen. Als sich dies als Irrtum herausstellte, zeigte sie sich enttäuscht.
Aussage der Sängerin geht viral
Die Äußerungen der Künstlerin spalten die ohnehin erschütterte Community. Den Tod der Frau kommentierte die Sängerin nicht und machte stattdessen die Herkunft des Täters zu einem zentralen Punkt ihrer Rede. Während die meisten Reden bei der Gedenkveranstaltung von Zusammenhalt und Trauer geprägt waren, sorgte dieser Auftritt für Kopfschütteln und Empörung in den sozialen Medien. Er erlangte eine riesige Reichweite. Der eigentliche Anlass – das Gedenken an das Opfer und die Unterstützung der Verletzten – drohte durch solche als provokativ geltende Wortmeldungen in den Hintergrund zu treten.
Berlin befindet sich auch nach dem Anschlag im Schockzustand: Am Samstagabend war der Täter mit einem Transporter in eine Menschenmenge gefahren und hatte eine Frau getötet sowie zahlreiche Menschen zum Teil schwer verletzt. Der Täter wurde am Sonntagabend von Spezialkräften der Polizei in Berlin gestellt und beim Zugriff getötet. Bei dem Attentäter handelt es sich um den 21-jährigen deutschen Staatsbürger libanesischer Abstammung Abdul Ballout, der der islamistischen Szene zugerechnet wird und nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden Verbindungen zum sogenannten Islamischen Staat (IS) gehabt haben soll.
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