Hafen Tartus: Syrien und Russland einigen sich über Stützpunkte am Mittelmeer

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Russland hat mit Syriens neuer Regierung eine Einigung über seine Militärbasen aus der Zeit Assads erzielt. Die Stützpunkte sollen »gemeinsame Ausbildungszentren« werden.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,

sc

  1. August 2026, 16:49 Uhr

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Hafen Tartus: Ein russisches Kriegsschiff im syrischen Hafen von Tartus im September 2019, als Wladimir Putins enger Verbündeter Baschar al-Assad noch an der Macht war.
Ein russisches Kriegsschiff im syrischen Hafen von Tartus im September 2019, als Wladimir Putins enger Verbündeter Baschar al-Assad noch an der Macht war. © Maxime Popov/​AFP/​Getty Images

Syrien und Russland ​haben sich über die Zukunft der russischen Stützpunkte in der Hafenstadt Tartus und am Luftwaffenstandort Hmeimim geeinigt. Der syrische Staat ‌übernehme ⁠die Verwaltung der zivilen ​Einrichtungen, darunter den Flughafen Hmeimim und den kommerziellen Anleger im Hafen von Tartus, teilte das syrische Außenministerium mit. ​Die militärischen Anlagen sollen demnach »unter Wahrung der beiderseitigen Interessen zu gemeinsamen Ausbildungs- und Rehabilitationszentren« umgewidmet werden. Der Übergang solle innerhalb von drei Monaten abgeschlossen sein.

Die Stützpunkte Tartus und Hmeimim sind die ⁠wichtigsten militärischen Vorposten Russlands ​in der Region des Mittelmeers und des Nahen ‌Ostens. Sie sind die einzigen russischen Militärbasen im Ausland, die nicht in ehemaligen Sowjetstaaten liegen. Beide befinden sich im Westen Syriens an der Mittelmeerküste. Über ihre ‌Zukunft hat Russland seit dem Sturz des ehemaligen ​syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 mit der neuen syrischen Führung verhandelt.

Russisches Drehkreuz im Hafen Tartus

Die syrische ​Hafenbehörde teilte mit, dass Syrien die zuvor von Russland betriebenen kommerziellen Bereiche im Hafen von Tartus übernehmen werde. ‌Die Nachrichtenagentur Reuters hatte im vergangenen Monat ​berichtet, dass Russland an einem der Piers ein ⁠kommerzielles ​ Logistikdrehkreuz einrichten wolle. Damals habe es ‌von beiden Seiten geheißen, das Drehkreuz werde unter syrischer Kontrolle bleiben.

Russland war ein wichtiger Verbündeter Assads während des 14 Jahre lang andauernden Bürgerkriegs in Syrien. Russland unterstützte damals die syrische Arme mit Luftangriffen auf die von Dschihadisten kontrollierten Gebiete. Assad war nach seinem Sturz mit seiner Familie nach Russland geflohen und hält sich seitdem in Moskau auf. Die neue syrische Regierung hat wiederholt seine Auslieferung gefordert.