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Nach Schlussphasen-Drama Schiri-Fehler? HSG Wetzlar kündigt Einspruch an
Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar holen gegen Eisenach den ersten Punkt der Saison, nach dem Spiel überwiegt dennoch der Ärger. Grund: Der vermeintliche Siegtreffer wurde wohl zu Unrecht aberkannt. Es gibt ein Nachspiel.
Schiri-Frust bei der HSG Wetzlar. Bild © IMAGO / Oliver Vogler
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00:34 Min.|Phil Hofmeister
Bild © picture-alliance/dpa| zur Audio-Einzelseite
Die Szene des Spiels zwischen der HSG Wetzlar und dem ThSV Eisenach (31:31) ereignete sich am Montagabend rund zehn Sekunden vor Ende der Partie. Die Schiedsrichter hatten früh passives Spiel angezeigt, den Mittelhessen blieben also noch vier Pässe bis zu einem Tor-Abschluss. Ab jetzt gehen die Meinungen und die Zählweise jedoch auseinander: Nach Ansicht der HSG landete der vierte Pass bei Nikolaj Laesö, der den Ball zum vermeintlichen und umjubelten 32:31 im Tor der Gäste unterbrachte. Der erste Saisonsieg war zum Greifen nah. Oder doch nicht? Da der Unparteiische, der den Arm während eines Passes gehoben hatte, insgesamt fünf Pässe zählte, wurde der Treffer jedoch aberkannt.
Statt dem erstem Saisonsieg blieb Wetzlar lediglich der erste Punktgewinn der Saison, statt Erleichterung überwog am Ende der Ärger. Doch das soll so nicht bleiben.
Allendorf kündigt rechtliche Schritte an
"Wir sind der Auffassung, dass der letzte Pass zu Nikolaj der vierte Pass war und die Aktion deshalb nicht wegen passiven Spiels hätte abgepfiffen werden dürfen. Daher haben wir auch Einspruch angekündigt", sagte Wetzlars Sportchef Michael Allendorf. "Wir sind der Meinung, dass wir die Pflicht haben, das nachzuverfolgen – auch den Jungs gegenüber."
Wie groß die Aussicht auf Erfolg ist, ist schwer abzuschätzen. Klar ist aber, dass die Mittelhessen auf und neben dem Parkett nichts unversucht lassen, um in der Handball-Bundesliga endlich wieder in die Erfolgsspur zu finden. "Ich finde, dass wir ein gutes Spiel gemacht, bis zum Ende gekämpft und uns gegen die Niederlage gestemmt haben", so Allendorf.
HSG kommt in der Saison an
Und in der Tat. Vor allem in der ersten Hälfte überzeugte die HSG endlich mal wieder, vorne zeigte sich Niklas Theiß treffsicher, hinten vernagelte Torhüter Bart Ravensbergen – zumindest zeitweise – sein Kasten. In der zweiten Hälfte verloren die Mittelhessen dann zwar kurzzeitig den Faden und halfen den Gästen zurück ins Spiel. Aufgrund der kämpferischen Leistung wäre ein Sieg letztlich aber verdient gewesen. "Am Ende wurde es dieses knappe Spiel, das man eigentlich auch so erwarten konnte", sagte Trainer Rúnar Sigtryggsson.
Das letzte Wort in diesem knappen Spiel ist aber noch nicht gesprochen. Vom hellblauen Hallenboden geht es nun an den berühmtem Grünen Tisch.