Russland nimmt Ukraine-Drohnenfabrik ins Visier: US-Fabrik in Kiew getroffen

Erstmals im Krieg: Russische Rakete trifft US-Drohnenfabrik in der Ukraine

Stand: 01.08.2026, 19:53 Uhr

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Die zerstörte Fabrik stellt Drohnen her, die russische Störsignale gezielt aushebeln – mit einer besonderen KI-Technologie an Bord.

Kiew – Eine russische Rakete trifft amerikanisches Eigentum: Am 24. Juli 2026 hat eine ballistische Rakete die Produktionsstätte von Terminal Autonomy getroffen. Das in Delaware registrierte US-Unternehmen stellt in der Ukraine Präzisionsdrohnen für weitreichende Angriffe her. Laut The Guardian ist es das erste Mal im Krieg, dass Moskau erfolgreich ein US-Rüstungsunternehmen ins Visier nimmt. Russland versucht, die ukrainische Drohnenproduktion durch gezielte Angriffe zu stoppen.

Ukraine-Krieg - Kiew

Die Ukraine leidet unter dem russischen Beschuss. © Dan Bashakov/AP/dpa

Terminal Autonomy wurde 2023 gegründet und ist auf eine Kerntechnologie spezialisiert: Drohnen, die sich nicht stören lassen. Ihre Leitsysteme sind gegen russische Störsignale resistent. Sobald der Gegner Funkwellen oder Mobilfunk blockiert, übernimmt künstliche Intelligenz die Steuerung – in der letzten, entscheidenden Angriffsphase. Das Unternehmen erklärt auf seiner Website: „Wir setzen KI-gesteuerte Loitering-Munition und Präzisionswaffen ein, die bereits aktiv gegen feindliche Ziele an der Front im Einsatz sind.“ In der zerstörten Fabrik entstanden konkret die Drohnenmodelle AQ-400 Scythe und AQ-100 Bayonet, berichtet die Kyiv Post.

Russischer Angriff auf Ukraine-Drohnenfabrik: Moskau verschweigt US-Beteiligung

Laut einer mit dem Unternehmen vertrauten Quelle kamen bei dem Angriff keine Menschen ums Leben, wie The Guardian berichtet. Weder Terminal Autonomy noch das ukrainische Verteidigungsministerium haben sich bisher öffentlich geäußert. Die russische Staatsagentur TASS berichtete als erstes Medium über den Angriff – erwähnte dabei aber nur, dass „Spezialisten eines ukrainisch-amerikanischen Unternehmens“ dort gearbeitet hätten. Den amerikanischen Eigentümer verschwieg Moskau.

Anthony Vinci, ehemaliger leitender US-Geheimdienstoffizier, ordnet den Angriff ein: „Den Russen ist es egal, wem die Produktionsanlage gehört. Sie ist trotzdem ein Ziel. Es spielt keine Rolle, ob sie amerikanisch ist oder jemandem anderen gehört.“ Und er warnt weiter: „Ich glaube, wenn Patriot-Raketen oder irgendein anderes amerikanisches System in der Ukraine hergestellt würde, würden die Russen diese Produktionsstätte angreifen.“

US-Präsident Donald Trump kündigte Anfang Juli an, der Ukraine Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrraketen zu erteilen. Laut Kyiv Post bemüht sich Kiew bereits um eine Rüstungskooperation mit Lockheed Martin und Raytheon. Die Ukrainska Pravda berichtet, dass das Pentagon Ende Juli einräumte, bei der Drohnenproduktion deutlich hinter der Ukraine zurückzuliegen. Die Ukraine traf zuletzt eine russische Raffinerie mithilfe von Flamingo-Raketen. (Quellen: The Guardian, Kyiv Post, TASS, Terminal Autonomy, Ukrainska Pravda) (cgsc)