Haushalt: Steuereinnahmen von Bund und Ländern steigen

Haushalt: Steuereinnahmen von Bund und Ländern steigen

Das erste Halbjahr endet mit mehr Einnahmen durch Steuern als zuvor. Ob sich der Trend fortsetzt, hängt auch vom Verlauf der Konjunktur ab.

Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen. (Archiv) Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind im ersten Halbjahr leicht gewachsen. Bis Ende Juni summierten sich die Einnahmen auf 451,2 Milliarden Euro, was einem Plus zum Vorjahreszeitraum von 0,8 Prozent entspricht. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor. Zuletzt zeigte der Trend allerdings nach unten: Im Juni allein gab es einen Rückgang von 0,4 Prozent auf 98,1 Milliarden Euro.

Der Arbeitskreis Steuerschätzung rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem Einnahmezuwachs von 1,2 Prozent. Angesichts der eher schleppend laufenden Unternehmen- und Konsumsteuern hänge viel vom weiteren konjunkturellen Verlauf im zweiten Halbjahr ab, sagte Ifo-Experte Max Lay und fügte hinzu: „Der wiederum wird durch die Entwicklung des Iran-Kriegs entscheidend beeinflusst.“

Zuletzt haben sich die positiven Meldungen aus der deutschen Wirtschaft gemehrt. Im Mai legten etwa Industrieaufträge, Auftragsbestand, Exporte, Produktion und Einzelhandelsumsätze zu. Viele Ökonomen halten es deshalb für möglich, dass Europas größte Volkswirtschaft im Frühjahr trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg das dritte Quartal in Folge gewachsen sein könnte. Eine erste Schätzung dazu will das Statistische Bundesamt kommende Woche veröffentlichen.

„Im Hinblick auf die relevantesten Steuerarten entwickeln sich die Einnahmen aus der Lohnsteuer genau wie prognostiziert“, kommentierte Ifo-Experte Lay die Entwicklung im ersten Halbjahr. Dagegen liefen Umsatz-, veranlagte Einkommen-, Körperschaft- sowie Energiesteuer insgesamt „etwas schleppender als erwartet“. Bei den nicht veranlagten Steuern vom Ertrag – die vor allem die auf Dividenden umfassen – und der Abgeltungsteuer seien dagegen höhere Einnahmen im Vergleich zur Prognose des Arbeitskreises Steuerschätzung zu verzeichnen.

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