Der Süßwarenhersteller Haribo hat seine Pläne für den Bau eines neuen Werks in Neuss aufgegeben. Statt eines Neubaus setzt das Unternehmen künftig auf die Modernisierung und Weiterentwicklung seines bestehenden MAOAM-Standorts. Die rund 350 Arbeitsplätze in Neuss sollen erhalten bleiben.
Haribo zieht Konsequenzen aus veränderten Marktbedingungen
Vor allem globale Krisen hätten zu steigenden Baukosten und einer geringeren Planbarkeit großer Investitionsprojekte geführt. Im Ergebnis habe sich das Unternehmen entschieden, die Neubaupläne für den Standort Neuss nicht weiterzuverfolgen. Das Unternehmen betont, die Entscheidung sei erst nach einer umfassenden Prüfung gefallen.
"Trotz des konstruktiven Engagements aller Beteiligten, ausdrücklich auch der Stadt Neuss, haben wir uns entschieden, das Vorhaben einer grundlegenden Neubewertung zu unterziehen." Haribo-Sprecher gegenüber dem WDR
Geplantes Werk sollte bis zu 100 neue Arbeitsplätze schaffen
Ursprünglich wollte Haribo rund 300 Millionen Euro in eine neue Produktionsstätte im Gewerbegebiet Neuss-Holzheim investieren. Mit dem Werk sollten bis zu 100 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Die Entscheidung zum Stopp des Vorhabens sei bereits der Stadt Neuss mitgeteilt worden.
Modernisierung statt Neubau
Statt in einen Neubau will Haribo künftig in die Weiterentwicklung bestehender Standorte investieren. Dazu gehört auch das MAOAM-Werk in Neuss, in dem seit den 1980er-Jahren produziert wird. Das Unternehmen bezeichnet den Standort als wichtigen Bestandteil seiner langfristigen Strategie und kündigt an, das Werk schrittweise zu modernisieren und für die Zukunft aufzustellen.
Die bestehenden Stellen sollen erhalten bleiben. Die zusätzlichen Arbeitsplätze, die mit dem Neubau entstehen sollten, werden jedoch voraussichtlich nicht geschaffen.
Mit dem Aus für die Neubaupläne endet eines der bedeutendsten geplanten Industrieprojekte in Neuss.