Es ging gegen den Arbeitgeber: ETV-Kicker beim Sieg gegen die HSV-U21 nur Zuschauer

Lokalsport

Toralf Hense und seine Teamkollegen bejubeln das 1:0 des ETV gegen die U21 des HSV.
IMAGO/Niklas Heiden

Torwart Max Wendt glänzt beim 2:0 vor 586 Zuschauern im Hamburger Regionalliga-Duell. Jasper Hölscher guckt gegen seinen Arbeitgeber nur zu.

Der Eimsbütteler TV kommt in der Regionalliga immer besser in Fahrt. Am Freitagabend schlug der Aufsteiger die U21 des HSV im Hamburger Lokalduell vor 586 Zuschauern mit 2:0 und fuhr damit bereits den zweiten Sieg in Folge ein. Dabei hatte der ETV aus einem eher ungewöhnlichen Grund auf eine Stammkraft verzichten müssen. 

Sein Geld verdient Jasper Hölscher neben dem Platz. Nach vielen Jahren auf unterschiedlichen Trainer- und Management-Posten beim ETV wechselte Hölscher 2025 zum HSV. Dort fungierte er zunächst als Co-Trainer der U21, seit diesem Jahr ist er Trainerentwickler im Nachwuchs.

ETV-Trainer will Hölscher schützen

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Das Fußballspielen kann er dennoch nicht lassen, der 28-Jährige kickt parallel zu seiner Tätigkeit beim HSV weiterhin für die Regionalliga-Mannschaft des ETV. Beim Duell seiner beiden Klubs am Freitagabend aber verzichtete Hölscher, zuvor in jeder der drei Regionalliga-Partien in der Startelf, auf seinen Einsatz. „Wir haben alle Interesse daran, Jasper zu schützen“, erklärte ETV-Cheftrainer Can Schultz nach Abpfiff. „An so einem Tag muss jeder verstehen, dass das nicht geht. Da kann dir ja nur Scheiße passieren.“

ETV-Keeper Wendt glänzt gegen HSV-U21

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In ungewohnter Zuschauerrolle sah Hölscher ein Spiel auf überschaubarem Unterhaltungsniveau. Die erste Halbzeit ging dabei klar an den HSV, der aber gleich mehrfach am glänzend aufgelegten Schlussmann Max Wendt scheiterte, etwa beim Distanzhammer von Dorian Migalic (8.) oder aus kürzester Entfernung beim artistischen Abschluss von Radin Amadou (16.). „Das war definitiv sein bisher größtes Spiel“, schwärmte Schultz nach Abpfiff über den vor der Saison aus Dassendorf verpflichteten Keeper, der in Durchgang zwei ein weiteres Mal klasse parierte (77.) und bei einigen weiteren Gelegenheiten des HSV Glück hatte, dass Migalic (62.) und Amadou (66., 68.) zu ungenau zielten.

Hense und Mbodje treffen für den ETV

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Während sich die Eimsbütteler auf der einen Seite auf einen überragenden Torhüter und Glücksgöttin Fortuna verlassen konnten, glänzten sie vorne durch Effizienz: Nach etwa zehn Minuten im zweiten Durchgang nutzte Toralf Hense die erste Großchance des ETV zur Führung (56.), tief in der Nachspielzeit war es dann Max Mbodje, der die Entscheidung markierte (90.+5).

Für den ETV war es der zweite Sieg in Serie, nach vier Spielen steht der Aufsteiger bei sechs Punkten und damit voll im Soll. Schultz bleibt dennoch kritisch: „Wir sind grundsätzlich zufrieden, was die Schritte angeht, es geht aber noch deutlich mehr.“ Das galt auch für das 2:0 gegen den HSV: „Gewinnen fühlt sich natürlich gut an, aber wir können gut einschätzen, dass wir heute das Team mit deutlich mehr Glück waren.“

Die HSV-Talente hingegen haben nach einer couragierten, letztlich aber zu uninspirierten Darbietung weiterhin nur einen Zähler auf dem Konto und sind durch die Niederlage vorerst auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht.