Geld-Kluft zwischen Geschlechtern: Warum jede vierte Frau keinen Cent fürs Alter zurücklegen kann

Stand: 07.10.2026, 08:01 Uhr

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Altersvorsorge und Sparen

„Um im Alter nicht jeden Cent umdrehen zu müssen, empfiehlt es sich, frühzeitig ein finanzielles Polster zu schaffen.“ © Westend61 / IMAGO

Beim Thema Geld und Rente klafft zwischen den Geschlechtern eine deutliche Lücke: Eine neue Finanztip-Umfrage zeigt, warum Frauen es bei der Altersvorsorge schwerer haben als Männer.

Beim Thema Geld und Altersvorsorge zeigen sich in Deutschland deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Eine repräsentative Erhebung offenbart nun, wie stark die finanzielle Unsicherheit bei Frauen im Vergleich zu Männern ausgeprägt ist – und warum vielen nach den monatlichen Fixkosten kein Spielraum zum Sparen bleibt.

Große Sorgen und wenig Spielraum: Jede vierte Frau kann nichts ansparen

Die finanzielle Absicherung im Ruhestand bereitet vielen Menschen Kopfzerbrechen – doch Frauen blicken mit deutlich mehr Sorge auf ihre Zukunft als Männer. Laut einer repräsentativen Online-Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag des unabhängigen Geldratgebers Finanztip machen sich 47 Prozent der Frauen große oder sehr große Sorgen um ihre Altersvorsorge. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei 35 Prozent.

Das Problem liegt für die Mehrheit nicht an mangelnder Einsicht, sondern an den knappen finanziellen Mitteln: Knapp 45 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass fehlendes Geld ihre größte Hürde für eine stärkere Vorsorge sei (Männer: 36 Prozent). Die Konsequenzen im Alltag sind spürbar: Gut jede vierte Frau (26 Prozent) hat nach den regelmäßigen Ausgaben monatlich weniger als 50 Euro oder überhaupt nichts übrig, um etwas auf die Seite zu legen, zu sparen oder anzulegen. Bei den Männern sind es mit 17 Prozent deutlich weniger.

Teilzeit und Lebenshaltungskosten vergrößern den Unterschied

Als wichtigste Faktoren für ihre angespannte finanzielle Lage nennen Frauen vor allem:

  • Steigende Lebenshaltungskosten: 51 Prozent der befragten Frauen sehen hierin den Hauptgrund.
  • Zu geringes Einkommen: 36 Prozent nennen ein zu niedriges Gehalt als wesentlichen Faktor.
  • Schulden und Kredite: Für 22 Prozent stellen laufende Verbindlichkeiten eine Belastung dar.

Auch die Arbeitszeit wirkt sich direkt aus: 15 Prozent der Frauen sehen Teilzeit oder eine reduzierte Arbeitszeit als maßgeblichen Einflussfaktor auf ihre Finanzen – bei den Männern sind es mit 7 Prozent weniger als halb so viele. Dabei gibt es durchaus Strategien, wie sich trotz Teilzeit ein Vermögen aufbauen lässt.

Methodischer Hinweis zur Umfrage

Für die repräsentative Online-Befragung hat das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von Finanztip im Zeitraum vom 16. bis 31. Juli insgesamt 3.049 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren in Deutschland befragt (darunter 2.000 Frauen und 1.049 Männer). Den Teilnehmenden wurden dabei Fragen zur persönlichen Einschätzung ihrer finanziellen Sicherheit, zu den Hürden beim Vermögensaufbau sowie zu den Gründen für ihre finanzielle Situation gestellt.

Besonders groß ist die Verunsicherung bei der jüngeren Generation: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen fühlt sich nur gut ein Drittel der Frauen (37 Prozent) bei den persönlichen Finanzen sicher. Bei den gleichaltrigen Männern blickt dagegen mit 55 Prozent mehr als die Hälfte zuversichtlich auf das eigene Geld.

Was Frauen hilft: Orientierung und praxisnahe Unterstützung

Um den nächsten Schritt für die eigene finanzielle Zukunft zu gehen, wünschen sich 37 Prozent der befragten Frauen schlicht mehr finanziellen Spielraum. Doch auch der Bedarf an verständlichem Finanzwissen ist hoch: Jede fünfte Frau (20 Prozent) wünscht sich verständliche Erklärungen, 17 Prozent fordern einfache Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Wie wichtig dabei das Grundwissen ist, zeigt auch der Blick auf verschiedene Modelle der Altersvorsorge für Frauen. (nmr mit dpa)