Gesetzliche Krankenkassen: Krankenkassen erwirtschaften Überschuss

Die Ausgaben der Krankenkassen wachsen weiterhin deutlich schneller als die Einnahmen. Nach dem ersten Halbjahr gab es dennoch einen Überschuss von 2,6 Milliarden.

Quelle: DIE ZEIT, KNA, dpa,

mns

  1. September 2026, 23:25 Uhr

Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production.s3.eu-central-1.amazonaws.com/articles/2ef5d8fb-2401-4ca7-a4af-5aef40cbb2e6/full_fe374ea16ba68db1d1d4c412f86222f0ac008fb4118266bdfa5ab54a3dd08aba355dc7f9b7200099ffcc1f03f0202cba.mp3

4 Kommentare
Gesetzliche Krankenkassen Überschuss Beitragserhöhung Reserven Carsten Linnemann
Die 93 gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr 2026 einen Überschuss erzielt. © ---/​picture alliance/​dpa/​GKV-Spitzenverband

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr dieses Jahres ein Plus verbucht, aber ihre Ausgaben steigen weiter stark. Insgesamt haben die 93 gesetzlichen Krankenkassen einen Überschuss von 2,6 Milliarden Euro erzielt, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Dies sei jedoch das Ergebnis von Beitragsanhebungen zu Jahresbeginn und diene vorrangig dem Auffüllen von Reserven.

Die Finanzreserven der Krankenkassen betrugen demnach zum Halbjahresende rund 7,5 Milliarden Euro. Damit erreichten die Reserven im Schnitt aller Kassen wieder das vorgeschriebene Mindestniveau von 0,2 Monatsausgaben.

Linnemann sieht keine Entwarnung

Diese Zahlen gäben keinen Anlass zur Entwarnung, sagte Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU). Die Ausgabendynamik übersteige weiterhin die Zuwächse bei den Einnahmen deutlich. »Diese Entwicklung muss gestoppt werden, um die Beitragssatzspirale zu brechen«, sagte Linnemann.

Die schwarz-rote Koalition hatte Mitte Juli das Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen, um den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz im kommenden Jahr bei 2,9 Prozent zu halten. Dazu sieht das Gesetz Einsparungen von rund 19 Milliarden Euro vor. Zudem greifen ab Anfang 2027 Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und der Pharmabranche, hinzu kommen aber auch etwa höhere Zuzahlungen für Medikamente für die Patienten.

Ausgaben für Krankenhausbehandlung am stärksten gestiegen

Von Januar bis Ende Juni verbuchten die 93 gesetzlichen Krankenkassen Einnahmen von 188,9 Milliarden Euro, denen Ausgaben von 186,3 Milliarden Euro gegenüberstanden. Dabei stiegen die Ausgaben für medizinische Leistungen um 7,4 Prozent und damit etwas weniger stark als im Vorjahreszeitraum mit 7,7 Prozent. Die Zuwächse lägen aber weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen sind im ersten Halbjahr um 9,3 Prozent beziehungsweise 5,1 Milliarden Euro gestiegen und treiben die Ausgaben damit am stärksten an. Die Aufwendungen für ambulant-ärztliche Behandlungen wuchsen um 6 Prozent oder 1,63 Milliarden Euro. Ebenfalls angestiegen sind die Ausgaben für Arzneimittel, und zwar um 5,1 Prozent oder 1,5 Milliarden Euro.

Überdurchschnittlich gestiegen sind demnach auch die Aufwendungen für die ambulante spezialfachärztliche Behandlung (19,7 Prozent oder 65 Millionen Euro) und die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (18,7 Prozent oder 88 Millionen Euro) sowie die Versorgung im Rahmen der hausarztzentrierten Versorgung (13,1 Prozent oder 160 Millionen Euro). Wie bereits in der Vergangenheit weist auch der personalintensive Bereich der medizinischen Behandlungspflege erneut ein stark überdurchschnittliches Wachstum von 10,5 Prozent (0,6 Milliarden Euro) auf.