Stand: 06.08.2026, 17:52 Uhr
Kommentare
Frust statt Freude: Betrüger haben im Internet Ferienunterkünfte angeboten, die es gar nicht gibt – Touristen standen vor verschlossenen Türen. So erkennen Sie die Masche.
Cesenatico – Es ist der Albtraum vieler Urlauber: mit Vorfreude und gepackten Koffern vor der gebuchten Ferienunterkunft zu stehen und niemand öffnet die Türen. So ist es kürzlich mehr als 120 Menschen aus Deutschland, Italien und anderen europäischen Ländern im italienischen Cesenatico an der Adria ergangen. Hinter dem vermeintlich günstigen Angebot stand eine Betrugsmasche. Wer einige Regeln befolgt, kann solche unangenehmen Überraschungen vermeiden.

Rund 50 Familien standen kürzlich vor einer Geschäftsstelle einer Versicherungsagentur und nicht vor ihren vermeintlich gebuchten Ferienwohnungen, wie es bei rainews.it heißt. Letztlich mussten sie von der Stadt anderweitig untergebracht werden, wie Bürgermeister Matteo Gozzoli mitteilt. Abzocke mit Urlaubern gibt es übrigens auch in Brasilien – in Rio de Janeiro bezahlte ein britischer Tourist über 1.500 Euro für einen Döner.
Betrüger bieten Unterkunft weit unter Marktpreis an
Der Trick der Betrüger in Cesenatico: Sie verwendeten Bilder einer real existierenden Ferienunterkunft. Auf Buchungsplattformen lockten sie Urlauber an, indem sie vermeintliche Ferienwohnungen für Preise weit unter dem üblichen Preisniveau anboten: Eine Ferienwoche habe etwa weniger als 800 Euro gekostet, was circa 50 bis 60 Prozent unter Marktpreis in der Hochsaison sei.
Die Betrüger brachten die Touristen schließlich dazu, für ihre Unterkunft Anzahlungen und Mieten von bis zu 50 Prozent zu überweisen, wie blick.ch mitteilt. Den gestrandeten Touristen half die Gemeinde Cesenatico schließlich mit Notunterkünften in Hotels und auf Campingplätzen. Einige lokale Betriebe hätten Zimmer zur Verfügung gestellt. In einem gemeindeeigenen Gebäude konnten Betroffene Wasser, Toiletten und Duschen sowie einen klimatisierten Aufenthaltsraum nutzen.
Womöglich sind noch mehr Touristen auf betrügerische Angebote hereingefallen
„Wir haben eine Anlaufstelle eingerichtet. Und wir versuchen, gemeinsam mit den Hotels, den Tourismusvereinen und den Reisebüros freie Zimmer in der Gegend zu finden“, sagt Bürgermeister Gozzoli gegenüber rainews.it. Das betrügerische Angebot ist inzwischen nicht mehr online einsehbar. Die Behörden fürchten aber in den kommenden Wochen einen weiteren Ansturm, da noch mehr Touristen das Angebot gebucht haben könnten.
Nach Angaben von blick.ch bleibt trotz laufender Ermittlungen der italienischen Carabinieri unklar, wer hinter dem Betrug steckt. Es stehe aber fest, dass es sich um den größten Betrug überhaupt mit Ferienwohnungen an der Adria handelt. Besonders häufig bestohlen werden Touristen übrigens in Paris, Rom und Barcelona.
Günstige Preise und Bezahlungsmodalitäten sollten hellhörig machen
Um sich vor Ferienwohnungsbetrug zu schützen, sollte man laut dem Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland hellhörig werden, wenn das jeweilige Angebot 50 Prozent unter dem üblichen Marktpreis liegt. Misstrauen der Reisenden sei angebracht, wenn es keine Kontaktdaten des Vermieters außer einer E-Mail-Adresse gibt oder Kommunikation und Bezahlung außerhalb der Buchungsplattform stattfinden sollen.
Auffällig kann auch sein, wenn es keine detaillierten Informationen zum Mietprojekt gibt, etwa zur Ausstattung des Objekts. Besonders unüblich wäre es, wenn Mieter den Mietpreis in vollem Umfang im Voraus bezahlen sollten: Tatsächlich würde eher eine Anzahlung des Preises gezahlt. Fake-Buchungen von Ferienunterkünften gibt es derweil auch in Deutschland, etwa in Grainau. (Quellen: evz.de, blick.ch, rainews.it) (jws)