„Noch am Leben und schnarcht“: Hinrichtung geht schief – verurteilte Mörderin überlebt zwei Giftspritzen

Geplante Hinrichtung im letzten Moment geplatzt: Christa Pike überlebt zwei Giftspritzen

Stand: 01.10.2026, 07:33 Uhr

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Hinrichtung in Tennessee

Christa Pike sollte hingerichtet werden. (Archivfoto) © Uncredited/Tennessee Department of Correction/AP/dpa

Zunächst war die Hinrichtung Christa Pikes gestoppt worden, doch ein Eilantrag gab dem Vorhaben dann doch grünes Licht. Doch Christa Pike überlebte die Verabreichung beider Giftspritzen.

Nashville – Es sollte die erste geplante Hinrichtung einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren werden, doch Christa Pike machte dem Vorhaben der Behörden einen Strich durch die Rechnung: sie überlebte die Verabreichung beider Giftspritzen. Zuvor war die Hinrichtung bereits einmal gestoppt worden, ein Eilantrag machte es den Behörden dann jedoch doch möglich, die Todesstrafe zu vollstrecken.

Dass Pike beide Giftspritzen überlebte, bestätigten ihre Verteidiger kurz darauf. Nach Darstellung dieser lebte die 50-Jährige auch nach der Verabreichung zweier Giftspritzen zunächst noch, wie aus einem entsprechenden Gerichtsdokument hervorgeht. „Um 20:26 Uhr berichteten Zeugen der Hinrichtung, dass die Vollstrecker beide Spritzen mit den tödlichen Chemikalien injiziert hätten und Pike noch am Leben sei und schnarche“, heißt es.

Pike bekam für Foltermord die Todesstrafe

Das Verbrechen, für das Pike zum Tode verurteilt wurde, ereignete sich 1995. Drei Teenager hatten ein Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet. Bei dem Opfer handelte es sich um eine 19-jährige Bekannte Pikes. Pike selbst war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. Sie wurde ein Jahr später für den Mord zum Tode verurteilt.

Wenig später teilte Richter Kyle Hixson mit, in einer Telefonkonferenz mit den Anwälten aller Beteiligten habe der Staat das Gericht informiert, „dass Frau Pike nicht für tot erklärt worden sei“. Die Justizvollzugsbehörde habe zudem die medizinische Notfallversorgung und den Transport von Pike in ein Krankenhaus angeordnet. 

Eigentlich geplante Hinrichtung war bereits kurz zuvor gestoppt worden

Die eigentlich geplante Hinrichtung hatte bereits kurz zuvor eine Hürde zu nehmen; ein Bundesgericht hatte sie zunächst gestoppt. Die zum Tode verurteilte Pike habe Zweifel an der Rechtmäßigkeit des vorigen Verfahrens dargelegt, die nun geprüft werden müssten, entschied das Gericht. Zentraler Punkt dabei ist die gerichtliche Würdigung der Traumata, die Pike eigenen Angaben zufolge als Kind erlitt. Daraufhin reichte die für die Gefängnisse verantwortliche Behörde des Bundesstaates beim Supreme Court einen Eilantrag ein, um die Aufhebung eines Hinrichtungsstopps zu erwirken.

Kurz darauf dann die Entscheidung: Das Oberste US-Gericht gab dem Eilantrag der für die Gefängnisse zuständigen Behörde des Bundesstaates statt und setzte damit den von einer unteren Instanz verhängten Vollstreckungsstopp außer Kraft. Eine Begründung für die Entscheidung gab es nicht. Noch am gleichen Abend sollte die Todesstrafe also doch noch vollstreckt werden, teilte eine Sprecherin der für die Hinrichtung verantwortlichen Strafvollzugsanstalt der Deutschen Presse-Agentur mit. Die anschließende Verabreichung zweiter Giftspritzen überlebte Pike dann.

Christa Pike sollte die erste Frau seit 1819 werden, die hingerichtet wird

Sie ist nach Angaben der offiziellen Webseite der Regierung von Tennessee die einzige Frau, die derzeit im Todestrakt des US-Bundesstaates eine Strafe verbüßt. Laut der Forschungseinrichtung Cornell Center on the Death Penalty Worldwide ist Pike die erste Frau seit 1819, die in Tennessee hingerichtet werden sollte. (Quelle: dpa) (jl)