Gemächlicher Favoritensieg: Usinger TSG schlägt Wehrheim/Pfaffenwiesbach 3:1

Stand: 10.08.2026, 18:13 Uhr

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Kurioser Treffer: Der Usinger Gzim Berisha (rechts) erzielt per Kopf und Windunterstützung das Tor zum 2:1 - gegen die Lauf- und Sprungrichtung von Keeper Sandro Isemann.

Kurioser Treffer: Der Usinger Gzim Berisha (rechts) erzielt per Kopf und Windunterstützung das Tor zum 2:1 - gegen die Lauf- und Sprungrichtung von Keeper Sandro Isemann. © Heiko Rhode

Die Usinger TSG gewinnt ihr Kreisoberliga-Derby gegen die SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach mit 3:1. Bei 32 Grad und drückender Hitze fällt die Entscheidung erst spät – nachdem Felix Garth in der 83. Minute den Ball auf der Torlinie noch klären kann.

Usingen – Der Trend ist eindeutig durch die Spiele bei der Weltmeisterschaft belegt worden: Immer mehr Tore fallen im Fußball tendenziell spät, und die Partien werden daher auch erst spät entschieden. Am ersten Spieltag der Gruppenphase zappelte der Ball bei nahezu jedem dritten Treffer erst nach der 75. Minute im Netz. Bestes Beispiel für einen überproportional hohen Anteil später Tore war Finalist Argentinien: Messi und Co. schlugen in zwölf von 19 Fällen erst in der Schlussviertelstunde oder Nachspielzeit zu. Ebenfalls gut zu beobachten: Die Spiele nahmen erst in der Endphase oftmals so richtig Fahrt auf.

So verwundert es erst einmal nicht, dass sich Entscheidendes beim Kreisoberliga-Derby im Hochtaunus zwischen der Usinger TSG und der SG Wehrheim/Paffenwiesbach spät zutrug. Ja, so richtig interessant wurde es eigentlich nur in jener 83. Spielminute.

Loutchan: „Die Jungs sind halt noch frisch“

Die erste längere Unterbrechung, auch Trinkpause genannt, hatten beide Mannschaften schon bitter nötig. Die zweite längere Unterbrechung bedeutete jedoch, dass Jörg Loutchan auswechseln musste. Verletzungsbedingt. Wieder einmal. Für Tim Heger ging es nicht mehr weiter (36.). Seit zwei Jahren widerfahre seinem Team dieses Pech in regelmäßigen Abständen, fluchte der SG-Trainer am Spielfeldrand sinngemäß. Schon vor der Partie hatte Eric Scheidt passen müssen: Bauchmuskelzerrung. „Prinzipiell bin ich mit dem Spiel meiner Mannschaft zufrieden“, resümierte Loutchan später. In der sind als erfahrene Akteure nur noch Tobias Ketter und Torben Selzer übrig geblieben. „Dann geht‘s mit 20-Jährigen weiter.“ Vier Spieler der Startelf seien aus der eigenen A-Jugend herausgewachsen. Zu leicht seien der überwiegenden Unerfahrenheit zufolge die Gegentore gefallen, „das wird uns noch länger verfolgen, die Jungs sind halt noch frisch. Deswegen werden wir mit ganz oben auch nichts zu tun haben“.

Trainer auf Augenhöhe: Jörg Loutchan (links) gratuliert Ralf Haub.

Trainer auf Augenhöhe: Jörg Loutchan (links) gratuliert Ralf Haub. © Heiko Rhode

Früh waren immerhin die ersten Tore gefallen: Der Gruppenliga-Absteiger war durch Maximilian Tichy mit einem Konter in der sechsten Minute in Führung gegangen, drei Minuten später hatte Albin Ugrinaj mit einem Freistoß in die Torwartecke schon wieder ausgeglichen. Und auch der Führungstreffer des KOL-Vizemeisters fiel noch vor der Pause, als Maximilian Paunovic nach seinem Vorstoß von rechts flankte, Gzim Berisha am zweiten Pfosten köpfte und der Ball mit Windunterstützung ins Tor trudelte (37.). Was folgte, war viel Leerlauf. Wehrheim/Pfaffenwiesbach war zwar bemüht, im letzten Drittel aber nicht zwingend genug (wollte, aber konnte nicht), Usingen wartete vor allem ab (wollte nicht, hätte aber womöglich gekonnt).

Dass Tempo und Niveau an jenem Sonntagnachmittag vor rund 150 Zuschauern auf dem Sportplatz Muckenäcker recht überschaubar waren, hatte aber natürlich auch mit der Hitze zu tun. Drückende Temperaturen bei 32 Grad sorgten für erschwerte Bedingungen. „Vielleicht sollten wir bei so einem Wetter erst um 17 oder 18 Uhr mit den Spielen beginnen“, schlug UTSG-Trainer Ralf Haub vor, der aber auch die Kreispokalpartie seiner Mannschaft anführte (am Dienstag gegen den FSV Friedrichsdorf/0:3), um diese in Schutz zu nehmen. Unter diesen Umständen, sagte der frühere Bundesliga-Stürmer von Eintracht Frankfurt, sei er ganz zufrieden.

Joshua Lauth (-17-, UTSG) bejubelt sein Tor zum 3:1. 2. v.li. Luca Konieczny (-7-, UTSG)

Sieger unter sich: Joshua Lauth (links) hat das Tor zum 3:1 für die Usinger TSG erzielt und freut sich mit Kapitän Luca Konieczny (2. v. li.) sowie weiteren Mitspielern. © Heiko Rhode

Die Usinger hatten eben auch das Glück auf ihrer Seite: Eine der wenigen herausgespielten Torchancen hatte zunächst Alexander Schwarz auf Zuspiel von Tichy für die SG vergeben, weil Oliver Berghof den Schuss noch entscheidend abfälschte (72.), ehe Izhaan Burney in jener 83. Spielminute das 2:2 fast erzielt hätte. Der Schuss des Mittelstürmers flog bereits am herauseilenden Torwart Bastian Forth vorbei, doch Felix Garth lief intuitiv in den Ball hinein und konnte noch klären.

Schon wenig später hatten die Usinger die Kugel zum Wehrheimer und Pfaffenwiesbacher befördert, und Joshua Lauth traf nach Vorarbeit von Paunovic mit einem trockenen Schuss zum 3:1 rechts oben in die Maschen. So wurde der eingespielte Aufstiegsanwärter gegen die stark verjüngte und neuformierte Gäste-Elf doch noch seiner Favoritenrolle gerecht. „Wir haben das Spiel ein bisschen aus der Hand gegeben“, monierte Trainer Haub schließlich auch etwas, „ich wusste aber: Wenn wir unsere Chancen bekommen, dann machen wir unsere Tore. Und wenn wir Platz haben, gibt es in dieser Klasse keine Besseren.“ Das war immerhin ein Statement an diesem schwülen und tempoarmen ersten Spieltag.

Torben Selzer (-6-, SGWP) und Henrik Götz (-2-, SGWP) erfrischen sich während der Trinkpause.

Trinkpause: Torben Selzer (rechts) und Henrik Götz erfrischen sich. © Heiko Rhode

Usinger TSG: Forth – Pamukci, Garth, Sachs, S. Afghanzade (36. Berghof) – Paunovic, Konieczny, Ugrinaj (68. M. Afghanzade) – Durak (59. Negucic) – Berisha (85. Veli), Lauth. SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach: Isemann – Götz, Ketter, Finkenauer – Richter, Meissen (74. Gräfe), Selzer, Scheel – Schwarz, Tichy – Heger (36. Burney). Tore: 0:1 Tichy (6.), 1:1 Ugrinaj (9.), 2:1 Berisha (37.), 3:1 Lauth (83.). Schiedsrichter: Michael Dutschmann (Bonbaden). Zuschauer: 150. Torchancen: 7:4. Beste Spieler: Garth, Paunovic, Sachs/Tichy, Ketter.