Stand: 15.09.2026, 07:51 Uhr
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Die 20. Ausgabe des Festivals zog 2500 Besucher mehr an als im Vorjahr. Gründer Matthias Helwig wurde von Landrat und Bürgermeisterin öffentlich geehrt.
Starnberg – Ganz zum Ende des offiziellen Teils schnappten sich Landrat Stefan Frey und Dritte Bürgermeisterin Christiane Falk noch einmal das Mikrofon – und kurz darauf standen die rund 300 Gäste im großen Saal der Schlossberghalle auf und applaudierten. Dank, Respekt und Anerkennung galten dem Gründer und Leiter des Fünf-Seen-Filmfestivals (FSFF), Matthias Helwig. Er habe das Festival in 20 Jahren zu dem gemacht, was es sei, sagte Frey und prophezeite „eine große Zukunft, da bin ich mir ganz sicher“. Das Festival verleihe dem Landkreis Glanz, betonte der Landrat. Ganz ähnlich äußerte sich Christiane Falk. Die Stadt Starnberg sei sehr stolz darauf, Mittelpunkt dieses „ganz besonderen Events“ zu sein, sagte sie.

Mit der festlichen Abschlussveranstaltung ist die Jubiläumsausgabe des Festivals am Sonntagabend zu Ende gegangen. Und Helwig und sein Team zogen eine äußerst positive Bilanz. Demnach kamen rund 20.000 Besucher zu den Veranstaltungen in Starnberg, Gauting, Seefeld und Weßling, das waren 2500 mehr als im Vorjahr. Der Anstieg ist in erster Linie auf das Kino-Open-Air zurückzuführen, das vor allem aufgrund des Wetters heuer mit 8000 Zuschauern einen deutlichen Anstieg verzeichnen konnte.
Helwig blickte mit Stolz auf die vergangenen elf Festivaltage zurück: „Wir wollten eine besondere Jubiläumsausgabe schaffen, und das ist uns gelungen“, sagte er. „Mehr als hundert Filmschaffende waren zu Gast, die Stimmung war herausragend und wir konnten den Zuschauerinnen und Zuschauern exzellente Filme und Filmgespräche bieten.“ Begeistert habe ihn, dass viele Werke fernab des Mainstreams ein großes Publikum gefunden hätten. In seiner Rede betonte Helwig einmal mehr auch die Bedeutung von Filmen, Kinos und Kultur für die Demokratie. „Kultur bringt die Menschen einander näher“, sagte er. „Und sie lässt uns Menschen verstehen, die wir sonst schnell in eine Bubble abschieben.“
Offene Fragen zur Zukunft des Festivals
Das per Video eingespielte Grußwort von Regisseur Marcus H. Rosenmüller war natürlich nicht ernst gemeint, dennoch dürfte er den 300 Besuchern des Abschlussabends aus der Seele gesprochen haben. „Ich freue mich unbandig, dass ich so lange dabei sein darf. Auf die nächsten 200“, sagte er lachend in die Kamera. Ob es jemals eine 200. Auflage des Fünf-Seen-Filmfestivals geben wird, ist natürlich völlig offen. Ganz konkret stellt sich jedoch die Frage, wie es mit dem 21. Festival im kommenden Jahr weitergeht. Vor einem Jahr hatte Gründer und Leiter Matthias Helwig angekündigt, dann nicht mehr an vorderster Front zur Verfügung zu stehen. Und jetzt? „Die Dinge haben sich in den letzten drei Jahren nicht geändert. Es gibt immer noch keine Trägerschaft und die Frage der Nachfolge ist auch nicht geklärt“, sagte Helwig am Montag auf Anfrage des Starnberger Merkur. Näher äußern wollte er sich nicht, nur so viel: In den nächsten Wochen seien mehrere Gespräche geplant. Die 20. Ausgabe sei „ein großartiges Jubiläumsfestival“ gewesen, betonte Helwig und sprach von einem Höhepunkt in der Festivalgeschichte.
Im Schnelldurchgang ließ Helwig einige Höhepunkte der vergangenen Tage Revue passieren. Dazu gehörten unter anderem der Auftritt von Regisseur und Drehbuchautor Christian Petzold am Eröffnungsabend, die Verleihung des Hannelore-Elsner-Preises an Luna Wedler, die Dampferfahrt, der Besuch des israelischen Regisseurs Tom Giat („One Eye Open“) und die Filmgespräche mit der österreichischen Kostümbildnerin Monika Buttinger („Corsage“, „Gentle Monster“). Niemals zuvor in der Geschichte des Festivals seien aus dem Publikum so viele Fragen gestellt worden wie bei Buttinger. „Das war phänomenal“, sagte Helwig.
Helwig dankte auch seinem ganzen Team, ohne das das Festival nicht möglich sei. Stellvertretend rief er Gästebetreuerin Lydia Basu, Pressesprecher Dominik Petzold, die Fotografen Joerg Reuther und Pavel Broz sowie Amrei Keul, Lara Schimpf und David Mindermann auf die Bühne.
Dann wurde es feierlich mit der Preisverleihung in vier Kategorien. Der mit 3000 Euro dotierte und von Barbara Rosenthal (Barose-Stiftung) gestiftete Perspektive-Spielfilmpreis ging an „17“ von Kosara Mitic. Über den Dokumentarfilmpreis durfte sich Jonas Spriestersbach für seinen Film „Meanwhile in Namibia“ freuen. Er ist mit 4000 Euro dotiert und wird von der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg bereitgestellt. Mit 5000 Euro ist der vom Landkreis gestiftete Fünf-Seen-Filmpreis dotiert, der an „London“ von Sebastian Brameshuber ging. Der Film soll im November in die Kinos kommen. Sogar erst Anfang nächsten Jahres ist der Kinostart von „Eine Schule für Jane Cumming“ geplant, der den vom Bayerischen Rundfunk unterstützten Publikumspreis gewann. Er habe sich hauchdünn vor dem ebenfalls viel beachteten Eröffnungsfilm „Lieblingsmenschen“ durchgesetzt, erklärte Matthias Helwig. Wie sehr das Drama die Zuschauer bewegte, zeigte sich auch am Sonntag noch einmal, als es zum Abschluss des Festivals lief. Nach einem kurzen Moment des stillen Durchschnaufens brandete lauter Applaus auf.