Ex-Union-Talent ärgert Union-Legende: Altglienicke stolpert in Aue

Hinter Torsten Mattuschka liegen arbeitsreiche Monate. Die Vereinslegende des 1. FC Union Berlin, die die Köpenicker über viele Jahre auf dem Rasen als Kapitän repräsentierte, ist mittlerweile Sportdirektor bei der VSG Altglienicke. Die Berliner haben ihren Kader qualitativ mächtig aufgepumpt, reichlich Erfahrung aus höheren Ligen eingekauft und sich damit den Neid der Konkurrenz erarbeitet. Als „Bullshit“ bezeichnete Mattuschka zuletzt die Vorwürfe, dass die VSG mit Geld nur so um sich schmeißen würde.

Favorisiert war Altglienicke am ersten Spieltag der neuen Saison in der Regionalliga Nordost bei Erzgebirge Aue in jedem Fall. Zum Sieg beim Drittliga-Absteiger reichte es aber nicht. Nach phasenweise wilden 90 Minuten trennten sich beide Teams 3:3 (2:2).

Union-Legende Mattuschka teilt gegen Kritiker aus: „Das ist Bullshit“

Regionalliga Nordost

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Die Gäste versuchten im Erzgebirgsstadion von Beginn an das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Die VSG ließ den Ball immer wieder über die beiden Innenverteidiger John Anthony Brooks und Sven Sonnenberg zirkulieren, suchte die Lücke im Defensivverbund der Hausherren. Aue verlegte sich vor eigenem Publikum dagegen auf schnelle Gegenangriffe.

Einer dieser überfallartigen Situationen führte nach 17 Minuten zur überraschenden Führung. Linus Queisser setzte sich auf der linken Seite überragend gegen drei Gegenspieler durch, scheiterte mit seinem Abschluss zwar an Torhüter Luis Klatte, dessen Abwehraktion traf allerdings unglücklich den in den Flugbahn stehenden Lennart Czyborra. Der Altglienicker Linksverteidiger konnte nicht mehr ausweichen und traf so unglücklich ins eigene Tor.

Altglienicke dreht das Spiel, Maciejewski schlägt zurück

Die Berliner schüttelten sich nur kurz und waren auch im Rückstand fast ohne Pause dominant. Mohamed Sylla gelang nach einer starken Ablage vom etatmäßigen Top-Torschützen Jonas Nietfeld der Ausgleich (32.). Technisch anspruchsvoll legte er sich Kugel erst auf den linken Fuß, profitierte bei seinem Abschluss aber auch davon, dass ausgerechnet Patrick Kapp den Ball entscheidend abfälschte. Kapp war erst in diesem Sommer aus Altglienicke nach Aue gewechselt.

Bis zur Pause ging der Schlagabtausch beider Teams munter weiter. Brooks brachte die Gäste nach einer scharfen Czyborra-Ecke in Führung (39.), im direkten Gegenzug veredelte Tim Maciejewski einen mustergültigen Angriff der Veilchen zum 2:2-Halbzeitstand. Der 25-Jährige hatte einst unter Urs Fischer ein Bundesliga-Spiel für den 1. FC Union Berlin bestritten, war in diesem Sommer nach Stationen in Sandhausen, Babelsberg und Luckenwalde nach Aue gekommen.

Vier Tore, bestes Fußballwetter und zwei Mannschaften, die sich selbst keine taktischen Fesseln auferlegten: Die Zuschauer – darunter 35 mitgereiste Fans aus Berlin – hatten auf den Tribünen ihren Spaß.

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Nach dem Seitenwechsel war das Tempo auf beiden Seiten nicht mehr ganz so hoch. Insbesondere Altglienicke fand kaum mehr den Weg in den gegnerischen Strafraum. Defensiv leistete sich der Top-Favorit derweil den nächsten Aussetzer. Klatte verschätzte sich bei einem langen Einwurf, brachte den lauernden Queisser zu Fall und verschuldete so einen Strafstoß. Marcel Bär, einer von leidglich zwei Feldspielern, die Aue nach dem Abstieg halten konnte, verwandelte frech in die Mitte (58.).

Nietfeld trifft kurz vor Schluss zum 3:3

Bis zum Schlusspfiff war Aue einem möglichen vierten Treffer überweite Strecken näher als Altglienicke dem Ausgleich. Die beste Gelegenheit vergab der eingewechselte Christoph Pauling, der nach einem straken Antritt gegen Sonnenberg nur den Pfosten traf (74.). Als schon kaum mehr jemand damit rechnete, schlugen die Gäste aber doch noch zu. Nietfeld traf in Torjäger-Manier per Kopf zum 3:3-Ausgleich (85.) und sorgte so zumindest noch für einen Teilerfolg.

Am Freitag (19 Uhr) reist Aue klar favorisiert zu Aufsteiger Tasmania Berlin, der am ersten Spieltag eine 1:5 (0:4)-Niederlage bei der U23 des 1. FC Magdeburg kassierte. Altglienicke steht im Heimspiel gegen die U23 von Hertha BSC unter Zugzwang (Sonnabend, 14 Uhr). Die Berliner verloren zum Auftakt mit 0:4 (0:1) gegen den Chemnitzer FC.

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