Fertig mit Kauf auf Pump?
Bundesrat nimmt «Heute shoppen, morgen bezahlen» ins Visier
Heute shoppen, später zahlen – vielleicht sogar in Raten – auch in der Schweiz wird das immer beliebter. Doch damit wächst die Sorge vor Schulden. Jetzt schaltet sich der Bundesrat ein.
Publiziert: 19:44 Uhr
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Aktualisiert: vor 32 Minuten
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Bundesrat prüft strengere Regeln für «Buy now, pay later»-Angebote in der Schweiz
- Schuldenberater warnen: Vor allem Jüngere nutzen Angebote, Verschuldungsgefahr steigt
- Parlamentarische Vorstösse für mehr Regulierung sind breit abgestützt
Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik
Die neuen Schuhe sind schon eingetragen, doch auf dem Konto fehlt dafür noch kein Franken. In der Schweiz erfreuen sich «Buy now, pay later»-Angebote («Kaufe jetzt, bezahle später») wachsender Beliebtheit. Der Kauf auf Pump beim Onlineshopping ist denkbar einfach: Die Rechnung wird aufgeschoben oder über einen längeren Zeitraum in kleinere Raten aufgeteilt – im Grunde eine Art Kurzzeitkredit.
Was vorerst das Portemonnaie schont, kann allerdings teuer werden. Je nach Angebot fallen Zinsen oder zusätzliche Gebühren an. Und wer mehrere offene Rechnungen anhäuft oder Zahlungsfristen verpasst, läuft Gefahr, den Überblick zu verlieren. Damit steigt das Verschuldungsrisiko.
Jetzt gerät «Buy now, pay later» auch ins Visier des Bundesrats: Die Landesregierung empfiehlt zwei Vorstösse zur Annahme, die eine genauere Untersuchung der Schuldengefahr durch solche Angebote fordern. Bern soll Massnahmen gegen das Problem aufzeigen.
Schuldenberater schlagen Alarm
Eingereicht wurden die Vorstösse von Grünen-Nationalrat Raphaël Mahaim (42, VD), Präsident des Dachverbands Schuldenberatung Schweiz, und seiner LDP-Ratskollegin Patricia von Falkenstein (65, BS). Das Anliegen findet über die Parteigrenzen hinweg Unterstützung: Mitunterzeichnet haben die Vorstösse sowohl linke als auch bürgerliche Politikerinnen und Politiker.
Die Schuldenberatung schlug bereits im Frühjahr Alarm. Ihr Geschäftsführer Pascal Pfister (50) berichtete gegenüber Blick, dass «Buy Now, Pay Later»-Angebote vor allem bei Jüngeren an Bedeutung gewinnen. Die Zugangshürden seien kleiner als bei klassischen Konsumkrediten und Kreditkarten. Pfister sprach von einer «rechtlichen Grauzone».
Gemäss den Vorstössen soll der Bundesrat untersuchen, welche gesetzlichen Lücken beim Schutz vor Verschuldung bestehen und wie eine wirksame Kreditfähigkeitsprüfung bei solchen Angeboten garantiert werden kann. Geprüft werden sollen auch weitreichende Massnahmen. Etwa, ob Jugendliche oder Personen mit Betreibungen von den entsprechenden Angeboten ausgeschlossen werden könnten.
Muss Kreditfähigkeit strenger geprüft werden?
Im Fokus stehen zudem Kundinnen und Kunden, die mehrmals hintereinander auf Pump einkaufen. Der Bundesrat soll klären, wie ihre Kreditfähigkeit geprüft werden kann, wenn sie dabei insgesamt Verpflichtungen von mehr als 500 Franken eingehen. Hintergrund ist die im Konsumkreditgesetz festgelegte 500-Franken-Untergrenze.
Das Geschäft dürfte weiter wachsen: Schätzungen gehen von einem jährlichen Plus von rund zehn Prozent aus. Demnach könnte das «Buy now, pay later»-Volumen in der Schweiz innerhalb von fünf Jahren auf drei bis vier Milliarden Franken steigen.