Google setzt auf Lebenderkennung gegen Deepfakes: Das steckt hinter der neuen Selfie-Video-Anmeldung

Google will Ihr Gesicht: Neues Selfie-Video soll Konto-Notfälle schneller lösen

Stand: 24.07.2026, 12:55 Uhr

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Die Fake-Handynummer von „NoA“ kann in unangenehmen Situationen helfen. (Symbolbild)

Eine Frau macht ein Selfie. (Symbolbild) © Elisa Schu/dpa

Google erklärte: „Wir vergleichen Ihr Video mit dem gespeicherten Selfie und bitten Sie, einfache Bewegungen auszuführen.“

Mountain View, Kalifornien – Google führt eine optionale Selfie-Video-Verifizierung für die Kontoanmeldung und -wiederherstellung ein. Die weltweite Einführung beginnt Ende Juli 2026 als zusätzliche Ebene der Identitätsprüfung. Die neue Option soll die Kontowiederherstellung beschleunigen und sicherer machen.

Sie ergänzt bestehende Methoden wie Wiederherstellungstelefonnummern, Backup-E-Mail-Adressen, Passkeys und Wiederherstellungskontakte, ersetzt diese jedoch nicht, berichtet CIO News. Sie ist vor allem für Fälle gedacht, in denen Nutzer keinen Zugriff auf ihr Konto haben, ihr Telefon verlieren, ihr Passwort vergessen oder ihre üblichen Methoden der Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht nutzen können.

Zum Start wird die Funktion nicht für alle Nutzer verfügbar sein. Ausgenommen sind unter anderem Google-Workspace-Konten, Kinderkonten und Konten, die am Advanced Protection Program teilnehmen. Zudem kann die Verfügbarkeit je nach Region, Kontotyp und Einführungszeitplan variieren, berichtet Reuters.

Während der Einrichtung erstellen Nutzer eine Referenzaufnahme, indem sie im Google-Konto den Bereich „Sicherheit & Anmeldung“ aufrufen und „Selfie-Video“ auswählen. Die Einrichtung kann in weniger als fünf Minuten auf einem Mobilgerät oder PC abgeschlossen werden: Nutzer blicken in die Kamera und folgen den Anweisungen auf dem Bildschirm für einfache, geführte Kopfbewegungen, bei denen ihr Gesicht aus mehreren Blickwinkeln erfasst wird. Verfügt ein Computer über keine Kamera, kann der Vorgang per QR-Code auf ein anderes Gerät übertragen werden.

Das aufgezeichnete Referenzvideo wird verschlüsselt und sicher in der Cloud gespeichert und ist dadurch unabhängig von dem Gerät verfügbar, auf dem es erstellt wurde. Es wird ausschließlich für die Anmeldung verwendet, sofern der Nutzer nicht zusätzlichen Verwendungszwecken zustimmt, etwa zur Verbesserung der Gesichtserkennung und der Altersschätzung.

Nutzer können ihr gespeichertes Selfie-Video jederzeit in den Einstellungen ihres Google-Kontos löschen und selbst entscheiden, ob ihre Videos zur Verbesserung der Gesichtserkennung verwendet werden. Das Video gehört dem Nutzer, der die vollständige Kontrolle darüber behält. Google kann gelöschte Selfie-Videos aus Sicherheitsgründen vorübergehend speichern und sie im Fall der Durchsetzung von Richtlinien auch länger aufbewahren.

Versucht ein Nutzer, sich von einem unbekannten Gerät anzumelden oder ein Konto wiederherzustellen, fordert das System ihn auf, ein neues kurzes Video mit denselben geführten Kopfbewegungen aufzunehmen. Diese Live-Aufnahme wird für den biometrischen Abgleich und die Lebenderkennung mit der verschlüsselten Referenzdatei verglichen. Stimmen Live-Video und Referenzvideo überein, erhält der Nutzer Zugriff auf das Konto.

Google erklärte: „Wir vergleichen Ihr Video mit dem gespeicherten Selfie und bitten Sie, einfache Bewegungen auszuführen, um nachzuweisen, dass es sich um ein Echtzeitvideo handelt. Außerdem wenden wir unsere üblichen Sicherheitsverfahren an, um verdächtige Anmeldeversuche zu erkennen und zu verhindern“, berichtet LatestLY. Um die Qualität der Aufnahme zu verbessern, wird Nutzern während der Einrichtung und Anmeldung empfohlen, Brillen oder Masken abzunehmen, unruhige Hintergründe zu vermeiden und sicherzustellen, dass sich keine weiteren Personen im Bild befinden.

Lebenderkennung

Nach Angaben des Unternehmens schützt die Selfie-Video-Methode vor Identitätsbetrug mit gefälschten Fotos und KI-generierten Deepfakes, indem sie eine Lebenderkennung einsetzt, die Kopfbewegungen erfordert. Dadurch wird es schwieriger, das System mit Standbildern oder vorab aufgezeichneten Videos zu täuschen.

Der Ansatz ähnelt der Einrichtung mit geführten Kopfbewegungen, wie sie bei einigen Gesichtsauthentifizierungssystemen für Verbraucher verwendet wird und das Gesicht des Nutzers aus mehreren Blickwinkeln erfasst, nutzt jedoch kein Infrarotlicht. Die Referenzdaten bleiben verschlüsselt, solange sie nicht verwendet werden.

Da die Funktion freiwillig ist, können Nutzer ihre bisherigen Wiederherstellungsmethoden unverändert beibehalten. Ob sie berechtigt sind und die Einrichtung starten können, lässt sich unter g.co/signin-selfie oder in den Google-Kontoeinstellungen im Bereich „Sicherheit“ prüfen.

Unabhängig davon testet das Unternehmen gemeinsam mit dem Drittanbieter Private ID eine Selfie-Verifizierung, um das Alter von Nutzern vor dem Zugriff auf altersbeschränkte Inhalte zu bestätigen. Ein Unternehmenssprecher stellte klar, die neue Anmeldeoption sei nicht für die Altersverifikation gedacht. Die Einrichtung wird blockiert, wenn die Technologie erkennt, dass ein Nutzer minderjährig ist. (Redaktion)