Grewe ist von den Scheeßelern nicht zu bändigen

Stand: 18.10.2026, 20:44 Uhr

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Unterstedt II - RW Scheeßel.

Scheeßels Keeper Sebastian Bretzke faustet hier eine Ecke weg, der überragende Unterstedter Momme Grewe (2.v.r.) sowie Max Lorenz (r.) kommen nicht heran. © Freese

Unterstedts Reserve dominiert das Derby mit 7:1. Während Momme Grewe vorn überzeugt, darf sich Jan Abeling hinten auszeichnen.

Unterstedt – Als Lukas Heitmann in der 67. Minute der Ball an die Hand sprang und Referee Jonas Schwarz (GW Helvesiek) Strafstoß pfiff, konnte es Jan Loos gar nicht schnell genug gehen. Der Stürmer des SV Rot-Weiß Scheeßel schnappte sich den Ball – scheiterte aber vom Punkt an Jan Abeling, Schlussmann der SG Unterstedt II und Aushilfe aus der Dritten. Die Szene war sinnbildlich für den verkorksten Auswärtsauftritt der Beeke-Kicker, die im Kellerduell eine 1:7 (0:2)-Pleite schlucken mussten und damit am Tabellenende der Fußball-Kreisliga kleben bleiben. Die Unterstedter verließen derweil die Abstiegsränge mit nunmehr elf Zählern. Mann des Spiels war Momme Grewe, der von Scheeßel nicht zu bändigen war.

„Dass es sieben Tore werden, ist ärgerlich. Wir standen aber mit dem Rücken zur Wand. Ich bin froh, dass es noch die Hinrunde ist, und freue mich auf die Rückrunde. Da haben wir ein paar Eisen im Feuer“, meinte Scheeßels Trainer David Becht, der auf seine Personalsorgen verwies. 13 Spieler waren ihm ausgefallen. In der Halbzeit kam der bis dahin überzeugende Tamino Otten hinzu. Er schied aus gesundheitlichen Gründen aus und übergab die Kapitänsbinde an Tim Körner, der als Innenverteidiger erneut eine ungewohnte Position bekleiden musste, diesen Job gut erledigte und später als Stürmer den Ehrentreffer zum zwischenzeitlichen 1:5 markierte (79.).

Viets-Flanke ist die dickste Möglichkeit

Ein wenig umbauen musste auch Unterstedt kurz vor dem Anpfiff, weil sich erst Leander Wohlberg krank abmeldete und dann Keno Saathoff beim Warmmachen ein Zwicken in der Wade verspürte. In einer noch weitgehend ausgeglichenen ersten Halbzeit gingen die Gastgeber in der 20. Minute in Führung. Nach Vorarbeit von Jaden Meinke hämmerte Grewe den Ball unter die Latte. Eine Flanke von Thomas Viets an den Querbalken war die dickste Möglichkeit für Scheeßel (33.), ehe Grewe per flachem Freistoß das 2:0 einleitete. Heitmann bediente per Hacke Meinke, der einnetzte (44.). „Wir haben das Kampfspiel von Anfang an angenommen, Scheeßel hatte bis zur Halbzeit aber Chancen, um ranzukommen“, wusste Unterstedts Coach Alex Oetjen.

Becht monierte, dass Schiedsrichter Schwarz in der zweiten Hälfte zu viel gegen seine Elf gepfiffen und viele Schubser der Gastgeber nicht unterbunden hätte. Unterstedt war wiederum im Nutzen der Chancen ungewohnt effektiv. Hatte es bisher in neun Spielen nur zu zehn Treffern gereicht, kamen nun gleich sieben dazu. „Die Gier nach Toren war mal wieder da“, umschrieb es Oetjen. Scheeßel half dabei. Speziell beim 3:0, als Viets den Ball bei seinem Kreisliga-Debüt vor Matthis Sachs ins eigene Netz drückte (48.). „Das bricht denen ziemlich das Genick“, mutmaßte Oetjen. Spätestens war es aber das 4:0, bei dem Grewe sich gegen Raphael Zimmermann durchsetzte. Seinen Schuss fälschte Julian Heins noch ab (64.).

Zwei weitere Tore und eine Vorlage

Grewe war es auch, der auf 5:0 erhöhte (74.), beim 6:1 bediente er wiederum Jakob Sachs, der mit dem Stürmer Doppelpass gespielt hatte (89.). Grewe schloss das Spiel mit dem 7:1 ab (90.+1) – unmittelbar danach ertönte der Abpfiff. „Am Ende ist es zu hoch“, haderte Becht.

SG Unterstedt II: Abeling - Jahn, J. Sachs, Rathjen, Heitmann, Pislak (71. Saathoff), Herbig, Meinke (67. Wuttke), Vajen (60. Ottens), Lorenz (46. M. Sachs), Grewe.

SV Rot-Weiß Scheeßel: Bretzke - Viets, Körner, Derr, Zimmermann, Otten (46. L. Meyer), Heins, T. Meyer, Diallo (61. Tchakoura), Scheidig, Loos.