Stand: 05.08.2026, 20:45 Uhr
Kommentare

Immer mehr Polizisten werden angegriffen: mit Worten, mit Fäusten oder mit einem Messer. Die aktuelle Statistik zeigt einen starken Anstieg der tätlichen Angriffe. Das Präsidium reagiert.
München – Diese Zahl bricht neue Negativ-Rekorde und ist besorgniserregend: Im vergangenen Jahr wurden 711 Polizeikräfte während des Dienstes verletzt. Statistisch gesehen sind das pro Tag zwei Beamte. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren war es nur ein Beamter pro Tag. „Die Gewalt nimmt zu“, erklärte Münchens Polizeipräsident Thomas Hampel bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. „Und ihre Qualität auch.“

Knapp 7000 Polizisten gibt es in München. Diejenigen, die ausrücken, haben viel Arbeit: Auf rund 300.000 Einsätze in Stadt und Landkreis kommt das Präsidium pro Jahr. Die große Herausforderung dabei: Die Beamten wissen nie, was sie erwartet. Aus vermeintlich alltäglichen Problemen wie Ruhestörungen können sich lebensbedrohliche Einsatzlagen entwickeln. Etwa dann, wenn Personen unter Drogen stehen oder psychische Probleme haben – und angreifen.
Plus 60 Prozent in zehn Jahren: Immer mehr tätliche Angriffe gegen Beamte
1352 Fälle von Gewalt gegen Polizisten wurden im vergangenen Jahr registriert. Eine hohe Zahl, die sich mit einem Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr kaum verändert hat. Auch der Zehnjahres-Vergleich zeigt mit einem Minus von 1,7 Prozent wenig Unterschiede. Was sich aber verändert, ist die Art, wie aggressiv und gewaltbereit die Menschen die Beamten angehen. Insgesamt gab es 532 tätliche Angriffe: Das macht ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zu 2024 aus. Gegenüber dem Jahr 2016 hat sich diese Zahl sogar um 60 Prozent gesteigert. Hinzu kommen 284 Beleidigungen. 362 Mal wurde Widerstand geleistet. Die Zahl der Fälle, bei denen Messer im Spiel waren, ist von 23 auf 27 gestiegen. Die Angreifer sind zu 82 Prozent männlich, mehr als die Hälfte der Täte waren betrunken, knapp 90 Prozent sind polizeibekannt.
Immer gut informiert: Unsere neuen tz-Stadtteil-Newsletter
tz.de wird bald noch lokaler: Die Zahl unserer Stadtteil-Newsletter wächst weiter. Aktuell sind es vier, ab dem 6. August dann sogar sechs Stück. Diese Newsletter gibt es:
► Neu ab dem 6. August: Der Newsletter „Muc West“ für Neuhausen-Nymphenburg, Laim, Pasing-Obermenzing, Moosach, Allach-Untermenzing sowie Aubing-Lochhausen-Langwied. Hier geht es zur Anmeldung.
► Neu ab dem 6. August: Der Newsletter „München Ost“ für Bogenhausen, Berg am Laim, Trudering-Riem und Ramersdorf-Perlach. Hier geht es zur Anmeldung.
► Der Newsletter „Muc Südwest“ für Sendling, Sendling-Westpark, Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln und Hadern. Hier geht es zur Anmeldung.
► Der Newsletter „München City“ für Altstadt-Lehel, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Maxvorstadt und Schwanthalerhöhe. Hier geht es zur Anmeldung.
► Der Newsletter „München Südost“ für Au-Haidhausen, Obergiesing-Fasangarten und Untergiesing-Harlaching. Hier geht es zur Anmeldung.
► Der Newsletter „Muc Nord“ für Schwabing-West, Milbertshofen-Am Hart, Schwabing-Freimann und Feldmoching-Hasenbergl. Hier geht es zur Anmeldung.
„Wer täglich mit Gewalt und Gewalt konfrontiert ist, braucht nicht nur körperlichen Schutz, sondern auch mentale Stärke. Und die volle Rückendeckung der Organisation“, sagte Hampel. Dazu baut das Präsidium seine psychosoziale Notfallversorgung immer weiter aus, bei der Beamte nach belastenden Erlebnissen professionell begleitet werden.