Wichtige Updates
Berichte: CIA-Chef warnte in Moskau vor Angriff auf Nato
Slowakei: Polizei vereitelt Brandanschlag auf Drohnenfabrik
Selenskyj zu Ukraine-Partnern: „Wir brauchen viel mehr Geld“
Russische Angriffe mit Verletzten treffen Ukraine am Unabhängigkeitstag
Paulina Cwiartka

Cherson: Gouverneur ruft Einwohner der ukrainischen Stadt zur Evakuierung auf
Angesichts der zunehmenden russischen Angriffe auf Cherson haben die Behörden die Einwohner der südukrainischen Stadt zur Evakuierung aufgerufen. „Ich wende mich erneut an die Einwohner von Cherson, insbesondere an Familien mit Kindern und ältere Menschen: Wenn Sie die Möglichkeit haben (...), bitte verlassen Sie die Stadt“, schrieb der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandre Prokudin, am Donnerstag im Onlinedienst Telegram. Aufgrund der russischen Angriffe wird befürchtet, dass die Strom- und Wärmeversorgung in der Stadt für längere Zeit ausfallen könnte.
Oskar Schulz
Berichte: CIA-Chef warnte in Moskau vor Angriff auf Nato
CIA-Direktor John Ratcliffe hat Russland bei seinem Besuch in Moskau Medienberichten zufolge vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt. Das berichteten das "Wall Street Journal" und das Magazin "Politico" unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Der Chef des US-Geheimdienstes hatte die russische Hauptstadt am Dienstag besucht. Über den Inhalt seiner Gespräche wurde allerdings nur wenig bekannt.
Der CIA-Chef habe Russland vor allem mit Blick auf die östlichen Nato-Partner im Baltikum vor einer Eskalation gewarnt, berichtete "Politico". Zudem habe er den Kreml dazu gedrängt, seine militärische und finanzielle Unterstützung für den Iran herunterzufahren.
Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigt, dass Ratcliffe für Gespräche "zwischen den Geheimdiensten" nach Moskau gekommen war. Der Vertraute von Präsident Wladimir Putin betonte allerdings, dass es kein Treffen des Kremlchefs mit Ratcliffe gegeben habe.
Leonhard Rosenauer
CIA-Chef Ratcliff offenbar in Kontakt mit russischen Geheimdiensten
Der Chef des US-Geheimdienstes CIA, John Ratcliffe, ist bei seinem Besuch in Moskau nach Kreml-Angaben in Kontakt mit russischen Geheimdiensten gestanden. Ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin habe nicht stattgefunden, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Putin sei allerdings über den Inhalt der Kontakte informiert worden.
Angaben zu den behandelten Themen machte er nicht und ließ auch offen, ob dabei über den Krieg in der Ukraine gesprochen wurde. Weitere Kontakte seien derzeit nicht geplant. Das Weiße Haus und die CIA äußerten sich zunächst nicht zu Ratcliffes Besuch.
Kreml-Sprecher Peskow bezeichnete den Austausch zwischen den Geheimdiensten als „positive Entwicklung“. Es sei jedoch „zu früh, um zu sagen, inwieweit sich dies auf den Prozess auswirken wird, unsere Beziehungen aus der Krise herauszuführen“, sagte der Kreml-Sprecher mit Blick auf das Verhältnis zwischen Russland und den USA.
Leonhard Rosenauer
Russland will deutschen Journalisten festnehmen lassen
Moskau hat nach russischen Agenturberichten einen Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) international zur Fahndung ausgeschrieben. Ein Gericht in Moskau erließ gegen den Korrespondenten einen Haftbefehl, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Ihm werde "Anstiftung zu Hass oder Feindseligkeit" vorgeworfen. Zuvor war der Reporter bereits in Russland auf die Fahndungsliste des Innenministeriums gesetzt worden.
Bei Interpol, dem internationalen Zusammenschluss von Polizeibehörden, war zunächst kein Eintrag zu dem Balkan-Korrespondenten der "FAZ" zu finden. Ein Eintrag kann zumindest zu längeren Kontrollen bei Grenzübertritten führen. Unklar ist, ob das bislang als russlandfreundlich geltende Serbien - eine Arbeitsregion des Journalisten - das Moskauer Fahndungsgesuch beachten würde.
Leonhard Rosenauer
Russland meldet mehrere Tote und Dutzende Verletzte nach Brand in Chemiewerk
Bei einem Brand in einem im Bau befindlichen Chemiewerk in der Amur-Region in Russlands Fernem Osten sind nach Behördenangaben mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Acht weitere Mitarbeiter würden vermisst, teilte das Unternehmen AGCHK mit.
Insgesamt seien 36 Verletzte in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Das Katastrophenministerium schickte ein Flugzeug mit Ärzteteams, das Schwerverletzte in Spezialkliniken transportieren sollte.
Louisa Thönig

Ukraine startet neue Welle von Drohnenangriffen auf Russland
Bei einer neuen Welle von ukrainischen Drohnenangriffen auf Ziele in Russland sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handele es sich um einen Mann und ein 14-jähriges Mädchen, teilte der Gouverneur der Region Lipezk, Igor Artamonow, nach Angaben der Agentur Interfax mit. Eine Drohne sei auf ihr Haus gestürzt und habe dieses in Brand gesetzt.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht auf Mittwoch 426 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Auch die Hauptstadt Moskau war Ziel der Angriffe. Die Flughäfen in Tambow, Nischni Nowgorod und Jaroslawl meldeten wegen Luftalarms zeitweise ausgesetzte Starts und Landungen.
In der Region Tambow etwa 600 Kilometer südöstlich von Moskau wurde zudem ein weiteres Lager des größten russischen Online-Versandhändlers Wildberries Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs. Der Brand in dem Lager in Kotowsk habe sich auf 100.000 Quadratmeter ausgedehnt, teilte der Gouverneur der Region, Jewgeni Perwyschow, mit.
Louisa Thönig

Oskar Schulz
Slowakei: Polizei vereitelt Brandanschlag auf Drohnenfabrik
Die slowakische Polizei hat nach eigenen Angaben einen geplanten Brandanschlag auf eine Drohnenfabrik im Osten des Landes vereitelt. Wäre der Anschlag ausgeführt worden, hätte er „einen Großbrand verursachen können“, erklärte die Polizei am Dienstag. Dadurch hätten rund 70 Beschäftigte gefährdet und Sachwerte in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro beschädigt werden können. Nähere Angaben zum betroffenen Unternehmen machte die Polizei nicht.
Zwei Verdächtige seien in der Slowakei und ein weiterer in Deutschland festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Weitere Angaben zu den Verdächtigen oder mutmaßlichen Auftraggebern machte die Polizei zunächst nicht, auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP lehnte sie zusätzliche Auskünfte ab.
Das EU- und Nato-Mitglied Slowakei grenzt im Osten an die Ukraine. Im Land stellen mehrere Unternehmen Drohnen her, darunter die ukrainische Firma Skyeton. Die Polizei erklärte, den drei festgenommenen Verdächtigen werde vorgeworfen, „im Auftrag“ gehandelt und den Anschlag vorbereitet zu haben. Keiner der Festgenommenen sei slowakischer Staatsbürger. Die Ermittler seien aufgrund von Informationen des slowakischen Geheimdienstes tätig geworden. Bei ihren Einsätzen beschlagnahmte die Polizei eigenen Angaben zufolge unter anderem eine „große Menge“ eines Brandgemischs sowie Werkzeuge und Mobiltelefone.
Leonhard Rosenauer
Selenskyj dankt Deutschland und Merz für Unterstützung im Ukraine-Krieg
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kanzler Friedrich Merz (CDU) für die deutsche Unterstützung bei der Verteidigung des Landes gedankt. Deutschland sei führend bei der Erhaltung der Unabhängigkeit Ukraine. "Unzählige Leben wurden bewahrt dank der deutschen Hilfe", teilte Selenskyj bei X mit - in einer Danksagung nach dem am Montag groß gefeierten 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine.
Oskar Schulz
Selenskyj zu Ukraine-Partnern: „Wir brauchen viel mehr Geld“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen für zusätzliche Militärhilfen für sein Land geworben. Die Ukraine benötige „viel mehr Geld“, um die Drohnenproduktion zu steigern und die Angriffe auf Russland zu verstärken, sagte Selenskyj am Montagabend vor den Staatenlenkern, die zu dem Treffen in die Ukraine gereist waren. Sein Land wolle mit Blick auf die Angriffe tief im Landesinneren Russlands „wettbewerbsfähig sein“, um „diesen Krieg auf russischen Boden zu verlagern und ihnen wirklich wehzutun“.
Am Sonntag hatte Selenskyj vor Journalisten erklärt, das ukrainische Verteidigungsministerium habe ein Haushaltsdefizit von rund 23 Milliarden Euro, weil Mittel, die ursprünglich für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen waren, vorzeitig in Anspruch genommen werden mussten.
Louisa Thönig

Ukraine und Iran: Wadephul telefoniert mit Rubio
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und US-Außenminister Marco Rubio haben telefonisch über die Ukraine und den Iran beraten. Beide Politiker hätten die „Bedeutung eines dauerhaften und belastbaren Friedens zwischen Russland und der Ukraine“ betont, teilte das US-Außenministerium am Montag in Washington mit. Das Gespräch fand am 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine von der Sowjetunion statt.
Rubio und Wadephul hätten sich zudem entschlossen gezeigt, die „Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus“ sicherzustellen, erklärte Rubios Sprecher Tommy Pigott weiter. Ein gemeinsames Interesse bestehe überdies darin, „dass der Iran niemals eine Atomwaffe entwickelt oder erwirbt“. Wadephul hatte das Telefonat mit Rubio am Samstag bei einem Besuch in der Ukraine angekündigt.
Vivien Valentiner

Russische Angriffe mit Verletzten treffen Ukraine am Unabhängigkeitstag
Am ukrainischen Unabhängigkeitstag ist infolge neuer russischer Angriffe mindestens ein Zivilist in der Stadt Pawlohrad getötet worden. In der Industriestadt seien zwei Menschen verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Autos seien abgebrannt und Fensterscheiben in Mehrfamilienhäusern geborsten. Zur eingesetzten Waffe machte er keine Angaben.
Parallel dazu wurden nach Behördenangaben bei einem Drohnenangriff auf das Zentrum der nordostukrainischen Großstadt Tschernihiw mindestens 20 Menschen verletzt. Zwei Frauen seien mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der Militärgouverneur Wjatscheslaw Tschaus mit. Ein Mehrfamilienhaus sei beschädigt worden.
Vivien Valentiner

Ukraine-Partner wollen Kiew stärker militärisch unterstützen
Bei einem Treffen anlässlich des 35. Unabhängigkeitstags der Ukraine hat die sogenannte Koalition der Willigen eine Verstärkung der militärischen Unterstützung für das Land ungeachtet der „Drohungen seitens Russlands“ zugesagt. Besonders dringlich sei die Aufgabe, „die Flugabwehr der Ukraine zu stärken, die Zusammenarbeit mit ihrer Rüstungsindustrie zu verbessern und einschlägige Technologien zu teilen, unter anderem durch die Koalition gegen ballistische Raketen“, teilten die Staats- und Regierungschefinnen und -chefs am Montag mit. Von ihnen waren einige nach Kiew gereist, andere hatten sich per Video dazugeschaltet.
Den Vorsitz des Treffens hatten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der neue britische Premier Andy Burnham gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
In der von den Ko-Vorsitzenden veröffentlichten Erklärung heißt es, dass die Sanktionen gegen Russlands militärisch-industriellen Komplex und diejenigen, die ihn unterstützen, verstärkt werden sollten. Durch Sanktionen, breit angelegte wirtschaftliche Maßnahmen und ein rigoroses Vorgehen gegen Umgehungen der Sanktionen sowie die russische Schattenflotte solle Russlands Kriegskasse weiter begrenzt werden, hieß es.
Die Staats- und Regierungschefs der Koalition würden eng mit den USA zusammenarbeiten, „um dafür zu sorgen, dass Russland die Mittel für eine Fortführung seines illegalen Krieges ausgehen“. Durch bisherige Maßnahmen sei Russlands Kriegskasse seit Beginn des Krieges im Februar 2022 schon mindestens 495 Milliarden Dollar (rund 425 Milliarden Euro) entzogen worden.
Mit Blick auf die anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine sowie den nahenden Winter waren sich die Staats- und Regierungschefs zudem einig, dem ukrainischen Energiesektor Soforthilfe zukommen zu lassen. Das soll unter anderem durch den „Ukraine Energy Support Fund“ und die Bereitstellung von Spezialausrüstung geschehen.
Im Vorfeld der Konferenz gab die EU weitere 6,1 Milliarden Euro aus ihrem 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Ukraine frei. Das Geld sei für Luftabwehrsysteme, Lenkwaffen, Munition und Radarsysteme bestimmt, teilte die EU-Kommission mit.
Vivien Valentiner

Selenskyj: Keine totale Blockade der Schwarzmeerhäfen
Trotz ständiger russischer Luftangriffe sind die ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer nach Regierungsangaben aus Kiew nicht komplett blockiert. „Jeweils drei bis vier Schiffe fahren täglich in den Großraum Odessa hinein und wieder hinaus“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj auf einer Pressekonferenz am ukrainischen Unabhängigkeitstag in Kiew. Allerdings sei der Hafenumschlag vor Beginn der russischen Drohnen- und Raketenangriffe drei- bis viermal so hoch gewesen.
Zuvor sprach der ukrainische Agrarminister Taras Wyssozkyj mehrfach von einer totalen Blockade der Häfen im Großraum Odessa am Schwarzen Meer. Moskau hatte seine Angriffe im Juli nach dem Beginn von ukrainischen Attacken auf Schiffe mit russischem Öl und Getreide ausgeweitet.
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