England-Star Bellingham zofft sich im WM-Halbfinale heftig mit Messi
Stand: 16.07.2026, 19:29 Uhr
Im hitzigen WM-Halbfinale zwischen England und Argentinien liefert sich Jude Bellingham ein Wortgefecht mit Lionel Messi. Am Ende reicht seine starke Bilanz für England nicht zum Finaleinzug.
Atlanta – Wie schon vor vier Jahren in Katar, steht Argentinien 2026 erneut im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft. Der Titelverteidiger setzte sich in einem hart umkämpften Halbfinale gegen England trotz Rückstand noch mit 2:1 durch – einer Partie, die eher wenige sportliche Highlights und dafür umso mehr Nickligkeiten und Rudelbildungen von den Akteuren beider Parteien bereithielt. So standen kurz vor der Pause auch zwei Weltstars im Mittelpunkt.

Jude Bellingham und Lionel Messi gerieten am Mittelkreis aneinander, nachdem der Schiedsrichter ein Foul zugunsten Argentiniens gepfiffen hatte. Die beiden warfen sich mehrere Sprüche entgegen und gestikulierten heftig – augenscheinlich provozierte der Engländer den Argentinier, der sich darauf in Rage redete.
Emotionaler Bellingham fällt im WM-Halbfinale mit verbaler und physischer Attacke auf
Im anschließenden Interview spielte Bellingham die gegenseitigen Spitzen betont herunter: „Es war nichts Schlimmes. Ich bin mir sicher, dass alle das Thema aufbauschen werden, aber es war wirklich nichts“, war sich der Engländer über den Wirbel um die strittige Szene in der Öffentlichkeit bewusst. Beide Superstars hätten schlicht darüber gestritten, welches Foul zuvor eigentlich hätte geahndet werden müssen.
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Während der Profi von Real Madrid forderte, man sollte diese Situation nicht überbewerten, könnte eine weitere Auseinandersetzung unmittelbar nach dem Abpfiff, als sich zu seiner womöglichen verbalen Attacke noch eine handgreifliche Verfehlung dazugesellte, für ihn noch ein böses Nachspiel haben. Was Bellingham genau zu Messi sagte, lässt sich nicht final auflösen – in jedem Fall aber bringen die beiden Vorfälle seine temperamentvolle Art in einem sportlich bemerkenswerten Turnier zum Vorschein.
Mit sechs Toren führt der Mittelfeldspieler gemeinsam mit Rekordmann Harry Kane die englische Torschützenliste an und sicherte den Three Lions maßgeblich das Erreichen des Halbfinals. Schon im Viertelfinale gegen Norwegen hatte er mit einem Doppelpack geglänzt. Danach ließ er aber auch mit Aussagen aufhorchen, die als Spitze gegen Trainer Thomas Tuchel gedeutet wurden: Dieser hatte seiner Mannschaft technische Nachlässigkeit vorgeworfen, Bellingham konterte öffentlich.
Auf der anderen Seite stand WM-Rekordtorschütze Lionel Messi, der vor seinem vermutlich letzten Spiel auf der größten internationalen Bühne 21 Endrundentreffer vorzuweisen hat. Im Halbfinale blieb der 39-Jährige zwar ohne eigenes Tor, bereitete aber beide argentinischen Treffer zum 2:1-Endstand vor und wurde so einmal mehr zum Unterschiedsspieler.
Aufgeheizt war die Stimmung bereits vor dem Anpfiff in Atlanta: Argentinische Fans übertönten die englische Hymne mit lautstarkem Gesang und vereinzelten Pfiffen, ehe sich die englischen Anhänger bei der argentinischen Hymne revanchierten. Die Rivalität zwischen beiden Nationen reicht bis zum Falklandkrieg von 1982 zurück und sorgt bei jedem Aufeinandertreffen für zusätzliche Brisanz – auch an diesem Abend sendeten die Argentinier eine politische Botschaft und müssen dafür Konsequenzen seitens der FIFA befürchten.
Argentinien greift erneut nach der WM-Krone – England spielt gegen Frankreich um Platz drei
Im Duell Bellingham gegen Messi zeigte sich der Engländer nach der Partie dennoch versöhnlich und zollte Messi ausdrücklich Respekt: „Natürlich gehöre ich zur Verliererseite, was sehr wehtut, aber es ist ein Privileg, gegen einen der Besten zu spielen“, erklärte der 23-Jährige. Zugleich sprach er offen von seiner „herzzerreißenden“ Enttäuschung über das knapp verpasste Finale und die damit vertane Chance, England nach 60 titellosen Jahren zurück an die Weltspitze zu führen.
Im Spiel um Platz drei können sich die Three Lions um Führungsspieler Bellingham gegen Frankreich noch erhobenen Hauptes aus dem Turnier verabschieden. Die argentinische Mannschaft hingegen möchte sich und ihrer lebenden Legende Messi im Endspiel gegen Spanien mit der zweiten Titelkrönung in Folge ein ewiges Denkmal setzen. (fn)