Xi trifft Trump in Washington: Handelsfrieden läuft aus – droht neue Eskalation zwischen den Großmächten?

Handelsfrieden, Iran-Krieg, Taiwan-Frage: Xi und Trump haben viel zu besprechen

Stand: 23.09.2026, 21:35 Uhr

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Beim Wiedersehen von Donald Trump und Xi Jinping soll es erneut pompös zugehen. Doch bei vielen Themen liegen China und die USA weit auseinander.

Washington, D.C. – Nach einem pompösen Besuch von US-Präsident Donald Trump in Peking im Mai folgt nun die Gegenvisite: Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping trifft heute in Washington (gegen 22:00 Uhr MESZ) ein. Trump fährt für ihn bis Freitag mit Militärschau, Staatsbankett samt hochrangiger Tech-Bosse und einem gemeinsamen Tee ein umfangreiches Programm auf. Werden die beiden Großmächte in ihrem erbitterten Handelskonflikt abrüsten?

Donald Trump und Xi Jinping bei einem Treffen in Peking im Mai 2026.

US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping bei einem Treffen in Peking im Mai 2026. Nun reist Xi zu Gesprächen nach Washington. © Evan Vucci/POOL/AFP

Nur einen Tag vor Xis Ankunft unterzeichnete Trump ein Abkommen mit Dänemark und Grönland zur Verteidigung und mehr militärischer Präsenz auf der Arktisinsel. Die USA wollen Konkurrent China davon abhalten, Einfluss in der Region zu gewinnen. Der Schritt Trumps könnte zu diplomatischen Verstimmungen auf dem Gipfel führen. Die Entwicklungen können Sie am Abend in unserem News-Ticker nachlesen:

Gespaltenes Verhältnis zwischen Trump und Xi

Trump holt Xi persönlich am Flughafen ab, das soll Nähe zeigen. Aus Peking wird signalisiert, dass die beiden Großmächte enger zusammenarbeiten wollen, vielleicht auch bilateral – was Drittländer genau beäugen.

Doch es ist auch klar: Das Verhältnis zwischen den USA und China ist voller Konflikte. „In vielerlei Hinsicht ist der Besuch selbst die Botschaft“, sagt der China-Experte Edgard Kagan vom Washingtoner Forschungsinstitut CSIS. Beide Staatschefs seien überzeugt, dass nur ihre persönlichen Kontakte die Beziehungen steuern könnten.

Auch Mikko Huotari, Direktor des China-Instituts Merics, dämpft die Erwartungen an den Gipfel. „Xi braucht in Washington keinen Durchbruch. Er braucht mehr Zeit – und dasselbe gilt für Washington“, sagt Huotari. Er spricht von einer „strategischen Pattsituation“. Im Mittelpunkt dürfte deshalb stehen, eine neue Eskalation zu vermeiden. Besonders dringend ist das beim Handel.

Der im vergangenen Oktober vereinbarte Handelsfrieden beider Großmächte läuft am 10. November in wichtigen Teilen aus. Die USA verzichteten vorerst auf weitere Zollerhöhungen, China setzte einen Teil seiner verschärften Exportkontrollen für Seltene Erden aus. Nach Einschätzung des China-Wirtschaftsexperten Scott Kennedy vom CSIS strebt Peking eine Verlängerung bis zum Ende von Trumps Amtszeit an. Die US-Regierung wolle sich dagegen nur für einige weitere Monate binden, um ihr Druckmittel nicht aus der Hand zu geben. Am Ende dürften beide Seiten „irgendwo in der Mitte“ landen, vermutlich bei etwa einem Jahr, sagt Kennedy.

Iran-Krieg birgt weiteres Konfliktpotenzial mit China

Auch der Krieg mit dem Iran setzt Trump unter Druck. Die Lage in der Straße von Hormus lässt die Preise für Öl und Gas steigen. China ist der mit Abstand größte Käufer iranischen Öls und ein wichtiger politischer Partner Teherans. Washington will über Chinas finanzielle Verbindungen zum Iran sprechen und hofft auf chinesischen Druck mit Blick auf die wichtige Handelsroute.

Peking fordert beide Seiten auf, zu der im Juni vereinbarten Rahmenvereinbarung zurückzukehren und die Gespräche wiederaufzunehmen. Wie weit Xi tatsächlich Druck auf Teheran ausüben will, ist jedoch offen. Gerade erst verhinderten China und Russland im UN-Sicherheitsrat eine Verlängerung des Mandats unabhängiger Experten zur Überwachung der internationalen Iran-Sanktionen.

Xi trifft Trump: Wie geht es mit Taiwan weiter? 

Ein weiterer gefährlicher Streitpunkt sind die US-Waffenlieferungen an Taiwan. China betrachtet die demokratisch regierte Insel als Teil seines Staatsgebiets und schließt den Einsatz von Gewalt nicht aus. Die USA sind Taiwans wichtigster Waffenlieferant. Schon beim Gipfel in Peking im Mai ließ Trump die Entscheidung über ein geplantes Waffenpaket im Wert von rund 14 Milliarden US-Dollar offen. Nach dem Treffen sagte er, er habe darüber ausführlich mit Xi gesprochen. Bis heute ist das Paket nicht genehmigt.

Ein Entgegenkommen bei den Waffenverkäufen wäre nach Einschätzung von Merics-Direktor Huotari ein entscheidender Erfolg für Peking. Er rechne jedoch nicht damit, dass die USA in diesem Punkt nachgeben. (nak/dpa)