Himalaja-Flut mit mindestens 1.400 Toten: Nepal macht Großverschmutzer haftbar und fordert Millionen
Stand: 09.09.2026, 20:12 Uhr
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Nepal macht Großverschmutzer für den Gletscherabbruch verantwortlich, der eine verheerende Flut auslöste. Das Himalaja-Land fordert Klimakompensation.
Nepal fordert von „verschmutzenden Volkswirtschaften“ 17,5 Millionen Euro an Klimakompensation für die verheerende Flut im vergangenen Monat. Mindestens 1399 Menschen wurden bisher für tot erklärt und mehr als .500 werden am zwölften Tag der Rettungsaktionen noch vermisst. Shisir Khanal, Nepals Außenminister, sagte, das Land habe beim UN-System Klimakompensation beantragt.
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Dieser Artikel von Emily Smith und Lily Shanagher entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk
Das Geld soll aus dem UN-Fonds für den Umgang mit Verlusten und Schäden stammen, der 2022 im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen eingerichtet wurde. „Wir haben so wenig zum Klimawandel beigetragen“, sagte Khanal dem Guardian. Er ergänzte: „Es ist für diejenigen in der Weltgemeinschaft, die von größeren, wesentlich stärker verschmutzenden Volkswirtschaften profitieren und deren historischer Beitrag zu Treibhausgasen weitaus größer ist als unserer, zwingend erforderlich, eine geteilte Verantwortung zu akzeptieren.“

„Dies betrifft die gesamte Menschheit. Die Weltgemeinschaft sollte dies nicht als einmalige Katastrophe betrachten. Es muss im Kontext des sich wandelnden Klimas im Himalaja gesehen werden. Wir wissen, dass es sich um ein wiederkehrendes Szenario handeln wird, mit dem immer mehr Gemeinschaften, nicht nur in Nepal, sondern weltweit, konfrontiert sein werden.“ Khanal sagte, Indien und China sollten finanzielle Unterstützung leisten – erwähnte aber nicht die USA, den zweitgrößten Verschmutzer der Welt.
Nach Flutkatastrophe in Nepal: Wer trägt global die Verantwortung für die Todesfalle im Himalaja?
Der UN-Klimafonds, der bislang Zusagen in Höhe von 820 Millionen Dollar (rund 705 Millionen Euro) erhalten hat, ist durch wohlhabende Staaten verzögert worden, die sich mit Beiträgen schwertun. Die USA hatten unter Joe Biden 17,5 Millionen Dollar zugesagt, stiegen jedoch unter Donald Trump aus dem Fonds aus. Sowohl China als auch Nepal haben den Klimawandel für den Gletscherabbruch verantwortlich gemacht, der am 26. August die Flut auslöste und beide Länder traf.
Nepal trägt 0,04 Prozent zu den weltweiten CO2-Emissionen bei. Ein Vergleich mit den Nachbarländern: Indien und China, zwei der größten Emittenten weltweit, tragen 33,1 Prozent beziehungsweise 8 Prozent bei. Khanal sagte, die Entschädigung, die Nepal von den Vereinten Nationen beantragt habe, sei „offensichtlich bei Weitem nicht ausreichend“, um die durch die Überschwemmungen entstandenen Schäden zu beheben. Die Gesamtkosten werden auf 5 Milliarden Dollar geschätzt, könnten aber nach seinen Worten noch höher liegen, da ganze Dörfer neu aufgebaut werden müssten.
Zwölf Tage nach den Überschwemmungen dauern die Rettungsarbeiten an. Fachleute warnen, dass die Wahrscheinlichkeit, Vermisste lebend zu finden, von Tag zu Tag sinkt. Lebenszeichen gibt es jedoch weiterhin: Am Samstag wurde ein Chinese aus einem 225 Meter langen Wasserkrafttunnel im Wasserkraftprojekt Upper Trishuli-1 gerettet, und zwei nepalesische Arbeiter wurden am Freitag aus einem weiteren Tunnel befreit. Eine 64-jährige Nepalesin wurde in der Stadt Nuwakot aus einem beschädigten Haus gerettet, Tage nach den Fluten. Die Rettungsbemühungen werden durch die Zerstörungen der Katastrophe erheblich erschwert, da mehr als 40 Brücken eingestürzt sind.