Fast 25 Jahre nach 9/11: Krebsfälle steigen um fast 1.700 Prozent
Stand: 01.09.2026, 14:27 Uhr
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Die Zahl der anerkannten Krebsfälle im Zusammenhang mit den Anschlägen auf das World Trade Center ist innerhalb von elf Jahren von 3.204 auf mehr als 57.000 gestiegen.
New York – Fast 25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 steigt die Zahl der Krebsfälle, die mit den damaligen Schadstoffen in Verbindung gebracht werden, weiter stark an. Das berichtet die New York Post. Nach neuen Daten des World Trade Center Health Program erhöhte sich die Zahl der anerkannten Krebsfälle von 3.204 im Jahr 2015 auf 57.044 in diesem Jahr. Das entspricht einem Anstieg um 1.680 Prozent.
Erstmals entfallen dabei mehr Fälle auf Menschen, die in der Nähe von Ground Zero lebten, arbeiteten oder zur Schule gingen, als auf Einsatzkräfte. Das Programm zählt inzwischen 28.913 Krebsfälle bei Überlebenden und 28.131 bei Einsatzkräften.
Seltene Krebsarten nehmen zu
Auch mehrere seltene Krebsarten treten unter den erfassten Fällen auf. Dazu gehören 82 Fälle von Thymusdrüsenkrebs, einer seltenen Krebserkrankung der Drüse hinter dem Brustbein, sowie 591 neuroendokrine Tumoren. Diese können unter anderem in der Bauchspeicheldrüse, im Darm, in der Lunge oder in den Nebennieren entstehen.
Bei 9/11-Überlebenden stieg die Zahl der neuroendokrinen Tumoren von März bis Juni um sechs Prozent. Zudem wurden 188 Fälle von Brustkrebs bei Männern erfasst. Die Zahl der Hirnkrebsfälle liegt bei 163 und erhöhte sich im jüngsten Quartal um 14 Fälle beziehungsweise neun Prozent. Befürworter des Gesundheitsprogramms führen die Entwicklung sowohl auf die lange Zeit zurück, die zwischen Schadstoffbelastung und dem Auftreten mancher Krebsarten liegen kann, als auch auf das zunehmende Alter der 2001 Betroffenen. Die meisten sind inzwischen Ende 50, in ihren 60ern oder Anfang 70.
Mehr als 145.000 Menschen im Programm
Im World Trade Center Health Program sind derzeit 145.275 Menschen registriert. 67 Prozent von ihnen sind für mindestens eine von 69 Krebsarten anerkannt, die mit den Schadstoffen nach den Anschlägen vom 11. September in Verbindung gebracht werden, berichtet BioBioChile.
Befürworter des Programms gehen davon aus, dass noch immer Tausende Menschen nicht registriert sind, die in den Monaten nach den Anschlägen in der Umgebung lebten, studierten oder arbeiteten. Dadurch könnten ihnen Möglichkeiten zur Früherkennung entgehen. Gerade bei seltenen und aggressiven Krebsarten kann eine frühe Diagnose für die Behandlung entscheidend sein.
Fälle bei Überlebenden vervielfacht
Besonders stark ist der Anstieg bei den Überlebenden. Ihre Zahl der anerkannten Krebsfälle erhöhte sich von 694 im Jahr 2015 auf 28.913 in diesem Jahr. Das entspricht einem Anstieg um 4.066 Prozent, so die New York Post.
Die Erkrankungen betreffen unter anderem Bauchspeicheldrüse, Darm, Lunge, Nebennieren, Gehirn, Thymus und männliches Brustgewebe. Die Betroffenen waren nach den Einstürzen der Türme einer Mischung aus Staub, Rauch und Trümmern ausgesetzt.
Mehr als 9.000 spätere Todesfälle
Mehr als 9.000 Menschen – mindestens 9.425 – sind inzwischen an Erkrankungen im Zusammenhang mit den Folgen von 9/11 gestorben. Damit liegt die Zahl mehr als dreimal so hoch wie die 2.977 Todesopfer der Anschläge selbst.
Ein Vierteljahrhundert nach den Anschlägen erreichen immer mehr Betroffene zugleich ein Alter, in dem Krebserkrankungen generell häufiger auftreten. Die weiterhin hohe Zahl neuer anerkannter Erkrankungen zeigt, dass sich die gesundheitlichen Folgen der Anschläge auch 25 Jahre später fortsetzen. (Redaktionen)