"Wie würdest du Neunkirchen-Seelscheid aus dem Haushaltsloch führen?"
Mit dieser einfachen Frage startet der neue Haushalts-Simulator für die klamme Kommune im Rhein-Sieg-Kreis. Erfunden haben sie zwei Kommunalpolitiker, die für die CDU im Rat sind. Ihr Ziel: Sie wollen mit dem ehrenamtlichen Projekt die Zahlen des öffentlich zugänglichen Haushaltsentwurfs 2026 greifbarer machen.
"Jede Entscheidung hat Konsequenzen" Arthur Röben, Kommunalpolitiker (CDU)
Mit einem kleinen Regler können die Bürgerinnen und Bürger nun selbst entscheiden. Wie hoch soll die Grundsteuer künftig werden? Sollen die Öffnungszeiten in Bädern gekürzt werden? Oder die Bibliothek gleich ganz geschlossen werden? Innerhalb von Minuten ist der Computer vor dem Rathaus aufgebaut und wir suchen die erste Testperson.
Der erste "Tester", das ist Achim Rützel und er ist sich sicher: Die Grundsteuer, die zuletzt so drastisch erhöht wurde, muss runter. Wahnsinn sei die Erhöhung, das finden heute einige in Neunkirchen-Seelscheid.
Blöd nur, dass in Achim Rützels simulierten Haushalt durch seine Grundsteuersenkung neue Schulden von über achthunderttausend Euro entstehen. Es gilt also, Kürzungsmöglichkeiten zu finden.
Sportzuschüsse streichen? Auf keinen Fall, findet der Rentner. Aber bei den Schulbussen sparen, das geht auch nicht, so die zweite Testperson, eine junge Mutter. Beide sind überrascht, wie schwierig es ist, das wachsende Defizit auszugleichen, wenn sie die Grundsteuer senken.
Kommunale Finanzen werden greifbar
"Sich hier selbst durch die Entscheidungen zu klicken und direkt zu sehen, wie sich das auf den Haushalt auswirkt, ist etwas ganz anderes, als wenn man das nur abstrakt in der Zeitung liest." Timm Kloevekorn (CDU)
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Bürgern in Neunkirchen-Seelscheid
- WDR-Gespräch mit Arthur Röben
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 31.08.2026, 19:30 Uhr