Großsteinhausen: Neue Bleibe für „Naturraum“ von Kita

Großsteinhausen Neue Bleibe für „Naturraum“ von Kita

Großsteinhausen · Die Naturraum-Gruppe der Kita Großsteinhausen zieht an diesem Montag in ihr neues, naturnahes Refugium bei der Kirche Sankt Cyriakus. Die Zeit drängte. Es drohten ernsthafte Probleme mit der Betriebserlaubnis für die Kita.

18.10.2026 , 19:21 Uhr

Die sogenannte „Naturraum-Gruppe“ der Kita Großsteinhausen zieht an diesem Montag um. Und zwar an die Kirche Sankt Cyriakus. Links ist das Pfarrheim zu sehen, im Hintergrund der rote Bauwagen der Kita. Auf dem Foto besprechen die fleißigen Helfer gerade den nächsten Arbeitsschritt für das Anlegen des Naturraumes.

Foto: Norbert Schwarz

Abseits der ausgetretenen Pfade begibt sich die Kindertagesstätte in Großsteinhausen mit Leiterin Stephanie Schröder an der Spitze auf neue Wege.

An diesem Montag wird die von Erzieherin Sabine Zimmer geleitete Naturraum-Gruppe offiziell die Arbeit in der neu hergerichteten Bleibe auf dem Gelände des Pfarrheims der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Cyriakus in grüner Umgebung aufnehmen. So, wie das die selbsterarbeitete Zielvorgabe der Leiterin Schröder mit ihrem Team vorsieht.

Bewegung und Natur – in der Erziehungsarbeit der Kindertagesstätte sind dies wichtige Elemente. Ein Beispiel dafür ist die Aktion „Bauwagen“ (wir berichteten ausführlich).

Zuletzt wurden neue Baugebiete im Dorf ausgewiesen, damit einher geht ein Zuzug junger Familien. Ortsbürgermeister Volker Schmitt erklärt, dass dies Anlass war, über die Kita und ihre Aufstellung zu diskutieren. Jede Gemeinde sei froh, wenn junge Familien die Möglichkeit hätten, in ihrer Heimatregion zu bleiben. Auch, wenn das für die Gemeinden bedeute, ein Angebot bereitzustellen, das zu Kosten führt.

In Großsteinhausen würden bei allen Diskussionen die Sachlichkeit, das gemeinsame Suchen nach Lösungsmöglichkeiten im Mittelpunkt stehen, so der Ortsbürgermeister.

So sei es jetzt auch bei der Errichtung einer neuen Bleibe für die Naturraum-Gruppe gewesen. Diese könne an diesem Montag in ihr neues, naturnahes Refugium, mitten im Dorf bei der Kirche Sankt Cyriakus umziehen.

„Bis zum 1. Januar 2027 musste das geschehen, sonst hätte es ernsthafte Probleme mit der Betriebserlaubnis für unsere segensreiche Einrichtung die allen, vor allem den jungen Familien im Dorf wie dem Ort überhaupt, zugute kommt, gegeben“, schildert der Ortsbürgermeister.

Vor knapp einem Jahr, Anfang November 2025, seien die ersten Diskussionen aufgekommen. Der Einsatz vieler habe es möglich gemacht, dass ein finanziell schulterbarer Lösungsweg gefunden wurde.

„In unserem derzeitigen Haushalt stehen für das Vorhaben 50.000 Euro zu Papier.“ Dank des Einsatzes vieler ehrenamtlicher Helfer komme die Gemeinde mit diesem Geld hin. „Dabei muss ich feststellen, dass wir die Mittel ohne Zuschüsse oder sonstige Fördergelder aufbringen und unsere Gemeinde auf keinen Fall verschulden.“

Auf mögliche Alternativen angesprochen erklärt Schmitt: „Am vorhandenen Standort – der ehemaligen Dorfschule Großsteinhausen – anbauen, das geht nicht, da kein Gelände vorhanden ist. Ein kompletter Neubau ist nur mit Millionen zu stemmen. Finanziell für Großsteinhausen kaum tragbar. Deshalb bin ich auch der Kirchengemeinde wie dem Bistum Speyer dafür dankbar, dass es zur jetzigen Lösung kam, denn damit haben alle Beteiligten, Kommune, Kirchengemeinde vor Ort und Bistum eine gewisse Win-Win-Situation. Damit können wir alle leben.“

In der Bauphase jetzt beim Pfarrheim ist einmal mehr der vorherrschende Dorfgeist von Großsteinhausen eindrucksvoll zum Ausdruck gekommen. Dem Ortsbürgermeister gelingt es immer wieder, die Dorfbewohner, die Eltern, die Mitbürger mitzunehmen.

Dennoch kommt Schmitt beim Projekt „Naturraum-Gruppe“ nicht umhin, zwei Mitstreiter in den Mittelpunkt zu stellen. „Bei den vielen Gesprächen mit Speyer hat sich das frühere Ratsmitglied Peter Klein besonders ins Zeug gelegt.“ Und bei der Umsetzung in den zurückliegenden Wochen, den Handwerksarbeiten, habe sich neben Peter Klein auch Ingo Schröder an der Spitze des Bautrupps hervorgetan.

Die Ziele, welche mit der „Naturraum-Gruppe“ eng verknüpft sind, hat die Kindertagesstättenleiterin Stephanie Schröder in einem „Konzept“ zusammengetragen.

Da personell die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land zuständig sei, habe es deren Zustimmung ebenso bedurft, wie die Konzeptannahme durch die Ortsgemeinde als örtliche Trägerin.

Das pädagogische Konzept sei darauf ausgerichtet, dass die Kleinen in enger Verbundenheit mit der Natur aufwachsen und sich dabei in der eigenen Entwicklung voll und ganz entfalten können. Die natürliche Umgebung soll lebendiger Erfahrungs- und Lernraum sein. Dieses neue Konzept gibt es in solcher Form bislang nicht an anderer Stelle im Landkreis Südwestpfalz.