Ermittlungen gegen Polizisten nach Pyro-Krawallen im DFB-Pokal
Stand: 08.09.2026, 14:00 Uhr
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Gleiches mit Gleichem? Auch ein Polizist steht nach den Krawallen im DFB-Pokal zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern im Fokus.
Mannheim – Raketen in den Familienblock und ein versuchter Platzsturm. Das war die Bilanz des DFB-Pokalspiels zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern. So geht zumindest ein Teil der Geschichte. Ein anderer Teil betrifft das Verhalten der Polizei, und eines Polizisten im Speziellen. Gegen diesen wurden nun Ermittlungen eingeleitet.

Nachdem bereits mehrere Medien über den Fall berichteten, bestätigte die Polizei die Ermittlungen auch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Man ermittle „wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt sowie wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz“. Der fragliche Polizist steht im Verdacht, eine brennende Pyrofackel vom Feld aufgehoben und diese ziellos zurück in den Fanblock geworfen zu haben.
Auch Polizei bei Pokal-Krawallen in Mannheim im Fokus
Ob durch den Wurf der Fackel ein Mensch zu Schaden gekommen ist, sei noch unklar. Schon auf den TV-Bildern aus dem Mannheimer Stadion war zu sehen, wie Einsatzkräfte mit Reizstoff (umgangssprachlich: Pfefferspray) in den Fanblock des Heimteams gesprüht hatten. Das spielte sich nach dem versuchten Platzsturm einiger Mannheimer Fans ab, die sich zu diesem Zeitpunkt wieder hinter der Absperrung befanden. Zudem ist davon auszugehen, dass der Reizstoff durch Wind auch auf Unbeteiligte getragen wurde.
Das Vorgehen der Polizei kann natürlich keine Rechtfertigung oder gar eine Entschuldigung für das vorherige Verhalten der Fans sein, die ebenso bewusst die Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen hatten. Doch anders als Fans sind polizeiliche Einsatzkräfte dazu ausgebildet, nicht blindlings zu eskalieren, oder gar – wie bei dem vermuteten Fackelwurf – Gleiches mit Gleichem zu vergelten.
Fanprojekte und Faninitiativen haben schon länger ein Auge darauf, wie sich Polizeikräfte in Fußballstadien verhalten. Dabei geht es keineswegs um eine Enthemmung gegenüber der Polizei, sondern darum, dass auch diese sich an das Gesetz halten muss. Wie ordentlich die eingerichtete Ermittlungsgruppe „Campus Ludi“ nicht nur gegen Fans, sondern auch gegen den Mann aus den eigenen Reihen ermitteln wird, werden Fangruppen nun sicherlich genau beobachten. (sch)