Gewinn für Frankfurter Westen: Experiminta zieht nach Höchst

Es hätte nicht viel gefehlt, und das Mitmachmuseum Experiminta wäre nach Offenbach gezogen. Ein Angebot aus der Frankfurter Nachbarstadt lag schon vor. Und auch die Wissenschaftsstadt Darmstadt hatte um die Bildungseinrichtung gebuhlt, die an originellen Versuchsstationen naturwissenschaftliche, mathematische und technische Phänomene erfahrbar macht.

Es wäre für Offenbach oder Darmstadt ein echter Coup gewesen, wenn sie der Großstadt Frankfurt das beliebte Museum abgejagt hätten. Nun ist es doch nicht so weit gekommen. Das Experiminta bleibt in Frankfurt, wechselt allerdings das Viertel und zieht aus Bockenheim in den Stadtteil Höchst.

Die Bewerbungen der Nachbarstädte zeigen, wie begehrt das Museum ist. Wahrscheinlich hat die Mehrheit der Frankfurter Kinder schon einmal in einer der großen Seifenblasen gestanden, die im Experiminta über den ganzen Körper gezogen werden können. Oder an einer der rund 200 weiteren Spiel- und Experimentierstationen gerätselt und getüftelt.

Eines der beliebtesten Museen der Stadt

Wer in Frankfurt Kinder im Grundschulalter hat, der kommt um das Museum kaum herum. Kindergeburtstage werden dort gefeiert, Schulklassen und Kitagruppen steuern es an, und auch am Wochenende ist es oft voll. Mit mehr als 120.000 Besuchern im Jahr ist es eines der beliebtesten Museen in Frankfurt.

Künftig sitzt es also nicht mehr in Bockenheim, sondern in Höchst. Im alten Finanzamt werden die Versuchs- und Experimentierstationen aufgebaut. Dass das Land doch noch eine eigene Immobilie aufgetan hat, die das Museum zu günstigen Konditionen mieten kann, ist ein großes Glück. Das Land richtet das alte Finanzamt her und ermöglicht, wie schon am alten Standort, eine vergünstigte Miete. Das Modell in Bockenheim war ähnlich, denn die Bildungseinrichtung, die von einem Förderverein betrieben und von Stiftungen und der Stadt finanziell unterstützt wird, kann keine Marktpreise zahlen.

Es ist schön für Höchst und den ganzen Frankfurter Westen, dass gerade die westlichen Stadtteile, die sich oft abgehängt von der Innenstadt fühlen, einen derart etablierten, außerschulischen Lernort erhalten. Ein Museum ist ein Instrument für die Stadtentwicklung. Es kann Stadtteile stabilisieren und zieht viele wissbegierige Besucher an. Ein Museum strahlt auch auf die Nachbarschaft aus. Drum herum kann sich etwas entwickeln, auch Cafés und Geschäfte profitieren davon und finden eine neue Kundschaft.

Für Höchst ist das eine gute Nachricht. Für die kleinen und großen Besucher aus dem Stadtzentrum war der bisherige Standort in Bockenheim zwar besser zu erreichen. Aber Höchst ist nur eine kurze S-Bahn-Fahrt entfernt. Genauer gesagt: nur zwei Stationen. Das ist zumutbar. Das Experiminta in Höchst ist auch am Wochenende einen Ausflug wert.