Stand: 18.08.2026, 14:13 Uhr

Aus Rainfarn, einer toxischen Wildpflanze, lässt sich ein biologisches Mittel zum Schutz von Pflanzen fertigen, beispielsweise Gemüsebeete.Wir erläutern, wie Rainfarn seine Wirkung entfaltet und wie Sie ihn korrekt einsetzen.
Rainfarn, auch bekannt als Wurmkraut, gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler. Charakteristische Merkmale dieser Wildpflanze sind ihre runden, gelben Blütenköpfe und ihr intensiv-würziges Aroma, das man bereits aus einigen Metern Entfernung wahrnehmen kann.
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Rainfarn blüht zwischen Juni und September und ist häufig an Wegrändern oder Ufern anzutreffen. Die Pflanze kann eine Höhe von bis zu eineinhalb Metern erreichen und enthält zahlreiche ätherische Öle, von denen einige giftige Eigenschaften besitzen. Zu diesen zählt unter anderem das Nervengift Thujon. Es ist jedoch interessant zu wissen, dass die giftigen Bestandteile des frischen Rainfarns einigen Insekten nichts anhaben können. Laut Nabu dient die Pflanze vielen Nacht- und Tagfaltern als Nahrungsquelle für Nektar und als Futterpflanze für ihre Raupen.
Früher wurde Rainfarn in der Volksmedizin angewendet, etwa bei Wurmbefall oder Problemen mit der Verdauung. Heute findet er jedoch kaum noch medizinische Verwendung, da die Gefahr einer Vergiftung sehr hoch ist. Professionell aufbereitet, findet man Rainfarn-Extrakt heute unter anderem in Badezusätzen oder Kosmetikartikeln. Am häufigsten wird die Pflanze jedoch als natürliches Insektenbekämpfungsmittel eingesetzt, da ihre Extrakte Schädlinge abwehren können.
Wie Rainfarn wirkt
Rainfarn ist eine hochgradig giftige Pflanze. Bereits direkter Hautkontakt kann Reizungen hervorrufen. In bestimmten Aromatherapien werden die ätherischen Öle des Rainfarns genutzt. Hierbei ist es von entscheidender Bedeutung, die empfohlene Dosierung genau einzuhalten, um eine Vergiftung zu verhindern. Das Nervengift Thujon macht einen sehr großen Anteil, nämlich 95 Prozent, der ätherischen Öle im Rainfarn aus. Schon geringste Mengen können allergische Reaktionen auslösen sowie die Haut und die Atemwege irritieren. Aus diesem Grund sollten Schwangere den Kontakt mit Rainfarn komplett meiden.
Getrockneter Rainfarn verströmt einen für viele Insekten unangenehmen Geruch, der diese fernhält. Ein gekochter Sud aus Rainfarn kann vorbeugend gegen bestimmte Pflanzenkrankheiten wirken und eine Vielzahl von Gartenschädlingen vertreiben, die besonders gerne Gemüsepflanzen befallen. Zu diesen Schädlingen zählen unter anderem:
- Blattläuse
- Weiße Fliege
- Falscher Mehltau
- Verschiedene Raupen
- Apfelwickler
Laut Nabu ist der Sud auch geeignet, um Motten aus dem Kleiderschrank fernzuhalten.
Rainfarn als natürliches Schädlingsmittel einsetzen
Um Rainfarn als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel zu verwenden, müssen Sie einen Sud daraus zubereiten. Für die Herstellung benötigen Sie etwa 100 Gramm getrockneten Rainfarn; dies entspricht ungefähr 1 Kilogramm frischer Pflanzenteile. Beim Ernten des Rainfarns ist es unbedingt notwendig, robuste Handschuhe zu tragen, die auch Ihre Arme bedecken. Ihre Haut sollte keinesfalls mit der Pflanze in Berührung kommen.
Gehen Sie folgendermaßen vor, um den Sud herzustellen:
- Trennen Sie den Rainfarn zunächst an der Wurzel ab und hängen Sie die geernteten Pflanzen zum Trocknen auf.
- Sobald der Rainfarn vollständig getrocknet ist, können Sie die Blätter und Blüten abtrennen.
- Geben Sie die Blätter und Blüten in einen großen Kochtopf und füllen Sie einen Liter Wasser hinzu.
- Lassen Sie den Rainfarn-Sud nun für eine halbe Stunde kochen. Durch den Kochvorgang lösen sich die ätherischen Öle aus der Pflanze und gehen ins Wasser über.
- Lassen Sie den Sud anschließend vollständig abkühlen. Filtern Sie die Flüssigkeit danach durch ein Sieb und füllen Sie den fertigen Sud in ein Glasgefäß.
Der hergestellte Sud kann für mehrere Wochen an einem kühlen Ort gelagert werden. Zur Vorbeugung und zum Schutz Ihrer Pflanzen verdünnen Sie den Sud vor der Anwendung im Verhältnis 1:10 mit Wasser und besprühen die Pflanzen damit. Falls Ihre Pflanzen bereits von Blattläusen oder anderen Schädlingen befallen sind, können Sie eine höhere Konzentration wählen, beispielsweise im Verhältnis 1:6. Bei einem sehr starken Befall kann es notwendig sein, die Pflanzen nach zwei bis drei Tagen erneut mit dem Sud zu behandeln.
Wichtig zu beachten ist: Sie sollten das behandelte Gemüse niemals unmittelbar nach der Anwendung des Suds verzehren. Lassen Sie mindestens zwei Tage vergehen und waschen Sie das Gemüse gründlich ab, bevor Sie es essen.