Die totale Sonnenfinsternis hat im Norden Sibiriens begonnen. Der Kernschatten des Mondes zog dabei über die Nordpolarregion, streifte Grönland und Island und traf auf Spanien und die Nordostspitze Portugals. Weiter ging es über die Iberische Halbinsel und die Balearen hinweg, bis die totale Sonnenfinsternis kurz nach 20.30 Uhr im Mittelmeer endete.
In Island, wo viele Touristen extra zur Sonnenfinsternis hingereist waren, kam es teilweise zu langen Gesichtern. In der Hauptstadt Reykjavik verhüllte eine dicke Wolken- und Regendecke den Himmel und den Blick auf die Eklipse. Allerdings war dennoch eine deutliche Verdunklung der Stadt zu beobachten. Ein Reporter von WELT berichtete von großer Ruhe und andächtigem Schweigen während der Minute der Totalität. Schlagartig wurde es dann wieder unter großem Applaus wieder heller.

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In Spanien fieberten schon am Nachmittag Millionen Einwohner und Touristen der totalen Verdunkelung entgegen. Auf Mallorca sorgte der Besucheransturm nach Medienberichten bereits am Morgen für erste Verkehrsbehinderungen, vor allem an der Westküste rund um Sóller.

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An Aussichtspunkten und Buchten der Serra de Tramuntana füllten sich Parkplätze schon Stunden vor Beginn der Sonnenfinsternis, einzelne Zufahrten wurden gesperrt. Die Menschen hätten teils lange Strecken zurücklegen müssen, hieß es.

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Das Interesse an dem Spektakel ist groß: In Berlin versammelten sich Hunderte Menschen vor dem Planetarium im Prenzlauer Berg. Die Polizei versuchte die Menschenmasse zu koordinieren. Es seien einfach „wahnsinnig viele Menschen zu dem Planetarium gekommen“, sagte ein Sprecher der Polizei. Man wolle versuchen, die Massen „in geordnete Strukturen zu bekommen“.
Heute ist wirklich ein Ausnahmezustand.
Mariana Wagner, Direktorin des Hamburger Planetariums
Der Parkplatz am Großen Feldberg in Hessen war bereits etwa eine Stunde vor der Sonnenfinsternis voll. Die Zufahrt oben am Berg sei gesperrt, sagte eine Polizeisprecherin am Abend. Sie riet den Menschen, die Sonnenfinsternis von anderen Orten unterhalb des Berges zu betrachten.
„Die letzten Sonnenfinsternisse hatten weniger Bedeckung“, sagte die stellvertretende Direktorin des Hamburger Planetariums, Mariana Wagner. „Heute ist wirklich ein Ausnahmezustand.“ Vor dem alten Wasserturm, in dem das Planetarium untergebracht ist, bildete sich eine lange Schlange.

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Zu einer Sonnenfinsternis kommt es, wenn Sonne, Mond und Erde in einer Reihe stehen. Dann fällt der Schatten des Mondes auf die Erde. Je nach Konstellation kann ein Ort auf der Erde in den Kernschatten des Mondes kommen – und wird dann total verdunkelt – oder in den Halbschatten. In der totalen Zone wird es richtig finster. Die Vögel hören auf zu singen und einige Sterne erscheinen am Nachthimmel.
Nach der Sonnenfinsternis bietet der Himmel noch eine Zugabe: Der Meteorstrom der Perseiden hat in der Nacht vom 12. auf 13. seinen Höhepunkt, wobei mit bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde zu rechnen ist. Die besten Beobachtungszeiten sind die Stunden von 23.00 Uhr abends bis 4.00 Uhr morgens.
Auch astronomische Einrichtungen in Deutschland planten im Zuge der „Langen Nacht der Astronomie“ Events zu einem oder beiden Himmelsereignissen.
Wer diese Sonnenfinsternis verpasst hat, kann sich gleich auf ein weiteres astronomisches Ereignis freuen: Am 28. August gibt es am Morgen eine Mondfinsternis über Mitteleuropa. Dabei tritt der Mond um 4.34 Uhr in den Kernschatten der Erde ein. Er geht in Deutschland je nach Ort zwischen etwa 6.15 Uhr und 6.50 Uhr unter und beendet damit das Himmelsereignis. (dpa)