Stand: 27.10.2026, 13:19 Uhr
Europas Verteidigungsminister zweifeln an Putins Friedenswillen und setzen auf weitere Hilfe.
Paris – Frieden in der Ukraine bleibt vorerst außer Reichweite – davon sind Europas Verteidigungsminister überzeugt. Trotz eines neuen Vorstoßes der USA erkennen sie bei Kremlchef Wladimir Putin keinen Willen, den Krieg zu beenden.
Die Konsequenz: Europa will seine eigene Verteidigung stärken und die Rüstungsproduktion deutlich hochfahren, wie das europäische Nachrichtenportal Politico über ein Treffen in Paris berichtet.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.
Die Ukraine muss sich auf besonders schwere Monate einstellen – so lautet die Warnung der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas bei dem Treffen in Paris am Montag, wie Politico berichtet. Sie rechne mit einem „brutalen Winter“ und sehe keine Aussicht auf einen baldigen Frieden.

Zwar gebe es einen neuen diplomatischen Anlauf. Doch die Angriffe Russlands sprächen eine andere Sprache, erklärte Kallas. Europa müsse der Ukraine deshalb helfen, den russischen Attacken standzuhalten. Zugleich gelte es, den Preis des Krieges für Moskau zu erhöhen.
Kallas beriet in Paris mit den Verteidigungsministern der E5-Gruppe. Dazu gehören Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie Polen und Italien. Auch EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius nahm an dem Treffen im französischen Verteidigungsministerium teil.
Pistorius zweifelt an Putins Friedenswillen
Die europäischen Minister reagierten damit auch auf eine neue Initiative aus Washington. Die USA wollen Russland und die Ukraine erneut an den Verhandlungstisch bringen. Zugleich wachsen in Europa die Zweifel daran, wie verlässlich die amerikanische Unterstützung für Kiew künftig sein wird, wie Politico berichtet.
US-Sondergesandter Steve Witkoff hatte in der vergangenen Woche angekündigt, Putin direkte Gespräche mit US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj anzubieten. Dabei solle es um eine Waffenruhe gehen.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hält die Aussichten jedoch für gering. Verhandlungen mit Putin hätten bisher überhaupt keine Ergebnisse gebracht, erklärte er laut dem Portal. „Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass Putin Frieden sucht.“
Auch Großbritannien sieht Russland weiterhin als Bedrohung. Die europäischen Staaten wollten keine Konfrontation mit Moskau, betonte der britische Vertreter Wes Streeting nach Angaben von Politico. Sie müssten sich der Gefahr durch Russland jedoch bewusst sein.
Europa will schneller aufrüsten
Die Minister wollen deshalb nicht allein auf Diplomatie setzen. Frankreichs Verteidigungsministerin Catherine Vautrin kündigte eine engere Zusammenarbeit bei der Waffenproduktion an. Zudem sollen die Streitkräfte und ihre militärische Ausrüstung besser aufeinander abgestimmt werden.
„Mehr produzieren, schneller produzieren“, forderte Vautrin laut Politico. Europa brauche Material für die Kriege von heute und müsse zugleich mögliche Konflikte von morgen einplanen. Finanzierungsprogramme der EU könnten den Staaten dabei helfen.
Gegenüber den USA sicherte Frankreich dem Bericht zufolge vollständige Transparenz zu. Die Europäer wollen Washington demnach weiter einbinden. Zugleich treiben sie den Ausbau ihrer eigenen Verteidigungsfähigkeit voran, während ein Ende des russischen Angriffskrieges nicht absehbar ist. Quellen: Politico, nif/red.