Farbrausch löst Titanic-Untergang ab: Frida-Kahlo-Ausstellung kommt nach Frankfurt

Stand: 21.08.2026, 14:00 Uhr

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Mit 360-Grad-Projektionen tauchen Besucherinnen und Besucher in Frida Kahlos Werk ein.

Durch 360-Grad-Projektionen tauchen Besucherinnen und Besucher in Frida Kahlos Werk ein. © Lukas Schulze

Ab dem 12. November verwandelt sich die Raumfabrik in Heddernheim in Frida Kahlos „Casa Azul“. Große Projektionen und VR lassen ihr Werk lebendig werden.

Frankfurt – Wo bis vor Kurzem noch Orchesterklänge zum Untergang der Titanic dröhnten, wird es ab November deutlich bunter: In der Raumfabrik in Frankfurt-Heddernheim übernimmt die mexikanische Malerin Frida Kahlo die Hallen, die zuletzt Schauplatz einer der meistbesuchten Ausstellungen der Stadt waren. Ab dem 12. November zeigt „Viva Frida Kahlo“ eine immersive, multimediale Inszenierung des Werks der 1954 gestorbenen Künstlerin – und knüpft damit an einen Ausstellungstrend an, der in Frankfurt zuletzt für lange Schlangen sorgte.

Statt Schiffsdecks und Eisbergen erwartet die Besucherinnen und Besucher diesmal die „Casa Azul“ in Coyoacán, jenes blaue Haus am Rand von Mexiko-Stadt, in dem Frida Kahlo aufwuchs, litt und Kunst schuf. Nach einem schweren Unfall als junge Frau an ihr Bett gefesselt, begann Kahlo zu malen – ein biografischer Bruch, der zum Ausgangspunkt der Schau wird. „Ich bin nicht krank, ich bin zerbrochen. Aber solange ich malen kann, bin ich froh, dass ich am Leben bin“, wird die Künstlerin zitiert.

„Viva Frida Kahlo“ ab November in der Raumfabrik in Frankfurt-Heddernheim

Herzstück der Ausstellung ist laut Ankündigung ein Showroom, in dem Hochleistungsprojektoren Kahlos Gemälde – im Original oft nur handtellergroß – auf bis zu 20 Meter breite und 5,5 Meter hohe Wände sowie auf den Boden werfen. Getragen wird die Inszenierung von einer erzählerischen Dramaturgie, die sich an Kahlos Tagebucheinträgen orientiert: Besucherinnen und Besucher tauchen ein in die 1920er bis 1940er Jahre, begleitet von einer Sprecherin, die in der Rolle der Künstlerin mit Originalzitaten durch die Schau führt, und einem eigens komponierten Soundtrack.

Bald in Frankfurt zu sehen: „Viva Frida Kahlo“.

Bald in Frankfurt zu sehen: „Viva Frida Kahlo“. © Morris Mac Matzen

Ergänzt wird das Ganze um eine Virtual-Reality-Experience, die tiefer in Symbolik und Traumwelten der Malerin führt, sowie einen nachgebauten Innenhof der Casa Azul zum Verweilen. Wer die Titanic-Ausstellung in der Raumfabrik verfolgt hat, kennt das Prinzip: große Projektionsflächen, raumgreifender Sound und ein Wechsel aus Ausstellungsraum und VR-Anwendung.

Von der Außenseiterin zur Ikone

Frida Kahlo gilt als bekannteste Malerin Lateinamerikas. Ihre kleinformatigen, oft schmerzhaft direkten Selbstporträts erzählen von körperlichem und seelischem Leiden, von Trauer und Zähigkeit. „Sie hielten mich für einen Surrealisten, aber das war ich nicht. Ich habe nie Träume gemalt. Ich habe meine eigene Realität gemalt“, sagte Kahlo einmal über ihr Werk. Inspiration fand sie in der mexikanischen Folklore und den Farben der Natur – und machte sich mit dem traditionellen Tehuana-Kostüm selbst zur unverwechselbaren Figur.

„Wegen ihrer politischen Gesinnung, ihres Kampfs für Frauen, Indigene und Unterprivilegierte, ihrer Zähheit und ihres unbändigen Willens, sich durch keinerlei Widrigkeiten einer von Machismo geprägten Gesellschaft unterkriegen zu lassen, wird Frida Kahlo seit den 1980er-Jahren in den USA als Galionsfigur der mexikanischen Frauenbewegung gefeiert“, schreiben die Veranstalter über die Künstlerin.

Zur postumen Weltberühmtheit trug 2002 auch die Hollywood-Verfilmung ihres Lebens mit Salma Hayek in der Hauptrolle bei. Auf dem Kunstmarkt erzielt ihr Werk mittlerweile Spitzenpreise: Das Gemälde „Raíces“ (Wurzeln) wechselte 2006 für 5,5 Millionen Dollar den Besitzer, Gerüchten zufolge ersteigert von Madonna. Die Bilder, die noch in Mexiko verblieben sind, dürfen das Land laut einer Verfügung von Kahlos Erben Diego Rivera nicht verlassen – umso mehr setzt die Frankfurter Schau auf die digitale Reproduktion der Originale.

Ob „Viva Frida Kahlo“ an die Besucherzahlen anknüpfen kann, die zuletzt in der Raumfabrik erreicht wurden, wird sich zeigen. Ab dem 12. November heißt es also: eintauchen in Blau, Rot und Ockergelb statt in eisiges Atlantikwasser. Die Tickets sind bereits im Verkauf.