Fußball-Bundesliga Das emotionalste Spiel seiner Karriere – schlägt jetzt Frederik Schmahls Stunde bei der SVE?
Spiesen-Elversberg · Erst nicht im Kader, dann das entscheidende Tor beim 4:3 gegen Augsburg: Frederik Schmahl erlebt bei der SV Elversberg turbulente Tage. Nun könnte der Mittelfeldspieler auch gegen RB Leipzig wieder gefragt sein.
21.10.2026 , 14:00 Uhr
Frederik Schmahl erzielte das entscheidende Tor gegen den FC Augsburg.
Foto: Uwe Anspach/dpa/Uwe Anspach
Wie schnelllebig der Profifußball sein kann, zeigen die vergangenen zwei Wochen im Leben von Frederik Schmahl. Bei den ersten vier Bundesliga-Spielen der SV Elversberg stand der Mittelfeldspieler nicht einmal im Kader. Dann wurde er ausgerechnet gegen seinen Jugendverein Union Berlin beim 0:1 überraschend eingewechselt – und beim 4:3 gegen den FC Augsburg erzielte er in der 89. Minute das vorentscheidende Tor zum 4:2. Nun stehen seine Chancen gut, auch im nächsten Spiel an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen RB Leipzig auf dem Platz zu stehen.
Erst „Wackelfüße“ – dann das entscheidende Tor
„Ich glaube, ich hatte in meiner gesamten Karriere noch nie so ein emotionales Spiel“, sagt Schmahl, der nach dem Sieg seiner SVE gegen den FCA von Mannschaft und Staff gebührend gefeiert wurde. „Das war unfassbar: Da ein Elfmeter, da noch einmal die Szene gecheckt“, erinnert er sich an eine turbulente Partie, die vor allem wegen ihrer vielen Strafstöße und VAR-Eingriffe bundesweit Schlagzeilen machte. Mittendrin: Schmahl, der seinen Auftritt an der Kaiserlinde so eigentlich gar nicht auf dem Zettel hatte.
In der 40. Spielminute sieht noch alles gut aus für die SVE. Das Team von Vincent Wagner führt komfortabel mit 3:0. Doch dann kommt es knüppeldick: Binnen weniger Sekunden müssen sowohl Rechtsverteidiger Jan Gyamerah als auch Noah Darvich im offensiven Mittelfeld verletzt ausgewechselt werden. Weil auch Francis Onyeka fehlt, rückt der 23-jährige Schmahl auf die für ihn eher ungewohnte Position im offensiven Mittelfeld. Anfangs noch mit „Wackelfüßen“, wie es Trainer Vincent Wagner hinterher beschrieb, findet der Mittelfeldspieler immer besser ins Spiel.
In der 89. Minute schlägt schließlich seine Stunde: Nach einer flachen Hereingabe von Lukas Petkov über die rechte Seite kommt Schmahl im Strafraum an den Ball und schiebt unter höchstem Gegnerdruck zum 4:2 ein. Zwar treffen die Augsburger kurz darauf noch einmal, doch am Ende bleibt Schmahls Treffer das entscheidende Tor des Tages. Dass Noel Futkeu anschließend einen weiteren Elfmeter für die SVE verschießt, macht die Sache noch einmal unnötig spannend.
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Die SZ-Noten zum 4:3 der SV Elversberg gegen den FC Augsburg
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Schmahl: „Verletzungen wünsche ich wirklich keinem auf der Welt“
„Ich glaube, wir kennen uns alle so gut mittlerweile. Und ich wusste, dass Petkov den Ball scharf reinschießen wird. Dann bin ich einfach mal auf Verdacht losgelaufen“, erinnert sich Schmahl an die entscheidenden Sekunden vor seinem Treffer. Er sei dann noch „irgendwie mit der Picke“ an die Kugel gekommen. Dass er sich im Spiel immer besser zurechtfand, führt er auch auf seine Kollegen zurück: „Es ist einfach für die Spieler, die eingewechselt werden. Weil wir einfach so gut eingespielt sind“, erklärt Schmahl.
Das Augsburg-Spiel war seine Chance, sich zu beweisen. Allerdings gehört auch zur Wahrheit: Ohne die Verletzung von Noah Darvich, der wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel vom Platz musste, wäre es vermutlich gar nicht zu diesem Einsatz gekommen. Schielt man von der Tribüne aus auf solche Gelegenheiten? „So sehe ich das auf jeden Fall nicht. Für mich ist es eher so, dass du dir die Chancen durch hartes Training erarbeiten kannst. Der Trainer entscheidet dann immer noch, klar. Aber in diesem Fall habe ich das Vertrauen bekommen“, sagt Schmahl. Und mit Blick auf die Ausfälle stellt er klar: „Verletzungen und sonst was – das wünsche ich wirklich keinem auf der Welt.“
Gute Argumente für weiteren Einsatz
Noch ist offen, ob Darvich am Samstag in Leipzig auflaufen kann. Auch bei Onyeka ist vieles unklar – auch wenn er schon wieder mit der Mannschaft trainiert. Für Schmahl könnte sich damit die nächste Tür öffnen: Genügend Argumente hat der gebürtige Berliner gesammelt. Gibt es dann den nächsten Treffer? „Keine Ahnung, das kann ich noch nicht sagen“, sagt Schmahl – und lacht.
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