Stand: 21.07.2026, 07:30 Uhr

Versicherungen, Abos, Handytarife, Strom: Die meisten Haushalte zahlen jeden Monat für Dinge, die sie nicht brauchen oder zu viel kosten. Was sich in einer Stunde ändert.
Fixkosten sind die unsichtbaren Ausgaben. Sie fallen jeden Monat an, automatisch, still, ohne dass jemand aktiv entscheidet. Genau deshalb werden sie so selten hinterfragt.
Content-Partnerschaft:
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Fortunalista entstanden. Fortunalista ist eine Plattform für Finanzbildung, die Frauen dabei unterstützt, ihre Finanzen selbstbestimmt zu gestalten. Mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen rund um Geld zeigt Fortunalista, wie Frauen mit dem Investment Code ihren Weg in die finanzielle Unabhängigkeit finden.
Wer einmal im Jahr eine Stunde damit verbringt, die eigenen Fixkosten zu prüfen, findet fast immer Einsparpotenzial. Laut Verbraucherzentrale liegt es bei den meisten Haushalten zwischen 100 und 300 Euro monatlich.
100 Euro weniger Fixkosten, investiert in einen ETF-Sparplan bei 7 Prozent Rendite über 20 Jahre: rund 52.000 Euro Endkapital.
Dasselbe Geld, das bisher still versickert ist.
„Fixkosten prüfen ist die renditestärkste Stunde des Jahres“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Nirgendwo sonst lässt sich in so kurzer Zeit so viel freimachen.“
Was gebraucht wird
Bevor es losgeht, drei Dinge bereithalten: die Kontoauszüge der letzten drei Monate, eine Liste aller laufenden Verträge und dreißig bis sechzig Minuten ungestörte Zeit.
Wer keine Liste der laufenden Verträge hat, macht sie jetzt. Kontoauszug öffnen, alle regelmäßigen Abbuchungen notieren. Was mehr als einmal abgebucht wurde, ist ein laufender Vertrag.
Posten 1: Abonnements und Mitgliedschaften
Das ist der Posten, bei dem fast jeder Haushalt etwas findet.
Streaming-Dienste, die nicht mehr genutzt werden. Fitnessstudio-Mitgliedschaft, die seit Monaten ungenutzt läuft. Zeitschriftenabonnements, Musikdienste, Cloud-Speicher, Software-Lizenzen.
Was dabei hilft: jeden Monatsbeitrag einzeln bewerten. Wird das wirklich genutzt? Wird es im letzten Monat genutzt? Wenn nicht: kündigen.
Was dabei oft überrascht: die Summe. Wer fünf Abonnements zwischen 5 und 15 Euro hat, die kaum genutzt werden, zahlt jeden Monat 25 bis 75 Euro für nichts.
Zeitaufwand: 15 Minuten. Einsparpotenzial: 20 bis 80 Euro monatlich.
Posten 2: Handytarif und Internet
Handytarife ändern sich schnell. Was vor zwei Jahren ein gutes Angebot war, ist heute oft teurer als vergleichbare Neukunden-Angebote.
Was zu tun ist: aktuellen Tarif notieren, dann auf Vergleichsportalen prüfen, was dasselbe oder mehr für weniger kostet. Wer schon länger beim selben Anbieter ist, hat oft Verhandlungsspielraum. Ein kurzer Anruf mit dem Hinweis, den Anbieter zu wechseln, führt überraschend oft zu einem besseren Angebot.
Beim Internetanbieter gilt dasselbe. Wer nach Ablauf der Mindestlaufzeit nicht wechselt, zahlt meist den alten, höheren Preis.
Zeitaufwand: 15 Minuten recherchieren, 10 Minuten telefonieren. Einsparpotenzial: 10 bis 40 Euro monatlich.
Posten 3: Versicherungen
Versicherungen sind der Bereich, in dem am meisten überzahlt wird und am seltensten verglichen wird.
Was geprüft werden sollte:
Kfz-Versicherung. Jährlich kündbar. Wer nicht jedes Jahr vergleicht, zahlt oft erheblich mehr als nötig. Vergleichsportale zeigen in wenigen Minuten, was andere für denselben Schutz zahlen.
Hausrat- und Haftpflichtversicherung. Beide werden oft unterschätzt und zu günstig abgeschlossen oder zu teuer bei alten Tarifen geführt. Prüfen, ob die Deckungssummen noch stimmen und ob der Preis aktuell ist.
Überflüssige Versicherungen. Handyversicherung, Reisegepäckversicherung, Brillenversicherung, Sterbegeldversicherung: Diese Produkte haben oft ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis. Was die Hausrat- oder Haftpflichtversicherung bereits abdeckt, muss nicht doppelt versichert werden.
Was nicht geprüft werden sollte: die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Krankenversicherung. Diese Verträge sollten nicht leichtfertig gekündigt werden, ohne vorher einen neuen Schutz zu haben.
Zeitaufwand: 20 Minuten. Einsparpotenzial: 20 bis 100 Euro monatlich.
Posten 4: Strom und Gas
Energieverträge laufen oft jahrelang unbemerkt weiter. Was als günstiger Neukundenpreis begann, ist nach einem Jahr oft deutlich teurer geworden.
Was zu tun ist: aktuellen Anbieter und Tarif notieren, Jahresverbrauch auf der letzten Abrechnung nachschlagen, auf Vergleichsportalen prüfen.
Was dabei zu beachten ist: Neukundenpreise sind oft günstiger, aber nicht immer nachhaltig. Wer jedes Jahr wechselt, zahlt immer den günstigsten Preis. Wer einen stabilen Tarif möchte, sucht nach Anbietern mit transparenter Preisstruktur.
Zeitaufwand: 10 Minuten. Einsparpotenzial: 10 bis 50 Euro monatlich.
Posten 5: Bankgebühren und Kontoführung
Wer noch Kontoführungsgebühren zahlt, sollte prüfen, ob das notwendig ist. Viele Direktbanken und Neobanken bieten kostenlose Girokonten mit vollem Funktionsumfang.
Dazu: Gibt es einen Dispokredit, der regelmäßig genutzt wird? Dispozinsen von 10 bis 15 Prozent sind eine der teuersten Finanzierungsformen. Was dauerhaft im Minus steht, sollte mit einem günstigeren Ratenkredit umgeschuldet werden.
Zeitaufwand: 10 Minuten. Einsparpotenzial: 5 bis 30 Euro monatlich je nach Situation.
Was mit dem freigewordenen Geld passiert
Das ist die entscheidende Frage. Wer 100 Euro Fixkosten spart und dieses Geld sofort in den Alltag fließen lässt, hat nichts gewonnen. Es versickert woanders.
Was stattdessen funktioniert: das freigewordene Geld sofort automatisieren. Dauerauftrag einrichten. Die 100 Euro gehen am ersten des Monats direkt in den ETF-Sparplan oder auf das Tagesgeldkonto.
Was vorher Fixkosten war, wird jetzt Vermögensaufbau. Dasselbe Geld. Eine andere Entscheidung.
„Fixkosten senken ist nur der erste Schritt“, betont Margarethe Honisch. „Was danach mit dem freigewordenen Betrag passiert, entscheidet, ob es sich wirklich lohnt.“
Die Checkliste für die Stunde
Was in einer Stunde erledigt werden kann:
Kontoauszüge der letzten drei Monate öffnen und alle regelmäßigen Abbuchungen notieren. Abos und Mitgliedschaften, die nicht mehr genutzt werden, sofort kündigen. Handytarif auf einem Vergleichsportal prüfen. Kfz-Versicherung vergleichen, wenn die Kündigungsfrist naht. Stromanbieter prüfen. Kontoführungsgebühren prüfen und bei Bedarf wechseln. Freigewordenen Betrag sofort per Dauerauftrag in den Sparplan umleiten.
Das war es. Eine Stunde. Bis zu 300 Euro weniger Fixkosten. Und ein Sparplan, der jetzt mehr bekommt.
Fazit
Fixkosten sind die teuerste Form der Trägheit. Was einmal eingerichtet wurde und nie geprüft wird, kostet jeden Monat mehr als nötig.
Eine Stunde im Jahr ändert das. Nicht dramatisch, nicht aufwändig. Aber messbar. Und was gemessen wird, kann verbessert werden.